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01.05.2015

14:07 Uhr

Mitsubishi ASX als Gebrauchtwagen

Klassenlos, solide, und wenig verbreitet

Quelle:dpa

Autofahrer, die ein vergleichsweise günstiges, robustes SUV suchen, das mit optionalem Allradantrieb auch im Gelände punkten kann, dürften beim ASX gerne näher hinschauen.

Zwischenlösung: Der ASX ist irgendwo zwischen Klein- und Kompaktwagen-SUV angesiedelt. PR

Mitsubishi ASX

Zwischenlösung: Der ASX ist irgendwo zwischen Klein- und Kompaktwagen-SUV angesiedelt.

BerlinDie meisten ASX mussten erst einmal bei der Hauptuntersuchung (HU) vorfahren - und fielen dabei kaum negativ auf. Ob Fahrwerk, Lichtanlage, Bremsen oder Umweltaspekte: Fast überall schneidet das japanische Modell laut dem „TÜV Report 2015” deutlich besser ab als die meisten Autos im selben Alter. Lediglich die Bremsscheiben weisen vereinzelt höheren Verschleiß auf, und gelegentlich verliert der ASX Öl an Motor und Getriebe. Doch auch hier schlägt er sich noch immer besser als der Großteil der Prüflinge.

Darüber, unplanmäßig liegen zu bleiben, müssen sich ASX-Fahrer auch nicht wirklich sorgen. Wegen der recht geringen verkauften Stückzahlen sind generelle Aussagen laut dem ADAC allerdings schwer zu treffen. Öfter waren es entladene Batterien, die die Pannenhelfer auf den Plan riefen.

Defekte Transponder machten beim Baujahr 2011 Probleme, bei Dieseln, die bis 2012 gebaut wurden, versagte zuweilen der Turbolader, beim Baujahr 2013 auch die Ladedruckregelung.

Als der Mitsubishi ASX im Jahr 2010 auf den Markt kam, waren kompakte SUVs noch gar nicht so weit verbreitet. Dem PSA-Konzern etwa fehlte ein eigenes Angebot in der Klasse, was ihn dazu veranlasste, mit Mitsubishi zu kooperieren. So bauen die Japaner den ASX auch als Peugeot 4008 und als Citroën C4 Aircross.

Dabei ist der ASX mit seinen 4,30 Metern Länge nach heutigen Maßstäben klein fürs Segment, und die 419 bis 1219 Liter Kofferraumvolumen sind eher knapp.

Auch das Motorenangebot ist nicht gerade üppig. Den 1,6 Liter großen Benziner mit 86 kW/117 PS gibt es ausschließlich in Kombination mit Frontantrieb, die beiden Diesel auch mit Allrad. Sie leisten 110 kW/150 PS, unterscheiden sich aber bei Hubraum und Drehmoment: Der 1,8-Liter-Motor entwickelt 300 Newtonmeter, das 2,2 Liter große Aggregat kommt auf 360 Newtonmeter.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Das Basismodell Mitsubishi ASX 1.6 2WD aus dem Baujahr 2010 kostet laut der Schwacke-Liste noch rund 9.450 Euro und ist dann etwa 67.200 Kilometer gelaufen. Für die gut ausgestattete Variante Instyle des Baujahres 2013 werden noch um die 17.750 Euro fällig (30.300 Kilometer).

Für einen Diesel-ASX 1.8 Di-D 2WD der mittleren Ausstattung Intense von 2012 müssen Käufer etwa 15.700 Euro einplanen (62 400 Kilometer).

Der kleine Diesel startet laut Schwacke mit Allradantrieb als ASX 1.8 DI-D 4WD Invite bei 11.850 Euro für ein Exemplar von 2010 mit 93.600 Kilometern auf dem Zähler. Besser ausgestattet (Instyle) und neuer (Baujahr 2013) sind um die 20.350 Euro zu kalkulieren (44.850 Kilometer).

Der erst später eingeführte ASX 2.2 DI-D mit Automatik von 2013 kostet als Intense-Modell noch rund 19.850 Euro (44.850 Kilometer).

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