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21.11.2014

12:36 Uhr

Opel Adam Rocks im Test

Ein Kleiner zeigt Muskeln

Quelle:Spotpress

Es muss nicht immer zu „Ach-wie-süß“-Ausrufen kommen, wenn ein Kleinstwagen wie zum Beispiel der Opel Adam vorfährt. Auch aus einer rundlichen Grundform lassen sich ein paar Muskeln für einen cooleren Auftritt zaubern.

Rocks heißt der Neue in der Opel-Adam-Familie.  Opel

Rocks heißt der Neue in der Opel-Adam-Familie.

Rocks heißt der Neue in der Opel-Adam-Familie. Der jüngste Spross, der seit Ende September in den Showräumen steht, zeigt ordentlich Blech-Muskeln und verfügt über ein elektrisches Faltdach. Wir baten den nicht ganz so schnuckelig-süßen Kleinen mit dem neuen 85 kW/115 PS starken 1,0-Dreizylinder-Turbo zum Alltagstest.

Das neue Familienmitglied setzt mit SUV-ähnlichen Anbauteilen, einem angedeuteten Unterbodenfahrschutz sowie robusten Seitenschwellern auf Off-Road-Zutaten und will damit muskulöser und männlicher wirken, also ein wenig weg vom „ach-so-wie süß-Image“ der anderen Adam-Varianten. Das Opel-Kalkül scheint aufzugehen. Auch Männer drehten sich nach dem Test-Fahrzeug um und selbst die hauseigenen Mannsbilder- bekennende Kleinst- und Kleinwagenverweigerer – fanden, dass das Raubein Rocks gut aussieht. Und nicht nur das: Mann traute sich sogar mit ihm auf Einkaufstouren zu fahren.

Der positive Eindruck wird natürlich durch das vergleichsweise gute Raumangebot für Fahrer und Beifahrer gestärkt. Selbst Langbeinige können getrost hinter dem Volant Platz nehmen: Dank einer sehr flexiblen Sitzverstellung, einer guten Polsterung sowie einem Lenkrad, das sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe verstellbar ist, finden selbst sie eine bequeme und fahraktive Sitzposition. Allerdings schrumpft die Beinfreiheit für hintere Passagiere so auf venenfeindliche sowie thrombosefreundliche Enge. Je nach Länge der Fahrerbeine verschwindet er auch gänzlich.

Das neue Familienmitglied setzt mit SUV-ähnlichen Anbauteilen, einem angedeuteten Unterbodenfahrschutz sowie robusten Seitenschwellern auf Off-Road-Zutaten und will damit muskulöser wirken. Opel

Das neue Familienmitglied setzt mit SUV-ähnlichen Anbauteilen, einem angedeuteten Unterbodenfahrschutz sowie robusten Seitenschwellern auf Off-Road-Zutaten und will damit muskulöser wirken.

Offiziell ist auch der dreitürige, 3,75 Meter kurze Rocks ein Viersitzer. Praktisch dürften sich im Fond nur im Notfall Menschen niederlassen, bereits der Einstieg nach hinten gestaltet sich nicht einfach. Ganz Klassentypisch nutzt man ihn am besten als Erweiterung des Gepäckteils. Dies fasst in Normalstellung wie beim Adam nur magere 170 Liter, klappt man die hinteren Rückenlehnen um, kommt man immerhin auf 663 Liter, kann so getrost zum Supermarkt fahren und mehr als nur ein paar Kleinigkeiten einladen. Wer schwere Gegenstände in den Kofferraum hieven möchte, sollte schon über eine gut trainierte Armmuskulatur verfügen. Die Ladekante ist sehr hoch.

Als einziger in seiner Familie wird der Rocks mit einem elektrischen Faltdach ausgeliefert. Das dreilagige Stoffdach fährt auf Knopfdruck in nur fünf Sekunden bis kurz vor die C-Säule zurück und ermöglicht so Frischluft und Sonnenstrahlen zu genießen. Anfang November mit Regen und Nebel ist dieses Vergnügen natürlich etwas eingeschränkt. Immerhin: Das Dach widersteht auch heftigen Regenfällen, alles bleibt trocken. Und auch die Geräuschdämmung der Stofflagen funktioniert gut.

Man sollte aber für weitere 300 Euro das Infotainmentsystem IntelliLink ordern. Opel

Man sollte für 300 Euro das Infotainmentsystem IntelliLink ordern.

Genießen konnte man indes den neuen Dreizylinder. Der Turbo leistet 85 kW/115 PS und gibt sich dank Ausgleichswelle nicht nur laufruhig, sondern hält sich auch akustisch angenehm zurück. Nur wenn man ganz genau hinhört, vernimmt man die typischen Nähmaschinengeräusche. 170 Nm verhelfen dem Winzling zu ordentlicher Durchzugskraft, auf der Autobahn erreicht man problemlos die Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h. Aber eigentlich ist sein Revier nicht die Langstrecke.

Obwohl die Opel-Ingenieure beim Rocks die Fahrwerksabstimmung dahin gehend modifiziert haben, dass das Fahrzeug kleinere Straßenunebenheiten besser wegbügelt als die anderen Adam-Brüder, ist er aufgrund seines kurzen Radstands immer noch keine bequeme Reiselimousine. Querrillen oder Schlaglöcher findet er nicht nur, er gibt sie auch brav an die Gesäßmuskeln der Insassen weiter.

Offiziell ist auch der dreitürige, 3,75 Meter kurze Rocks ein Viersitzer.  Opel

Offiziell ist auch der dreitürige, 3,75 Meter kurze Rocks ein Viersitzer.

Sein Revier ist daher die Kurz- und Mittelstrecke. Kurven nimmt er präzise und das Rauf- und Runterschalten des Sechsgang-Getriebes macht Laune. Halbwegs gut gelaunt verlässt man auch die Tankstelle. Durchschnittlich flossen 6,5 Liter durch die Benzinleitungen, knapp 1,5 Liter mehr als der Normwert vorgibt.

Wer sich für den Rocks erwärmt, muss in Verbindung mit dem 51 kW/70 PS starken Benziner mindestens 15.990 Euro investieren. Unser Testfahrzeug kostet ab 18.790 Euro. An Bord sind unter anderem Klimaanlage, CD-Radio, Tempomat, 17-Zoll-Felgen, Lederlenkrad und natürlich das Faltdach. Und natürlich kann der Rocks-Interessent seine finanziellen Muskeln noch intensiver zeigen. Lederausstattung mit beheizbarem Sitzen und Lenkrad (850 Euro), LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten (300 Euro), Klimaautomatik (300 Euro), Alu-Sportpedale (100 Euro) und und und.

 Der Turbo leistet 85 kW/115 PS und gibt sich dank Ausgleichswelle nicht nur laufruhig, sondern hält sich auch akustisch angenehm zurück Opel

Der Turbo leistet 85 kW/115 PS und gibt sich dank Ausgleichswelle nicht nur laufruhig, sondern hält sich auch akustisch angenehm zurück

Und nein, Allrad gibt es nicht. Steine oder Felsen - wie die Fahrzeugbezeichnung suggerieren könnte – kann man mit dem Rocks nicht bewältigen. Man sollte aber für weitere 300 Euro das Infotainmentsystem IntelliLink ordern. Auf dem dazu gehörigen 7-Zoll-Display lässt sich unter anderem mithilfe einer Navigationsapplikation fürs Smartphone der rechte Weg leichter finden und Felsen rechtzeitig umfahren.

Technische Daten
Dreitüriger, viersitziger Kleinstwagen; Länge: 3,75 Meter, Breite: 1,72 Meter (1,97 Meter mit ausgeklappten Außenspiegeln), Höhe: 1,49 Meter, Radstand: 2,31 Meter, Kofferraumvolumen: 170 bis 663 Liter. Motor: 1,0-Liter, Dreizylinder, 85 kW/115 PS, maximales Drehmoment: 170 Nm bei 1.800 bis 4.500 U/min, Vmax: 196 km/h, Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 9,9 Sek., Durchschnittsverbrauch: 5,1 l/100 km, CO2-Ausstoß: 119 g/km Effizienzklasse: C, Abgasnorm: Euro 6, Testverbrauch: 6,5 Liter; Preis: ab 18.790 Euro.

Kurzcharakteristik
Alternative zu: Mini Cabrio, Fiat 500 C, die Drillinge Citroen C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo sowie der neue Twingo mit Faltdach
Sieht gut aus: auch bei Regen und geschlossenem Dach
Passt zu: Frauen UND Männern

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