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26.11.2013

11:21 Uhr

Nissans Kleinster als Gebrauchter

Gute Note für den Note

Quelle:dpa

Der Nissan Note hat ein eigenwilliges Design. Bei der technischen Qualität kann man aber nicht meckern. Der ADAC bescheinigt dem Minivan eine hohe Zuverlässigkeit.

Bei Nissans kleinem Van spricht der ADAC von einem "sehr zuverlässigen Modell". dpa

Bei Nissans kleinem Van spricht der ADAC von einem "sehr zuverlässigen Modell".

BerlinDie Formulierungen von Marketing-Experten klingen manchmal recht abenteuerlich: Das eigenständige Design des Nissan Note sei in erster Linie dem wie eine Sprungschanze am Heck aufsteigenden Dach zu verdanken. So beschreibt der Hersteller das Äußere des Minivans. Ob diese Beschreibung zutrifft oder nicht, muss der Wahrnehmung des Betrachters überlassen bleiben.

Der Vorstellung, wie ein Auto in technischer Hinsicht zu sein hat, kommt der Note dagegen belegbar nahe. Mit Verweis auf seine Pannenstatistik erklärt der ADAC: Der Note ist "ein sehr zuverlässiges Modell" und zeigt "beispielhaft die Qualitätsoffensive bei Nissan".

Vergleichsweise selten taucht der Japaner in der Datensammlung des Münchner Automobilclubs auf: Bei Exemplaren, die zwischen 2006 und 2008 gebaut wurden, habe es Störungen im Motormanagement gegeben. Zudem wurden Defekte an Abblendlicht (2006) und Anlassern von Dieseln (2008) registriert, so der ADAC. Sehr häufig waren laut dem Club entladene Batterien die Pannenursache.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Tone - so hieß der Note noch als die Studie, die Nissan 2004 auf dem Pariser Autosalon vorstellte. Im Folgejahr präsentierte der Hersteller das Serienmodell auf der IAA in Frankfurt. 2007 und 2009 gab es Modellpflegen für das Auto, dass sich mit dem Nissan Micra und Cube eine Plattform teilt.

Neben den optischen Retuschen an Stoßfängern und Scheinwerfern bekam der Note zuletzt eine bessere Sicherheitsausstattung, unter anderem mit aktiven Kopfstützen vorn sowie Kopfairbags vorn und hinten. Dank einer längs verschiebbaren Rückbank bietet der Note viel Kniefreiheit für Mitfahrer im Fond.

Seit dem letzten Facelift werden die sparsamsten Motoren mit der Bezeichnung Pure Drive versehen. Derzeit genügsamstes Aggregat ist der 1.5 l dCi mit 66 kW/90 PS, der laut Nissan im Schnitt 4,2 Liter benötigt (CO2-Ausstoß: 110 g/km).

Die gesamte Motorenpalette deckt bei den Selbstzündern je nach Baujahr und Ausführung ein Leistungsspektrum von 50 kW/68 PS bis 76 kW/193 PS ab.

Die Benzinmotoren leisten zwischen 65 kW/88 PS und 81 kW/110 PS. Als Gebrauchter kostet der Van derzeit laut der Schwacke-Liste mindestens rund 5.700 Euro. Dafür sollte ein Note 1.4 visia von 2006 mit dem schwächsten Benziner und einer Laufleistung von gut 74.000 Kilometern zu bekommen sein.

Mit etwa 9.750 Euro wird der Note 1.5 dci tecna von 2008 mit 63 kW/86 PS gehandelt (Kilometerstand: 65.500). Rund 12.700 Euro fallen für einen vergleichsweise neuen Benziner, den Note 1.6 tecna mit 81 kW/110 PS von 2010, an. Schwacke hat für diesen Wagen eine Durchschnittslaufleistung von 24.400 Kilometern ermittelt.

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