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12.06.2018

13:05 Uhr

BMW X7: So sieht der SUV-Prototyp aus BMW

BMW X7

Der Koloss ist 5,10 Metern lang, der Radstand beträgt rund drei Meter.

Neuer SUV

Erste Bilder des Prototypen – so sieht der BMW X7 aus

VonBenjamin Bessinger
Quelle:Spotpress

Kein deutscher Autobauer fächert seine SUV-Palette so breit wie BMW. Bald kommt mit dem X7 ein neues Flaggschiff dazu.

Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus in Spartanburg. Und das kann man wörtlich nehmen. Denn vor den Toren des BMW-Werks in South Carolina steht ein Koloss von einem Auto, in dessen Schlagschatten sich die gesamte Entwicklungsmannschaft mühelos vor der Mittagshitze verstecken kann. Noch trägt das Fahrzeug das Tarnkleid eines Prototypen. Bald soll der X7 zur festen Größe werden, die X-Familie nach oben abrunden und von Spartanburg aus die SUV-Welt erobern.

Mit dem Kaventsmann von 5,10 Metern Länge und runden drei Metern Radstand ist BMW spät dran. Zwar hat unter den deutschen Herstellern keiner so eine weit aufgefächerte Palette mit Geländewagen, doch ausgerechnet im prestige- und umsatzträchtigstem Segment mussten die Bayern bislang passen und das Geschäft dem Mercedes GLS und dem Audi Q7 überlassen.

„Ja, wir sind nicht die ersten“, räumt Sebastian Sauerbrei aus der Entwicklung ein. „Aber dafür kommen wir jetzt mit einem Auto, das wir mit Fug und Recht als echten BMW bezeichnen können und das keine Kompromisse macht.“

Prototypenfahrt: BMW X7 - Dickschiff und Dampfhammer BMW

Prototypenfahrt

Der BMW X7 ist noch im Tarnkleid unterwegs.

Spagat zwischen Sport und Komfort

Auf der einen Seite sollte sich selbst dieser Koloss halbwegs sportlich bewegen lassen und der schwerfälligen Konkurrenz zumindest auf einer kurvigen Straße davon fahren. Zum anderen aber sollte der X7 mit Blick auf die Vielfahrer im Hauptmarkt USA auch zum extrem komfortablen und entspannten Langstreckenauto werden.

„Die Sieben im Namen ist für uns auch eine Verpflichtung“, sagt Sauerbrei und beschreibt den X7 als eine Art Luxuslimousine auf Stelzen – zumindest im Geiste eng verwandt mit dem BMW-Topmodell.

Während die Designer die Brücke zum Siebener mit einem noblen Ambiente schlagen, betont Fahrwerksexperte Sauerbrei den Spagat zwischen Kurvenfeger und Kilometerfresser mit ein paar technischen Kniffen: die Hinterradlenkung lässt den Wagen handlicher und agiler wirken und verhindert bei schnellen Spurwechseln auf der Autobahn, dass den Hinterbänklern schlecht wird.

Die aktive Wankstabilisierung hält den Aufbau im Lot und die erstmals an beiden Achsen montierte adaptive Luftfederung ist mal wolkenweich und mal beinhart – je nachdem, wie es der Kunde gerne hätte. Zugleich bietet sie in fünf Niveaus acht Zentimetern Verstellweg und kann so den Wagen im Gelände aufbocken.

Die größte Niere, die es je an einem BMW der Neuzeit gegeben hat BMW

Die Front des BMW X7

Den X7 ziert die größte Niere, die es je an einem BMW der Neuzeit gegeben hat

„Damit kommen wir abseits der Straße weiter als mit jedem anderen X-Modell“, sagt Sauerbrei stolz. Die Sieben steht aber nicht nur für Prestige und Komfort wie in der Luxuslimousine, sondern ganz trivial auch für die Zahl der Sitzplätze.

SUV mit sieben Sitzplätzen

Schließlich wird der X7 das erste BMW-SUV mit dritter Reihe, die ihren Namen auch verdient. Nach einem etwas mühsamen Zustieg wird hier überraschend viel Platz geboten. In der Mitte kann man zwischen zwei Einzelsitzen oder einer durchgehenden Bank wählen. Egal wie man sich entscheidet, bekommt man immer eine voll elektrische Verstellung, wahlweise am Sitz oder an einen Bedienfeld.

Bei den Motoren bedient sich der X7 aus den aktuellen Oberklasse-Baukästen von BMW und setzt deshalb ausschließlich auf Sechs- und Achtzylinder. Genau spezifizieren will BMW die Motoren noch nicht, doch dürfte es bei den Benzinern bis deutlich über 450 und bei den Dieseln an die 400 PS gehen.

Die aktive Wankstabilisierung hält den Aufbau im Lot und die erstmals an beiden Achsen montierte, adaptive Luftfederung ist mal wolkenweich und mal beinhart  BMW

Stabil auf der Straße

Die aktive Wankstabilisierung hält den Aufbau im Lot und die erstmals an beiden Achsen montiert.

Und wenn man mit einem der stärkeren Prototypen unterwegs ist, hat man an deren Potenzial keine Zweifel mehr. Ja, der X7 wiegt 2,3 Tonnen und ist alles andere als handlich. Doch mit einem im Sportmodus vernehmlichen Knurren stürmt der Koloss auf dem Highway davon wie ein Elefant in Eile. 220 km/h Spitze jedenfalls sollten kein Problem sein, für die starken Varianten wahrscheinlich auch 250 Km/h nicht.

Trotzdem klaffen in der Motorpalette noch ein paar Lücken: Ein Plug-in-Hybrid wäre gut für das Gewissen und die Restriktionen in den USA oder China. Und der V12 wäre eine Chance, sich deutlich von Audi und Mercedes abzuheben. Zwar haben die Bayern schon eine Power-Version in Aussicht gestellt, dem Zwölfzylinder aber eine kategorische Absage erteilt: Der bleibt dem technisch völlig eigenständigen Luxus-Onkel Rolls-Royce Cullinan vorbehalten, lautet die Begründung.

Zwar sind die Entwickler so langsam auf der Zielgerade und man kann zumindest in Gedanken schon mal die ersten Vergleiche mit Q7 und GLS anstellen. Doch so ganz ist die Geduldsprobe noch nicht vorbei: Denn in den Handel kommt der X7 erst Anfang nächsten Jahres. Die Preisliste wird dann bei geschätzten 80.000 Euro beginnen.

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