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13.12.2013

10:45 Uhr

Nissan Juke im Test

Das Anti-Seniorenmobil

VonHolger Holzer
Quelle:Spotpress

Der Nissan Juke zählt zu den Vorreitern des Mini-SUV-Trends. Diese Gattung wird besonders gerne von älteren Autofahrern bewegt. Doch der Juke geht dabei ganz andere Wege als die später gekommenen Konkurrenten.

Test: Nissan Juke - Das Anti-Seniorenmobil Nissan

Kompakte SUVs sind bei Senioren sehr beliebt. Der Nissan Juke zielt aber bewusst auf eine andere Zielgruppe, obwohl er dieser Gattung angehört.

Mini-SUV sind – auch wenn das sportliche „S“ im Kürzel etwas anderes suggeriert – vor allem etwas für ältere Autofahrer. Diese schätzen ganz besonders den bequemen Einstieg und den guten Blick auf die Straße, die aus der hohen Sitzposition resultieren, sowie die handlichen Abmessungen. Nissan sucht mit dem Juke allerdings konsequent eine ganz andere Zielgruppe.

Zwar bietet das japanische Mini-SUV durchaus die typischen rückenfreundlich montierten Vordersitze. Und auch an der Sicht nach vorn ist nichts auszusetzen. Doch für empfindliche Rücken und steife Gelenke ist der Juke ungefähr so geeignet wie „Yolo“ und „Babo“ für die Konversation an Omas sonntäglicher Kaffeetafel. Denn der Nissan gibt zwischen durchaus seniorenkompatiblen Hochsitz-Kleinwagen wie Opel Mokka und Peugeot 2008 den jugendlichen Anarcho.

Das beginnt schon mit dem überspitzten Styling. Vor allem die reptilienhaft oben auf der Motorhaube angebrachten Tagfahrlichter dürften bei der Generation Käfer wohl für noch mehr Irritationen sorgen als beim Bundesdurchschnittsverbraucher. Und auch der massige Karosseriekörper auf relativ kurzem Radstand und das betont sportliche Heck haben das Potenzial, zu polarisieren. Das Design ist bewusst und konsequent modisch.

Der massige Karosseriekörper auf relativ kurzem Radstand und das betont sportliche Heck haben das Potenzial, zu polarisieren Nissan

Der massige Karosseriekörper auf relativ kurzem Radstand und das betont sportliche Heck haben das Potenzial, zu polarisieren.

Der Juke ist so gesehen die extraenge Hipster-Jeans unter den Autos: Trendig, aber häufig belächelt und schlecht für die Bewegungsfreiheit. Platz gibt es im Juke nämlich nur für Fahrer und Beifahrer, die Passagiere im Fond müssen unter dem abfallenden Dach die Hälse einziehen. Und der Kofferraum ist geradezu winzig. Selbst die meisten Kleinstwagen bieten mehr Platz. Und noch einen Nachteil hat der scharfe Karosserie-Zuschnitt: Beim Rückwärtsrangieren sieht man ohne die optionale Kamera fürs Heck so gut wie nichts.

Wenigstens mit einem speziellen Kleinwagen kann der Nissan beim Kofferraumvolumen aber dann doch mithalten: mit dem Mini, beziehungsweise der SUV-Variante Countryman. Und letztlich soll der Lifestyle-Flitzer auch viel eher als Mokka und Co. der Maßstab für den modischen Crossover sein. Das ist vor allem am knackigen Fahrwerk zu merken. In Anbetracht seiner Höhe und optischen Wucht flitzt der Juke nämlich durchaus agil über Stadt- und Landstraßen.

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