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20.03.2012

15:39 Uhr

Panamera Hybrid

Im Porsche segeln bis Tempo 165

Quelle:MID

Der Panamera S Hybrid soll der sparsamste Porsche aller Zeiten sein. Beim Start enttäuscht der 106.000-Euro-Wagen nicht Eingeweihte. Denn nach dem Dreh am Zündschlüssel hört man ... - nichts.

Der Porsche Panamera S Hybrid ist zwar ausgesprochen komfortabel, zeigt in Kurven aber auch gerne seine sportlichen Gene. PR

Der Porsche Panamera S Hybrid ist zwar ausgesprochen komfortabel, zeigt in Kurven aber auch gerne seine sportlichen Gene.

DüsseldorfSportwagen stehen gerne im Focus der Umweltschützer. Schließlich gelten ihre hohen Verbräuche unter Ökologen als völlig unzeitgemäß, so dass auch bei solch leistungsstarken Fahrzeugen der grüne Aspekt auch immer mehr an Bedeutung gewinnt. Porsche hat sich der Herausforderung gestellt und mit seinem Panamera S Hybrid einen ersten Beitrag geleistet und mit diesem Fahrzeug den sparsamsten Porsche aller Zeiten gebaut. Was der Hybrid in Sachen Verbrauch bietet, und ob er zudem noch ein echter Sportwagen ist, zeigt unser Praxistest.

Da steht er vor uns, der Panamera für das grüne Herz. Nichts unterscheidet die umweltfreundliche Sportlimousine äußerlich von ihren normalen Brüdern. Lediglich der Hybrid-Schriftzug am Heck des fast fünf Meter langen Gefährts gibt Aufschluss über dessen technischen Inhalt. Statt wie üblich mit einem Motor wartet der Hybrid mit zwei Antriebsquellen auf. Neben dem 3-Liter-V6-Triebwerk mit Kompressor und 245 kW/333 PS Leistung verfügt der Panamera auch noch über einen zusätzlichen Elektromotor mit 34 kW/47 PS Leistung.

Nach dem Dreh am Zündschlüssel hört man.... nichts. Nach einem erneuten Startversuch ist wieder keinerlei Motorgeräusch zu vernehmen. Nach einem Moment der inneren Einkehr, was hier wohl falsch läuft, kommt die Erleuchtung: Es gibt nichts zu hören. Denn der V6-Motor ist noch nicht angesprungen, während das Elektrotriebwerk lautlos bereit steht und auf Befehle wartet. Also gut, wir legen den ersten Gang der Achtgang-Automatik ein und rollen geräuschlos an. Ein wirklich komisches Gefühl mit einem Porsche ohne jegliche Motorengeräusche den Fahrbetrieb aufzunehmen.

Sinnvoll ist es vor dem Anfahren noch die E-Drive-Taste zu drücken. Dann kann der Panamera S Hybrid rein elektrisch bis zu 85 km/h schnell werden und je nach Systemtemperatur und Ladezustand der Nickel-Metallhybrid-Batterie bis zu zwei Kilometer weit kommen, ohne die Hilfe des V6-Motors in Anspruch zu nehmen und ohne einen einzigen Tropfen Benzin zu verbrauchen.

Die umweltfreundliche Technik unter der Motorhaube zeigt der Porsche Panamera S äußerlich nur durch seinen Schriftzug am Heck. PR

Die umweltfreundliche Technik unter der Motorhaube zeigt der Porsche Panamera S äußerlich nur durch seinen Schriftzug am Heck.

Sobald etwas mehr Power als im ruhigen Stadtbetrieb gefordert wird, schaltet sich der Sechszylinder-Benziner des heckgetriebenen Panamera dazu. Und eigentlich ist das der Normalfall. Denn wer will schon auf Schleichfahrt gehen, wenn in der Summe beider Motoren die Kraft von 380 PS zur Verfügung stehen. Und wird dann die volle Beschleunigung des viersitzigen Porsches abverlangt, arbeiten auch V6- und Elektromotor zusammen. Daraus resultiert ein maximales Drehmoment von 580 Newtonmeter, das für einen eindrucksvollen Schub schon aus niedrigsten Drehzahlen sorgt.

Auto-Antriebe

Verbrennungsmotor

Billiges Öl in den USA und der Beginn der Massenmotorisierung durch Ford haben dem „Verbrenner“ zum Durchbruch verholfen. In verschiedenen Varianten treibt er heute beinahe alles an, was fährt. Ob Ottomotor oder Dieselmotor, beide Aggregate werden vor allem mit fossilen Brennstoffen, also Produkten aus Erdöl betrieben. Doch die Technik lässt je nach Modifikation auch anderen Treibstoff zu, etwa Alkohol, Biodiesel, Gase oder gar Frittenfett. So kann der Verbrenner auch ein alternativer Antrieb sein.

Autogas und Erdgas

Der Antrieb mit Autogas funktioniert nach einer technischen Umrüstung in fast allen Benzinmotoren. Die kostet je nach Modell einige tausend Euro. Der günstigere Preis für das Gas spart zwar Geld, die Investition rechnet sich meist aber nur für Vielfahrer. Autogas (LPG) ist allerdings nicht an allen Tankstellen zu haben, zudem schmälert der Zusatztank meist den Platz im Kofferraum. Ist der Gastank leer, fährt der Motor mit Benzin weiter.

Eine andere Möglichkeit ist Erdgas, das ebenfalls in einem herkömmlichen Ottomotor verbrannt wird. Autos mit Erdgas-Antrieb finden sich häufiger in größeren Flotten oder auch in Bussen. Auch hier ist das Tankstellennetz noch nicht flächendeckend. Ein redaktionelles Special zu diesem Thema finden Sie hier.

Hybrid

Autos mit Hybrid-Antrieb haben beides an Bord: einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Dabei gibt es mehrere Varianten wie sogenannte „milde“, „volle“ und Plug-in-Hybriden. In der „milden“ Variante wird die Batterie etwa mit der Bremsenergie aufgeladen und greift dem Verbrennungsmotor unter die Arme. Ein Vollhybrid kann auch rein elektrisch fahren, die Batterie wird während der Fahrt mit dem Benziner geladen, auch wird Energie beim Bremsen erzeugt. Der Plug-in-Hybrid schließlich kann an der Steckdose geladen werden, was seine Reichweite beim elektrischen Fahrbetrieb verlängert. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Elektromotor

Reine Elektroautos sind zurzeit noch echte Raritäten auf den Straßen der Welt, obwohl sie in den Anfangsjahren des Automobils schon einmal breiter vertreten waren als Verbrennungsmotoren. Sie werden von Batterien gespeist und kommen ganz ohne fossile Energieträger aus - wenn man davon absieht, dass der Strom oft aus Kohle, Gas oder Atomkraft gewonnen wird. Viele Hersteller forschen derzeit an E-Autos und verfolgen dabei etliche verschiedene Ansätze. So werden etwa herkömmliche Fahrzeuge umgebaut oder ganz neue Konzepte speziell für den Stromantrieb entwickelt.

Dabei hat der Antrieb eine lange Geschichte und ist alles andere als eine neue Idee. Bereits in der Frühzeit der Automobilgeschichte gab es „Stromer“, bei kleinen Lieferwagen erhielt sich der Antrieb. Billiges Öl und wachsender Bedienkomfort verhalfen dem Verbrenner aber zum Durchbruch. Nun erlebt die E-Technik eine Wiedergeburt. Das größte Problem dabei ist die Speichertechnik, sprich die Batterien. Mehr zum Thema Hybrid und Elektro-Auto lesen Sie hier.

Brennstoffzelle

Für Ingenieure ist sie die Krönung des Antriebs - lautlos, leistungsstark und aus dem Auspuff strömt nur Wasserdampf. Die Brennstoffzelle treibt bereits U-Boote an, auch Versuchsautos gibt es längst. Dennoch ist Technik noch lange nicht für den Massenmarkt bereit. Ungeklärt ist etwa die Frage, wie der Wasserstoff energieeffizient und umweltschonend gewonnen werden kann. Auch technisch gibt es noch viel zu klären, vom Ausbau des nötigen Tankstellennetzes einmal ganz zu schweigen. Trotzdem halten viele Experten die Brennstoffzelle für den Königsweg und das batteriegetriebene E-Auto für nicht viel mehr als einen Zwischenschritt in der Entwicklung der Mobilität der Zukunft.

Dies ist die andere Seite des Panamera Hybrid, wenn er an die sportlichen Ambitionen des Fahrers appelliert. In 6,0 Sekunden ist der fast zwei Tonnen schwere und fast fünf Meter lange Porsche auf Tempo 100 km/h und ermöglicht ein Spitzentempo von 270 km/h. Und trotz dieser Karosseriemasse lässt er sich ausgesprochen zielgenau und agil auch auf kurvigen Strecken bewegen. Dies liegt aber nun mal in den Genen eines jeden Porsche und da ändert auch der zusätzlich installierte Hybridantrieb nichts dran.

Die Nickel-Metallhybrid-Batterie des Porsche Panamera S Hybrid liegt im Kofferraum und wird von einem seperaten Verdampfer bei richtiger Temperatur gehalten. PR

Die Nickel-Metallhybrid-Batterie des Porsche Panamera S Hybrid liegt im Kofferraum und wird von einem seperaten Verdampfer bei richtiger Temperatur gehalten.

Kommentare (1)

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AntiGravEinheit

09.02.2013, 22:15 Uhr

85km/h und 2 Kilometer?
Das reicht ja nicht mal zum Brötchen holen.
Ein Feigenblatt von Porsche, mehr nicht. Genau wie die sog. Hybrid-Technik bei BMW. Audi reißt auch nichts (kassiert nur die Forschungssubventionen ab), Mercedes läßt bei Tesla umbauen, VW wartet auch nur ab.
Wo sind die deutschen Premium-Hersteller mit ihren echten Elektro-Fahrzeugen? Gerne auch Hybrid, aber wenn, dann nur so, daß man damit auch vernünftig elektrisch fahren kann. Opel macht's vor. Der Rest ist Fehlanzeige. Traurig, nein, peinlich für den Hochtechnologie-Standort Deutschland.

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