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05.12.2015

17:01 Uhr

Mini Cooper Fünftürer im Test

Verspielt, teuer, aber spaßig

VonPeter Eck
Quelle:Spotpress

Seit einem Jahr gibt es die neue Generation des Mini auch mit fünf Türen, was etwas mehr Platz für Gepäck und Fondpassagiere zur Folge hat. Wir fuhren die recht vernünftig motorisierte Version „Cooper“.

Die Stärken des größeren Mini liegen ganz klar auf der Straße. Mini

Der Preis für zwei zusätzliche Türen und etwas mehr Raum für Fondpassagiere und Gepäck ist hoch.

Die Stärken des größeren Mini liegen ganz klar auf der Straße.

Das Mini-Konzept hat in den vergangenen Jahren immer mehr und teilweise auch immer verrücktere Blüten getrieben. Da gibt es neben dem klassischen Dreitürer natürlich auch ein Cabrio, den Paceman, den Countryman oder auch ein Coupé. Nicht alle Varianten sind auf Anhieb exakt definierbar, changieren etwa beim Countryman zwischen Kombi, Shooting-Brake und SUV (dank Allradantrieb). Da wirkt der normale Mini, aber mit fünf Türen, als eben genau das: relativ normal. Das geht bis zu den Abmessungen, denn in der Länge entspricht der Fünftürer ziemlich genau der eines VW Polo – des vielleicht normalsten aller Kleinwagen.

Der Fünftürer ist auf Anhieb als echter Mini zu erkennen, denn er verfügt ebenfalls über jene Waffen, durch die schon die anderen Modelle zum Liebling von Menschen avancierten, die vorzugsweise gerne „irgendwas mit Medien“ machen (würden). Wer schon einmal in den entsprechenden Gegenden einer Großstadt genau hingeschaut hat, weiß was wir meinen. Mit den „Waffen“ sind natürlich die Kindchenschema-Augen, die knackigen Proportionen mit kurzen Überhängen und auch das Interieur gemeint, das wir immer noch „ich bin anders“ zu schreien glauben hören.

Andererseits ist der Preis für zwei zusätzliche Türen – und damit sind nicht die 900 Euro Mehrpreis gegenüber dem Dreitürer gemeint – und etwas mehr Raum für Fondpassagiere und Gepäck durchaus hoch. Denn der um 16 Zentimeter gestreckte Fünftürer verliert optisch gegenüber dem Standardmodell dann letztlich doch, weil die Proportionen eben nicht mehr so knackig sind wie beim Schwestermodell. Man sehe sich nur mal den hinteren Überhang im Vergleich an.

Die wirklich große Schwäche des Fünftürers wie letztlich aller Minis ist aber die Preisgestaltung.  Mini

Blick in den Innenraum

Nicht nur auf dem bratpfannengroßen Display geht es immer noch sehr verspielt zu.

Wie gesagt: Dafür gibt es knapp 70 Liter mehr Platz für Gepäck (278) und etwas mehr Raum im Fond, wobei man dort zumindest erwachsene Passagiere von „komfortabel“ immer noch recht weit entfernt sind. Ansonsten entspricht der Innenraum dem des Dreitürers, inklusive dem seit dieser Generation endlich richtig platzierten Tachos, was in der Mitte Platz für ein bratpfannengroßes Display lässt. Immer noch erfordert die Bedienung des Mini einiges an Eingewöhnung und in mancher Hinsicht geht es immer noch zu verspielt zu. Was zum Konzept passen mag, im Alltag aber durchaus nervt.

Die Stärken auch des größeren Mini (ein Countryman ist übrigens nochmals eine Handbreit länger) liegen ganz klar auf der Straße. Über das nahezu perfekte Fahrwerk ist schon viel geschrieben worden und wir wollen an dieser Stelle das Thema „Go-Cart-ähnlich“ nicht weiter vertiefen. Nur so viel: Auch mit den 231 PS des Spitzenmodells John-Cooper-Works hat es keine Mühe, bzw. man hat das Gefühl, dass auch über 300 PS keine unlösbare Aufgabe wären (wir warten drauf…).

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Unser Testwagen war dagegen „nur“ als Cooper gekommen und mit einem Dreizylinder-Turbobenziner ausgerüstet. Und der war die eigentliche positive Überraschung: Seine 136 PS sind nämlich für den Fahrspaß á la Mini völlig ausreichend. Das 1,5-Liter-Aggregat zeigte sich äußerst drehfreudig und powerte den größeren Kleinen jederzeit zügig nach vorne.

Vor allem in der Stadt ist der Mini damit auch dank des knackigen Sechsganggetriebes stets wuselig unterwegs und auf der Autobahn reicht es immerhin bis 207 km/h. Ein tolles Aggregat, der positive Eindruck wurde lediglich durch den ja obligatorischen Trink-Aufschlag geschmälert, statt 4,7 flossen im Durchschnitt 6,4 Liter durch die Leitungen. Haben wir da etwa ein wenig zu viel Fahrspaß gehabt?

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Die wirklich große Schwäche des Fünftürers wie letztlich aller Minis ist aber die Preisgestaltung. Wir sprechen hier über einen Basispreis von 20.800 Euro. Zur Erinnerung: für eine Art Edel-Polo. Hinzu kommt, dass der Mini alles andere als großzügig ausgestattet ist. Für die knapp 21 Tausender ist zum Beispiel noch nicht einmal eine Klimaanlage an Bord. Man muss diese wie viele andere Dinge einzeln oder in etwas günstigeren Paketen zukaufen, so dass man wohl für einen angemessen ausgestatteten Mini Fünftürer Cooper mit kaum weniger als 25.000 Euro über die Runden bzw. in den Neuwagen kommt. Und das ist dann alles anderes als Mini.

Technische Daten:
Länge: 3,98 Meter
Breite: 1,73 Meter
Höhe: 1,43 Meter
Radstand: 2,57 Meter
Kofferraumvolumen: 278 – 941 Liter
Antrieb: 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 100 kW/136 PS
maximales Drehmoment: 220 Newtonmeter (230 mit Overboost) bei 1.250 – 4.000 U/min
Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 8,2 sek., Vmax: 207 km/h
Norm-Verbrauch: 4,7 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 109 g/km
Effizienzklasse: B, Abgasnorm: Euro 6, Testverbrauch. 6,4 Liter
Preis: ab 20.800 Euro

Kurzcharakteristik:

Warum? Weil er mehr Platz als der Dreitürer bietet und alltagstauglicher ist.
Warum nicht? Weil nur der Dreitürer optisch ein echter Mini (der Neuzeit) ist.
Was sonst? Den Dreitürer.

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