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21.07.2015

10:44 Uhr

Neuer Audi A4 kommt im Herbst

Fast schon ein kleiner A8

VonMichael Specht
Quelle:Spotpress

Mit dem nächsten A4 will Audi sich bald den Spitzenplatz im Segment sichern. Gewicht und Verbrauch sinken, Qualität und Komfort steigen. Auf Abnahmefahrt mit Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg im V orserienmodell.

Mit dem nächsten A4 will Audi sich ab Herbst den Spitzenplatz im Segment sichern.  Audi

Tritt gegen Mercedes C-Klasse, 3er-BMW und Jaguar XE an:

Mit dem nächsten A4 will Audi sich ab Herbst den Spitzenplatz im Segment sichern.

Dass Ulrich Hackenberg in der Branche bekannt ist für Perfektion im Detail, merkt man dem neuen A4 schon von außen an. Kein anderer Fahrzeughersteller leistet sich eine seitliche Sicke, die exakt in die Fuge der Haube überläuft und so eine durchgehende Linie bildet. „Dies so präzise hinzubekommen, war ein technische Herausforderung“, sagt Audis Entwicklungschef. Der neue A4, intern B9 genannt, steht kurz vor dem Serienanlauf und soll im Herbst in den Handel kommen. Die Preise beginnen bei knapp unter 31.000 Euro.

Derzeit ist Hackenberg mit seinem Entwicklungsteam auf sogenannter Abnahmefahrt unterwegs. Gewählt haben die Tester die kurvigen Gebirgsstraßen im südlichen Schwarzwald. Hier sollen letzte Fehler aufgedeckt, letzte Feinheiten geglättet werden. Sind noch irgendwo Störgeräusche zu hören, rasten alle Schalter ein wie gewünscht, fühlt sich alles perfekt an?

Den Ingenieuren entgeht nichts. Hackenberg prüft sogar, mit welchem Widerstand sich der Verschluss des Spiegels an der Sonnenblende zur Seite schieben lässt. Ginge er zu schwer oder zu leicht, wäre dies nicht Audi-like. Der Mann ist Pedant. Alles muss eine hohe Präzision ausstrahlen. „Erst das Gesamtpaket macht ein gutes Auto aus“, sagt Audis erster Ingenieur.

Kurzcharakteristik Audi A4

Warum?

Weil Audi zeigt, wie künftig Premium in der Mittelklasse definiert wird.

Warum nicht?

Weil es emotionalere Limousinen gibt.

Was sonst?

Mercedes C-Klasse, 3er-BMW, Jaguar XE, Lexus IS 300h.

Wann?

Im Herbst 2015 kommt er auf den Markt.

Was kommt noch?

A5 als Coupé, Sportback und Cabrio, A4 Avant als Allroad, S4 und RS4 mit neuem V6-Benziner.

Das Ziel der Ingolstädter für den neuen A4 lautete ganz klar: Wir wollen den Spitzenplatz im Segment. Das heißt, leiser, leichter, sparsamer, komfortabler, moderner und vernetzter sein als die Konkurrenz, zu der vor allem die Mercedes C-Klasse und der 3er BMW gehören. Und jüngst auch der Jaguar XE mit seiner Vollaluminium-Karosserie, angeblich die leichteste Limousine in der Klasse.

Hackenberg schmunzelt. „Wir sind leichter.“ Und nimmt auf dem Beifahrersitz eines A4 3.0 TDI Platz. „Bitte, Sie dürfen fahren!“ Schon nach wenigen Kilometern wird klar, wie sehr sich der A4 im Vergleich zum Vorgänger gewandelt hat. Er lenkt präziser, reagiert direkter, fährt souveräner, bleibt in Kurven neutraler, rollt leiser ab und federt sensibler.

Auch das Innengeräusch sank beträchtlich. Man könnte fast denken, in einem kleinen A8 zu sitzen. Nicht nur, weil das Interieur mit den edlen Oberflächen nahezu dessen Qualität aufweist, sondern auch, weil der Gesamtkomfort ein Niveau erreicht, das einen immer wieder staunen lässt. Selbst, wenn es mal über nicht topfebenen Asphalt geht, der A4 bleibt geschmeidig und ruhig. Mittelklasse ist dies jedenfalls nicht mehr.

Subjektiv sind daran natürlich auch der 272 PS starke Dreiliter-V6-Diesel und das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe beteiligt, eine Kombination, die den A4 fast zur Sportlimousine macht. Die interessanteste Neuheit beim Thema Antrieb dürfte jedoch der Zweiliter-Benziner mit dem bei einem Turbomotor erstmals eingesetzten Miller-Cycle-Brennverfahren sein.

Hier wird das Gemisch so geschickt gesteuert, dass der 190 PS starke Vierzylinder zum weltweit sparsamsten Benziner seiner Leistungsklasse wurde. „Wir kommen auf einen Normverbrauch von 4,8 Liter und einen CO2-Ausstoß von nur 109 g/km“, sagt Thomas Heiduk, Leiter Antriebsentwicklung.

Nicht einmal der kleine 1,5-Liter-Dreizylinder im Dreier-BMW kann hier mithalten, ebenso wenig die Turbobenziner in der Mercedes C-Klasse. Zum geringen Verbrauch des A4 steuern, neben dem intern „Triple-Eight“ genannten Aggregat (EA888), auch andere Komponenten ihren Anteil bei.

Auf der Pole Position fahren wollen die Ingolstädter auch bei Infotainment und Konnektivität. Der A4 kann optional mit dem virtuellen und umstellbaren Cockpit (bislang TT und Q7) bestellt werden.  Audi

Auf der Pole Position fahren wollen die Ingolstädter auch bei Infotainment und Konnektivität.

Der A4 kann optional mit dem virtuellen und umstellbaren Cockpit (bislang TT und Q7) bestellt werden.

Dazu zählen Leichtbau, Aerodynamik, Reifen und alle Reibungsverluste im Antrieb. Wie tiefgreifend die Audi-Ingenieure hier im Detail optimiert haben, zeigt eine interne Messung aus Tempo 130. Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, rollt der neue Audi A4 fast einen halben Kilometer weiter als sein Vorgänger.

Kommentare (1)

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Herr Peter Mette

21.07.2015, 12:35 Uhr

Warum soll ich dann 20T€ mehr für einen A6 ausgeben? Das kommt, wenn der Laden von Ingenieuren a la Piech gesteuert wird.

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