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10.11.2014

10:07 Uhr

Peugeot 206 und 207

Kleine Gebrauchte mit größeren Schwächen

Quelle:dpa

Sie haben ihre Liebhaber, aber leider auch Macken. Die Peugeot-Modelle 206 und 207 fallen oft negativ im TÜV-Report auf. Doch nicht alles spricht gegen die Anschaffung – wenn denn die Mängel bekannt sind.

Kann ein Schnäppchen sein, wenn man die Macken beherzigt: Der Peugeot 207. dpa

Kann ein Schnäppchen sein, wenn man die Macken beherzigt: Der Peugeot 207.

BerlinDen Status des beinahe legendären Vorgängers 205 haben die Peugeot-Modelle 206 und 207 nie erreicht. Zwar fanden auch diese kleinen Franzosen ihre Freunde. Womöglich verloren sie aber auch wieder einige, denn die Kleinwagen gelten nicht gerade als die zuverlässigsten Autos.

Laut dem „TÜV Report 2014“ weisen die Modelle 206 und 207 eigentlich an fast allen Bauteilen häufiger Mängel bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) auf als der Durchschnitt. Ältere 206 haben demnach häufig Probleme mit der Achsaufhängung, den Dämpfern und den Federn. Beim 207 macht das Fahrwerk ab der zweiten HU öfter Schwierigkeiten. Auch die Beleuchtung ist oft mangelhaft, so wie die Bremsscheiben, die offenbar schnell verschleißen. Ölverlust und schlechte Abgaswerte sind laut dem „TÜV Report“ bei allen Baujahren problematisch. Immerhin: Abgesehen von der Auspuffanlage rosten die Modelle 206 und 207 kaum.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Die Pannenhelfer des ADAC haben immerhin vom Peugeot 207 einen etwas besseren Eindruck. Zumindest sei die Pannenhäufigkeit seit 2010 deutlich zurückgegangen. Bei den Baujahren 2006 und 2007 machten das Motormanagement, defekte Lichtmaschinen und die Temperaturanzeige für das Kühlmittel oft Probleme. Auch das ESP gab gelegentlich Fehlermeldungen aus.

Für den 207 gab es drei Rückrufaktionen: Im September 2007 wurden Lichtmaschinen bei den Benzinern mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum getauscht, die zwischen April 2006 und Mai 2007 gebaut wurden. Das Cabrio CC war im Oktober 2007 von einem Rückruf betroffen, und im März 2009 wurden Modelle aus dem Juni 2008 in die Werkstätten beordert, weil die Beleuchtung ausfallen konnte.

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