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03.02.2014

09:17 Uhr

Mini im Gebrauchtwagen-Check

Süß, mit leicht bitterem Nachgeschmack

Quelle:Spotpress

Nicht nur Frauen lieben den Mini, auch Männer stehen auf das Go-Kart für die Straße. Und selbst als Gebrauchter ist der Flitzer ein Gute-Laune-Mobil – wenn man auf seine typischen Schwachstellen achtet.

Der Kleinwagen wird unter der Federführung von BMW seit 2001 gebaut, 2006 gab es ein neues Modell. Mini

Der Kleinwagen wird unter der Federführung von BMW seit 2001 gebaut, 2006 gab es ein neues Modell.

Der Mini verkauft sich bestens und hat mittlerweile Kultcharakter. Der Kleinwagen wird unter der Federführung von BMW seit 2001 gebaut, 2006 gab es ein neues Modell. Damit dieser sich nicht zum überteuerten Retro-Chic entwickelt, sollten besonders zwei Stellen beim Gebrauchtwagenkauf besser unter die Lupe genommen werden. Denn nicht immer entspricht seine Qualität dem Niveau der Konzernmutter.

Karosserie und Innenraum:  Sieben Zentimeter ist der Mini  (Typ R55-R57) im Vergleich zu seinem Vorgänger gewachsen. Das macht sich besonders für Fahrer und Beifahrer bemerkbar. Eng bleibt es jedoch weiterhin für die Passagiere hinten. Auch mit seinem um 10 auf 160 Liter gewachsenen Kofferraumvolumen ist der Mini eher für aktive Singles oder Paare interessant.

Mittlerweile gibt es den Kleinwagen in etlichen Karosserievarianten, vom Cabrio über einen Kombi bis hin zum Coupé. Insgesamt ist das Modell äußerst zuverlässig, wie ein Blick in die ADAC-Pannenstatistik verrät. Der Club attestiert dem Fahrzeug "überdurchschnittliche Pannensicherheit".

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Das extravagante Design der Bedienelemente muss man allerdings mögen. Mit der zweiten Auflage ist der Kleine etwas erwachsener geworden und wurde auch innen etwas aufgewertet. Die schlechte Unübersichtlichkeit der Instrumente blieb jedoch erhalten und trotzdem bleibt die Verarbeitung lässig, wie man es von BMW so nicht kennt.

Motor: Zum Fahrspaß braucht es natürlich etwas mehr Leistung. Doch damit das gerade von Mini-Fans so geliebte Go-Kart-Gefühl wirklich Freude bereitet, sollte man sich einen starken Motor aussuchen. Zwar reichen der Benziner des One mit 70 kW/95 PS und der Diesel mit 66 kW/90 PS für die Stadt allemal, eine bessere Wahl sind aber die Cooper-Modelle.

Die Kulleraugen sind typisch für den Mini Mini

Die Kulleraugen sind typisch für den Mini

Die Aggregate aus der Zusammenarbeit mit Peugeot und maximal 88 kW/120 PS treiben den Kleinen ausreichend flott an. Und auch wenn das zu rasanter Fahrweise verleitet, zeigen sich bei der Hauptuntersuchung überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Probleme mit Motor und Getriebe sind weitaus weniger bekannt als noch beim Vorgänger. Nicht besonders teuer aber trotzdem ärgerlich ist jedoch ein Problem, das bei der Generation bekannt ist: Besonders häufig neigen die Triebwerke zur Inkontinenz und hinterlassen hässliche Ölflecken auf dem Asphalt.

Ausstattung und Sicherheit: BMW-typisch ist auch die Optionsliste für den Mini lang. Mit an Bord sollte aber ESP sein, das es anfangs nur als Option gab. Erst ab 2009 zählt es zur Serienausstattung. Auch dank höherer und längerer Motorhaube für einen besseren Fußgängerschutz schnitt der Mini 2007 beim EuroNCAP-Crashtest mit vollen fünf Sternen gut ab.

Auch dank höherer und längerer Motorhaube für einen besseren Fußgängerschutz schnitt der Mini 2007 beim EuroNCAP-Crashtest mit vollen fünf Sternen gut ab Mini

Auch dank höherer und längerer Motorhaube für einen besseren Fußgängerschutz schnitt der Mini 2007 beim EuroNCAP-Crashtest mit vollen fünf Sternen gut ab

Qualität: Der Mini wird wie das frühere Original in England gebaut, und dort hapert es anscheinend mit der Qualitätskontrolle. Die Mängelliste beim Mini kann dadurch schnell mal Maxi werden: Klappernde Glasdächer, Wassereinbrüche oder undichte Scheiben treten bei vielen Fahrzeugen auf.

Ein genauer Blick auf die Scheinwerfer gehört auch zur Pflichtaufgabe, denn laut TÜV-Mängelbericht haben selbst jüngere Fahrzeuge Probleme mit dem Licht. Bei den neueren Modellen betrifft es verhältnismäßig häufig die hintere Lichtanlage. Auch das Thema Korrosion ist dem Frauenliebling nicht fremd. Bei Gebrachten findet sich der Rost oft an den Bremsleitungen.

Und selbst als Gebrauchter ist der Flitzer ein Gute-Laune-Mobil – wenn man auf seine typischen Schwachstellen achtet Mini

Und selbst als Gebrauchter ist der Flitzer ein Gute-Laune-Mobil – wenn man auf seine typischen Schwachstellen achtet

Fazit: Auf dem Gebrauchtwagenmarkt gehören Minis zu den Modellen mit dem geringsten Wertverlust. Wer sich  diesen Flitzer zulegen will, sollte ein gut ausgestattetes und vor allem trockenes Auto ohne Klappgeräusche wählen. Unter 9.000 Euro wird man solches Exemplar jedoch auch mit viel Geduld kaum finden.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.02.2014, 12:02 Uhr

Die meisten "anderen" Autos mit solchen "typischen Schwachstellen" würden an dieser Stelle gnadenlos nieder-kritisiert!
Besonders wenn sie von OPEL, Ford, Renault, Peugeot oder aus Japan kämen.
Ihre Auto-Berichterstattung ist leider viel zu oft nur ein typischer Abklatsch der heillos korrupten deutschen Motor-Presse.
Wer die meisten (und teuersten) Media-Etats platziert, der hat schließlich ein Anrecht auf "positive Berichterstattung", nicht wahr?

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