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13.05.2014

10:29 Uhr

Mitsubishi Outlander PHEV

Ein SUV fürs grüne Gewissen

Quelle:Spotpress

Dass SUV immer groß und durstig sind, ist ein gut gepflegtes Vorurteil. Neuerdings können Vertreter der Gattung aber sogar sparsam sein. Oder zeitweise ganz ohne Sprit unterwegs sein, wie der Outlander PHEV.

Die dritte Sitzreihe entfällt Mitsubishi

In Zeiten von Bio, Öko, Umweltbewusstsein passen große Spritschlucker nicht wirklich in unser Straßenbild. Die Antwort von Mitsubishi heißt "Outlander Plug-in-Hybrid".

Die in den USA erfundenen Sport Utility Vehicles oder SUV haben sich für Zeitgenossen, bei denen Mobilität höchstens in Form von Zehnerkarten für Busse und Bahnen stattfindet, zu einem in Stahlblech geformten Umweltfrevel entwickelt. Doch nun kommt Mitsubishi und bringt mit dem Outlander PHEV das festgefugte Weltbild ins Wanken.

Der erste SUV mit Plug-in-Hybridtechnik verbraucht gerade 1,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer, was sich einen CO2-Ausstoß von 44 Gramm je Kilometer übersetzt.

Allerdings zeigt der elektrifizierte Outlander auch, dass für diese Antriebstechnologie die Verbrauchsmessung im Labor grundlegend überarbeitet werden muss. Auf dem Prüfstand ermittelten die Tester zwar den Mini-Verbrauch, doch ist das weit von der Realität der Straße entfernt.

Tatsächlich liegt der Verbrauch wohl eher bei fünf bis sechs Litern auf 100 Kilometer. Aber auch das ist kein schlechter Wert für einen großen Benziner-SUV mit permanentem Allradantrieb, für den der Importeur mindestens 39.990 Euro verlangt.

Für den Antrieb kombinierten die Entwickler einen Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit zwei Elektromotoren Mitsubishi

Für den Antrieb kombinierten die Entwickler einen Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit zwei Elektromotoren

Bei der Entwicklung des Outlander schufen die Ingenieure von vornherein eine Architektur, die sich für konventionelle- und Hybridantriebe eignet. Durch die Elektrifizierung ging deshalb so gut wie kein Raum verloren. Fünf Sitzplätze und ein Gepäckraum bis maximal 1.472 Liter machen den 4,65 Meter langen Allradler zu einem angenehmen Reisewagen, in dem sich auch die Fond-Passagiere wohl fühlen.

Dazu tragen auch die gewählten Materialien bei, die durchaus hochwertig wirken. Auch die Hebel und Schalter sind dort platziert, wo man sie vermutet und ergonomisch vernünftig angeordnet. Allerdings vermittelt das straff abgestimmte Fahrwerk nicht immer den Komfort, den man in diesem Segment erwartet, und auch die starken Abrollgeräusche auf schlechter Fahrbahn – und davon gibt es mehr als genug in deutschen Landen – schränken das Wohlgefühl an Bord ein. Vor allem Querfugen werden vom Fahrwerk unvermittelt an die Fahrzeuginsassen mitgeteilt.

Bei der elektrifizierten Version ging gegenüber den konventionellen Varianten so gut wie kein Raum verloren Mitsubishi

Bei der elektrifizierten Version ging gegenüber den konventionellen Varianten so gut wie kein Raum verloren

Für den Antrieb kombinierten die Entwickler einen Zweiliter-Vierzylinder-Benziner mit 89 kW/121 PS, der sich den Platz unter der Motorhaube mit einem 60 kW/82 PS starken Elektromotor und einem 70 kW/95 PS starken Generator teilt. Im Heck bringt ein 60 kW/82 PS starker Elektromotor die Hinterachse in Bewegung. Im Gegensatz zu konventionellen Allrad-Modellen arbeiten die beiden Aggregate ohne Verbindung durch eine Kardanwelle oder andere mechanische Eingriffe.

Im Zusammenspiel mit der für den Lancer Evolution entwickelten Allradsteuerung „S-AWC“ (Super All Wheel Control) wird eine hohe Fahrstabilität erreicht. Das System regelt den Allradantrieb, die Traktionskontrolle sowie das ABS und ist mit dem Plug-in-Hybridantrieb vernetzt. Die stufenlose Automatik bringt den Outlander allerdings etwas zäh auf Tempo.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
Übersicht: Deutsche Umweltzonen
Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

Ohne weiteres Zutun des Chauffeurs wählt die elektronische Antriebssteuerung den jeweils passenden Fahrmodus, um so den Verbrauch zu zähmen. Nach dem Start rollt der Outlander grundsätzlich elektrisch an und stellt vom ersten Moment an das volle Drehmoment bereit.

Im Elektro-Modus werden zudem beide Achsen angetrieben, sodass der Outlander lokal emissionsfrei unterwegs ist. Das macht die Technik bis Tempo 120 – danach kommt der Verbrenner ins Spiel – und über eine Strecke von maximal 52 Kilometern. So lassen sich die meisten täglichen Strecken rein elektrisch zurücklegen.

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