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14.01.2011

07:00 Uhr

Modifizierte Standard-Autos

Gestreckte Exoten fürs andere Ende der Welt

Andere Länder, andere Autos: Diese Devise kennt man vor allem von japanischen und amerikanischen Fahrzeugherstellern. Doch auch die deutschen Hersteller haben Export-Exoten und kommen dem Kundengeschmack auf anderen Kontinenten entgegen. Nirgendwo wird das so deutlich wie in China.

Unbekannter Name für ein unbekanntes Auto: Volkswagen bietet den Lavida in China an. dpa

Unbekannter Name für ein unbekanntes Auto: Volkswagen bietet den Lavida in China an.

dpa/tmn PEKING/BUENOS AIRES. Das Reich der Mitte gilt Branchenexperten wie Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen als größter Wachstumsmarkt. Die gehobene Mittelklasse ist dort besonders gefragt. "Allerdings ist es in China schick, gefahren zu werden. Nur der einfache Chinese greift selbst ins Steuer", sagt Dudenhöffer. Weil die Besitzer deshalb lieber hinten sitzen, legen sie Wert auf mehr Beinfreiheit und kaufen ihre Limousinen zu 90 Prozent in der Langversion.

Darum bietet Audi exklusiv für den chinesischen Markt den A4 und den A6 mit mehr Radstand an. Auf der Messe Auto China in Peking feierten 2010 noch zwei weitere Langversionen ihre Premiere: Nur wenige Wochen nach dem Debüt der neuen Limousine gab es in China auch einen verlängerten 5er BMW, und Mercedes spendierte der E-Klasse nun 14 Zentimeter mehr Abstand zwischen den Achsen.

"Für die deutschen Autobauer ist es wichtig, solche ungewöhnlichen Kundenwünsche zu erfüllen", sagt Dudenhöffer. "Sonst liefert die Konkurrenz." Mit moderner Fertigungstechnik sei es kein Problem, am normalen Produktions-Band immer mal wieder eine Langversion dazwischen zu schieben.

Zwar sind all diese Stretchlimousinen dem chinesischen Markt vorbehalten, doch haben sie noch immer sehr große Ähnlichkeit mit den bei uns bekannten Modellen. Dass das nicht immer so sein muss, zeigen andere VW-Modelle in China wie der Magotan im Format des Passat oder der Lavida, der sich am ehesten mit dem Jetta vergleichen lässt. Aber VW ist mit dieser Praxis nicht alleine: Aus Opel Insignia und Astra werden in China die optisch stark modifizierten Export-Modelle Buick Regal und Excelle. Und der Ford Fiesta bekommt für das Gepäck der chinesischen Kleinfamilie eigens ein Stufenheck.

Nicht nur für China haben die Hersteller eine teilweise eigenständige Modellpalette entwickelt. Auch in den USA gehen sie mit speziellen Modellen an den Start. Während das bei BMW, Mercedes und Audi zumeist nur für Motor- und Ausstattungsvarianten gilt, plant VW sogar gerade zwei eigene Baureihen: Ein New Compact Sedan im Format des Jetta soll Anfang 2011 und ein New Midsize Sedan als preiswerter Passat Ende des kommenden Jahres den Absatz in Amerika ankurbeln, sagt US-Chef Stefan Jacoby. Dafür wird sogar eigens ein neues Werk in Chattanooga gebaut. Außerdem bietet Volkswagen in Amerika als ebenso großen wie günstigen Van den Routan an, den man bei uns nur als Chrysler Voyager kennt.

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