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11.08.2011

10:20 Uhr

Neuer Kia Rio

Diesel-Tigernase entthront Spritsparkönig Polo

Quelle:dpa

Kleinwagen mit Drei-Liter-Verbrauch waren mal ein Aushängeschild des VW-Konzerns. Doch selbst beim Spritsparen setzt die umtriebige koreanische Konkurrenz aus dem Hyundai-Konzern zum Überholversuch an.

Dieser Kleinwagen hat es in sich: Der neue Kia Rio lässt die Konkurrenz aufhorchen. dpa

Dieser Kleinwagen hat es in sich: Der neue Kia Rio lässt die Konkurrenz aufhorchen.

BerlinKleine sind groß im Kommen. Toyota bereitet den Start des neuen Yaris vor, Peugeot bringt den 208 und BMW den elektrischen i3. Die Koreaner schicken dagegen im Herbst den neuen Rio zum Kampfpreis ins Rennen. Obwohl etwas größer und deutlich besser ausgestattet als bislang, wird der Fünftürer deutlich günstiger. Um rund 20 Prozent hat Kia den Preis gesenkt und bietet den Kompaktwagen ab 9.990 Euro an. Trotzdem gehören nun unter anderem sechs Airbags und ESP zur Serienausstattung. Nur gegen Aufpreis gibt es allerdings vornehme Extras wie das beheizte Lenkrad, die Navigation mit Rückfahrkamera oder eine Klimaanlage mit automatischer Luftwäsche.

Neuer Diesel entthront aktuellen Spritsparkönig

In Fahrt bringen den Gegner von VW Polo, Opel Corsa und Co. zunächst vier Motoren. Es gibt zwei Benziner mit 1,2 und 1,4 Litern Hubraum und 85 oder 109 PS sowie zwei Diesel. Der größere hat 1,4 Liter Hubraum und leistet 90 PS, der kleinere schöpft aus 1,1 Liter Hubraum 75 PS. Dieser neue Dreizylinder ist der ganze Stolz der Ingenieure. Denn mit der für alle Motoren lieferbaren Start-Stopp-Automatik, Leichtlaufreifen und ein paar anderen Kunstgriffen sinkt der Verbrauch auf 3,2 Liter. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 85 g/km und ist damit sogar einen Tick besser als beim Polo Blue Motion, den Volkswagen als sparsamstes Modell im Segment anpreist.

Meistverkaufter Motor dürfte allerdings der große Benziner werden. Er leistet 109 PS und gibt sich auf dem Prüfstand mit ebenfalls respektablen 5,3 Litern zufrieden (CO2-Ausstoß: 126 g/km). Allerdings darf man von dem Vierzylinder nicht zu viel erwarten: Er kommt zwar auf maximal 137 Newtonmeter, lässt sich beim Anfahren aber gerne etwas bitten. Erst wenn man ihn durch den beherzten Griff zum gut geführten Sechs-Gang-Getriebe ein wenig auf Touren bringt, geht es etwas flotter voran. Doch bis Tempo 100 braucht er trotzdem 11,5 Sekunden und für seine Höchstgeschwindigkeit von 183 km/h wahrscheinlich Gefälle oder Rückenwind.

In der Stadt sympathisch, auf dem Land synthetisch

Das Fahrwerk des Rio ist komfortabel und gutmütig. Es schluckt hohe Bodenwellen und tiefe Schlaglöcher und lässt sich selbst von engen Kurven nicht aus der Ruhe bringen. Allerdings braucht es für die eilige Landpartie viel Zutrauen in die Technik, weil die Lenkung eine präzise Rückmeldung schuldig bleibt. Was man auf dem Land als synthetisches Lenkgefühl bemängelt, wird man aber in der Stadt genießen. Dort wirkt der Rio handlich, agil und so wendig, dass einem vor der Parkplatzsuche nicht bange wird.

Der Rio sieht gut aus: Seine Silhouette wirkt schlank und sportlich. dpa

Der Rio sieht gut aus: Seine Silhouette wirkt schlank und sportlich.

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