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10.09.2014

11:57 Uhr

Nissan Pulsar

Mutig in die neue Mitte

VonMichael Kirchberger
Quelle:Spotpress

Nissan meldet sich in der Kompaktklasse zurück. Dem früh verschiedenen Tiida folgt der Pulsar, der nicht nur mit Platz überzeugen will. Was der Golf-Gegner aus Japan kann - und was nicht.

Nissan meldet sich in der Kompaktklasse zurück.  Nissan

Mit dem Qashqai hat Nissan vorgemacht, dass es deutschen Herstellern sogar auf dem Heimatmarkt gefährlich werden kann. Der Pulsar soll nun in der Golf-Klasse angreifen.

Kaum ein Segment des Automarktes ist so heiß umkämpft wie die Kompaktklasse. Ob Golf, Focus, Astra oder Octavia, ein stetes Gerangel um Platzierungen und Preisgestaltung ist zu beobachten. Dass die Kompaktwagen meist aus Europas Mitte und von deutschen Herstellern (oder wenigsten deren Ableger) stammen, war nicht immer so. Aus dem einst starken Süden kommt heute kaum mehr ein akzeptabler Kompakter über die Alpen, aus Fernost tritt mittlerweile nur eine versprengte Schar der in Zeiten eines Mitsubishi Colt oder Toyota Corolla durchaus erfolgreichen Japan-Marken an.

Nissan legt das Schwimmzeug bereit um erneut eine Runde im Haifischbecken zu drehen. Pulsar heißt der 4,39 Meter lange, grundsätzlich fünftürige Wagen, der die Lücke im Modellprogramm schließt, nachdem die ebenso formal missratene wie im Absatz unbedeutende Baureihe Tiida 2011 bei uns vom Markt verschwunden ist. Er steht ab 10. Oktober steht zu Preisen ab 15.990 Euro beim Händler.

Fahrbericht: Nissan Pulsar - Mutig in die neue Mitte  Nissan

Auch im Profil haben sich die Nissan-Designer getraut, ein markiges Äußeres zu wählen. Kantige Linienführung, sportlich aufbereitet.

Der Pulsar gibt sich klar als Nissan-Spross zu erkennen, wie bereits X-Trail und Qashqai hat er den markentypischen Kühlergrill mit einer Chromspange in V-Form bekommen, besonders gut stehen ihm die aufpreispflichtigen LED-Scheinwerfer, die in der Spitzenausstattung zur Serie gehören und sonst etwa 600 Euro extra kosten werden. Über die Motorhaube verlaufen kräftige Charakterlinien, die Flanken tragen üppige Schweller und betonte Radhäuser. Der Pulsar ist erheblich markanter geraten als sein ausdrucksarmer Vorgänger.

Auffällig ist vor allem der lange Radstand. 2,7 Meter liegen zwischen den Achsen, kein anderer Kompakter streckt sich hier mehr, sagt Nissan. 385 bis 1.395 Liter Kofferraumvolumen sind die Folge, doch bietet der Pulsar nicht nur ein überdurchschnittliches Platzangebot für Gepäck, auch die Passagiere reisen eine Klasse höher. Für den Knieraum im Fond oder Schulterfreiheit beansprucht der Hersteller, zu den Besten im Segment zu gehören.

Pulsar heißt der 4,39 Meter lange, grundsätzlich fünftürige Wagen, der die Lücke im Modellprogramm schließt Nissan

Mit dem 4,39 Meter langen, grundsätzlich fünftürigen Wagen, schließen die Japaner eine Lücke im Modellprogramm.

Und in der Tat ist das Raumgefühl auf allen Sitzen beeindruckend. Das gilt auch für den Sitzkomfort, besonders vorne garantieren lange Beinauflagen ermüdungsfreies Reisen. Die Polsterung ist eher weich, die Bezüge machen einen nicht besonders atmungsaktiven Eindruck.

Die Bedienung des neuen kompakten Nissan ist meist einfach. Die Menüführungen erklären sich selbst, die Funktionen von Navigation und Audio-Anlage lassen sich nahezu vollständig direkt und ohne Umwege anwählen. Die Schalter und Hebel fassen sich angenehm an und rasten alle zielgenau und unmissverständlich ein. Allein der Blinkerhebel meint es zu gut mit der straffen Führung. Die Komfortblink-Funktion ist zwar vorhanden, aber aufgrund der strammen Mechanik kaum nutzbar.

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