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16.09.2015

09:07 Uhr

Neuer Audi A4 im Fahrbericht

Auffällig unauffällig

VonPeter Maahn
Quelle:Spotpress

Bis zur kleinsten Schraube ist am Audi A4 alles neu. Die neunte Generation des wichtigsten Modells der noblen VW-Tochter soll die Erfolgsgeschichte fortschreiben und vor allem drei Rivalen in die Schranken weisen.

Die neunte Generation des wichtigsten Modells der noblen VW-Tochter soll die Erfolgsgeschichte fortschreiben.  Audi

Einer der beliebtesten Firmenwagen der Deutschen

Die neunte Generation des wichtigsten Modells der noblen VW-Tochter soll die Erfolgsgeschichte fortschreiben.

Der Name „Audi“ kommt bekanntlich aus dem Lateinischen und steht für „Horch“. Wer dieser Aufforderung im neuen A4 Folge leistet, tut sich schwer. Kaum etwas ist zu hören. Keine Windgeräusche dank verblüffend geringem Luftwiderstand (0,23 cw) und Schallschutz-Fenstern, dazu kein Dröhnen der Reifen, bei behutsamer Fahrt auch kaum Radau aus dem Motorraum. Stille im Auto, als wäre man allein auf weiter Flur. „Eines unser Ziele war, dass man sich im A4 wie in einem Oberklasse-Modell fühlt“, begründet Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg die aufwendige Detailarbeit.

Schon auf den ersten Kilometern der Premierentour im Neuling ist der Erfolg der Bemühungen erlebbar. Neben den fehlenden Geräuschen liegt das vor allem am Wohlfühlklima dank erlesener Materialien. Holz und Aluminium sind echt und kein optischer Fake aus Kunststoff. Dazu eine belederte Sitzgruppe, Bedienelemente wie die Tasten der Klimaanlage, die bereits bei sanfter Berührung reagieren oder die virtuelle Instrumententafel, die direkt hinter dem Lenkrad in hoher Auflösung alle Informationen wie die farbige Navigationskarte bietet.

Der Verzicht auf klassische, mechanische Instrumente ist zwar bereits aus dem TT und dem großen Q7 bekannt, fasziniert aber immer wieder. All das erfordert natürlich ein intensives Studium der langen Aufpreisliste, wird aber sicher reichlich von künftigen Kunden bestellt.

Über die Behutsamkeit der Designer wurde schon heftig gestritten, als die ersten Bilder des neuen A4 um die Welt gingen. Von fehlendem Mut zum Neuen war die Rede. Frank Lamberti, für das Erscheinungsbild zuständig, widerspricht. „Wir haben die wesentlichen typischen Merkmale beibehalten und trotzdem ein völlig neues Modell geschaffen“. Der bei Audi „Singleframe“ genannte Kühler, Erkennungsmerkmal aller Autos mit den vier Ringen, wurde deutlich breiter und einen Hauch niedriger, so dass der A4 etwas grimmiger als bisher daherkommt.

Was auch den neuen Scheinwerfer geschuldet ist, deren unterer Rand kühn gezackt ist und dessen LED-Lichtleiter zwei scharfe Winkel bilden. Obwohl man schon genauer hinschauen muss, wirkt das ganze Auto zudem dank zweier seitlicher Karosserielinien gestreckter, obwohl sich die Länge nur um 25 Millimeter auf jetzt 4,73 Metern erhöht hat.

Kurzcharakteristik:Audi A4
Warum? Weil man optische Beständigkeit liebt und mehr auf die inneren Werte schaut
Warum nicht? Weil man endlich einen A4 wollte, der einfach anders aussieht
Was sonst? Mercedes C-Klasse und BMW 3er. Oder vielleicht ein Jaguar XE?

Auf der ersten Tour durch das Kurvengeschlängel im Bergland nahe Venedig muss sich im Test-Audi der von deutschen Käufern sicher viel gewählte Zweiliter-Diesel mit 140 kW/190 PS bewähren. Schnell erweist er sich als ideal für ein Auto dieser Klasse, immer mit Reserven dank bulliger Durchzugskraft, immer zum Überholsprung bereit, aber auch stets in der Lage, mit gelassener Gangart komfortabel zu gleiten.

Der Normverbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometer war zwar nicht zu schaffen, doch der vom Bordcomputer ermittelte Wert von 6,5 Litern ist durchaus lobenswert. Die zeitweise Hatz auf den italienischen Autobahnen treibt den Durst nicht übermäßig nach oben, wobei die 10-Liter-Marke je nach Schwere des rechten Fußes natürlich überschritten werden kann.

Holz und Aluminium sind echt und kein optischer Fake aus Kunststoff. Audi

Wie man es unter dem Siegel Premium erwartet:

Holz und Aluminium sind echt und kein optischer Fake aus Kunststoff.

Egal, wie flott man sich im A4 bewegt, die Verheißung von Chefentwickler Hackenberg trifft immer zu. Ob Fahrwerk, Bremsen, die 7-Gang-Automatik, die Lenkung, die Leichtigkeit in schnellen oder engen Kurven oder der Fahrkomfort - dieser Audi hat sein Mittelklasse-Revier verlassen und wildert wirklich ein Stufe höher, kostet dann allerdings schon ohne die vielen Extras 40.400 Euro.

Wer immer noch nicht zufrieden ist, legt gut 10.000 Euro drauf und entscheidet sich für den Dreiliter-Sechszylinder, der dann schon 200 kW/272 PS leistet, mit einer serienmäßigen Achtgang-Automatik unterwegs ist und auch noch den Quattro-Allrad bietet. Dennoch steht nur ein Verbrauch von knapp fünf Litern im Datenblatt.

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