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08.11.2015

10:10 Uhr

Nissan 300 ZX Twin-Turbo

Als Fernost-Flundern Ferrari angriffen

Quelle:dpa

Dass ein Land, in dem man höchstens 120 km/h fahren darf und meist im Stau steht, tatsächlich schnelle Autos bauen kann, erscheint in den 80er Jahren noch vielen komisch. Anfang der 90er Jahre ändert sich das.

Doch der Nissan 300 ZX musste sich bei seiner Premiere in Punkto Fahrleistungen nicht hinter der Konkurrenz verstecken. PR

Rot ist ja eigentlich die klassische Farbe für italienische Sportwagen ...

Doch der Nissan 300 ZX musste sich bei seiner Premiere in Punkto Fahrleistungen nicht hinter der Konkurrenz verstecken.

Sie bauen zuverlässige Kleinwagen, überschwemmen den Markt mit Mittelklasse-Limousinen und sind bei den ersten, die sich auf die SUV-Welle schwingen: An Massenware herrscht bei den japanischen Herstellern zu Beginn der 90er-Jahre kein Mangel. Nur Lust und Leidenschaft mag den Asiaten damals keiner so recht zutrauen. Sportwagen, so die einhellige Meinung, haben aus Europa und dort am besten aus Italien zu kommen oder vielleicht noch aus Amerika. Dass ein Land, in dem man höchstens 120 km/h fahren darf und ohnehin meiste Zeit im Stau steht, tatsächlich schnelle Autos bauen kann, das will die PS-Basis kaum glauben.

Zumindest nicht, bis sich der Ferne Osten plötzlich aufmacht, es Ferrari & Co zu zeigen und die Überholspur zu erobern. Neben dem Toyota Supra, dem Honda NSX oder dem Mitsubishi 3000 GT ist es vor allem der Nissan 300 ZX Twin-Turbo, der die Schnellfahrer bei seinem Deutschland-Debüt vor 25 Jahren aufhorchen lässt.

Das Aufhorchen kann man durchaus wörtlich nehmen. Denn wenn man den 300 ZX anlässt, bricht ein Getöse los, wie man es den sonst so zurückhaltenden Japanern gar nicht zugetraut hätte. Mal laut brüllend, mal gierig kreischend, dreht der nagelneue V6-Motor auf und presst mit Hilfe der beiden Turbos 208 kW/283 PS und bis zu 375 Nm aus drei Litern Hubraum.

Heute schafft das jede bessere Mittelklasse-Limousine. Aber zu Zeiten, in denen ein Porsche 911 auf 184 kW/250 PS kommt und einer Corvette 169 kW/230 PS reichen müssen, ist das eine lautstarke Kampfansage. Erst recht, wenn der starke Motor mit einem neuartigen Fahrwerk kombiniert wird, bei dem zugunsten der Stabilität die Hinterräder minimal mitlenken.

So ist der 1,7 Tonnen leichte Hecktriebler nicht nur auf der Geraden schnell, sprintet in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und muss bei 250 Sachen elektronisch eingebremst werden. Auch in Kurven lässt er sich von Porsche & Co nicht abhängen.

Blick in den Innenraum PR

Nissan 300 ZX mit Targadach

Blick in den Innenraum

Damit kann Nissan selbst die notorischen Nörgler aus Deutschland überzeugen und der Fachzeitschrift „Sport-Auto” fast so etwas wie ein Lob abringen: „Der einzige gravierende Fehler des neuen Nissan 300 ZX Twin-Turbo ist seine Geburtsurkunde. Darin steht eben Tokio, Japan, und nicht Zuffenhausen, Deutschland.”

Und es ist nicht allein die aufwendige Technik, mit der Nissan punktet: Zum kräftigen Motor und dem ambitionierten Fahrwerk gibt es ein rassiges Design, das auch noch Platz für praktische Details lässt. Statt wie Porsche & Co ein Coupé und ein Cabrio zu entwickeln, haben die Japaner kurzerhand zwei herausnehmbare Kunststoffplatten ins Dach konstruiert und es mit diesem Targa-Konzept allen Kunden gleichermaßen recht gemacht.

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