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08.08.2014

09:39 Uhr

Moto Guzzi California 1400

Weißer Riese für die Reise

VonUlf Böhringer
Quelle:Spotpress

Es ist mehr als 40 Jahre her, dass Moto Guzzi seine California präsentierte. Seit gut einem Jahr ist nun die neue California 1400 auf dem Markt. Wir haben das 337-Kilo-Motorrad mal in kalifornische Kurven geschickt.

Gleichermaßen gut macht sich die weiße Cali beim Flanieren auf dem Pacific Highway durch Malibu.  Kevin Wing

Gleichermaßen gut macht sich die weiße Cali beim Flanieren auf dem Pacific Highway durch Malibu.

Es ist die Farbe Eldoradoweiß, die an der Moto Guzzi California 1400 spontan fasziniert: Inspiriert von der Farbgebung der Maschinen der California Highway Patrol, wirkt die mächtige Tourenversion mit ihrer schwarzen Linierung am Tank, der breiten, schwarz-weißen Sitzbank und den schicken Seitenkoffern mit dem dezenten Chrombügel unwiderstehlich.

Vor mir stehen 337 Kilogramm Motorrad, so recht gemacht, um sich die langen Geraden im südwestlichsten amerikanischen Bundesstaat einzuverleiben. Aber putzt die mächtige Guzzi mit ihrem ewig langen Radstand von 1,65 Metern auch enge, kurvenreiche Bergstraßen freudvoll weg? Wir steuern das Kurvenparadies Südkaliforniens an, die Santa Monica Mountains mit dem berühmten Mulholland Highway. Eine an die 40 Meilen (60 Kilometer) lange Kurvenorgie gilt es zu verdauen.

Die 30 Meilen westwärts vom Startpunkt Pasadena quer durch den verkehrsverseuchten Großraum Los Angeles, vorbei an den Hollywood Hills bis hinaus nach Woodland Hills flutschen ganz gut. Auf den vielspurigen Freeways 134 und 101 ist mit der Cali trotz ihrer Breite von 1,03 Metern stets ein Durchkommen; die meisten Autofahrer in L.A. goutieren das „Lane Splitting“ – so wird das Durchfahren zwischen der linken und der zweiten Spur von links hier genannt.

Auch wenn die Autos mitunter nur im Schritttempo vorwärts kommen, so können wir bis Woodland Hills einen Schnitt von fast 50 Meilen pro Stunde fahren, immerhin an die 80 km/h. Oft stehen zwischen 70 und 80 mph auf dem gut ablesbaren Digitaltacho in der Mitte des kreisrunden Zentralinstruments; für den Einsatz des Tempomaten sind Nervenanspannung und Konzentration zu hoch.

Die überwiegend holprige Fahrbahn mit teils deftigen Stößen verdaut das Guzzi-Fahrwerk mit seiner massiven 46 mm-Telegabel und den beiden hinteren Federbeinen mehr als zufriedenstellend. Zwar muss die Touring-Version auf  die Einstellmöglichkeit der Zugstufendämpfung an den Federbeinen verzichten, doch das scheint ihr nicht wirklich schlecht zu bekommen.

19.990 Euro verlangt der deutsche Guzzi-Händler, zweitausend mehr als die weit weniger komfortable und auch nur Solisten zu empfehlende Custom-Version, die 19 Kilogramm leichter ist.  Kevin Wing

19.990 Euro verlangt der deutsche Guzzi-Händler, zweitausend mehr als die weit weniger komfortable und auch nur Solisten zu empfehlende Custom-Version, die 19 Kilogramm leichter ist.

Wir verlassen den Highway 101 und steuern, quasi als Vorspeise, den Malibu Creek State Park an. Erst präsentiert sich der Mulholland Highway als zweispurige Überlandstraße mit gutem Belag. Der noch reichliche Verkehr lässt kein zügiges Motorradfahren zu. Dabei demonstriert der fette V2 sein prächtiges Durchzugsvermögen: Einmal den sechsten Gang eingelegt, lässt sich bis auf gelegentliche Ampelstarts alles im großen Gang absolvieren.

120 Nm Drehmoment bei nur 2.750 Touren machen’s möglich. Ab der Stoppstelle an der Las Vergines Road ändert sich alles: Kurvenreich windet sich die zweispurige Straße durch das grüne Tal des Malibu Creek. Die Cali zeigt hier ihr Talent, aber  noch nicht ihr ganzes Können: Zu gut überblickbar ist noch die Strecke, zu weit sind noch die Kurvenradien für nennenswerte Schräglagen. Aber wir wechseln vom Touring-Motormapping schon mal aufs direktere „Veloce“.

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