Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.02.2016

11:59 Uhr

Peugeot 308 GTI im Handelsblatt-Test

Die Lolita aus Sochaux

„Non, je ne regrette rien“ summen wir, als wir den französischen GTI verabschieden. Wir wollten ihn ganz vernünftig und erwachsen testen. Und dann hat er uns einfach mitgerissen. In ein jugendliches Abenteuer.

Der zweifarbig lackierte Peugeot 308 GTI gibt der Vorderachse und dem Breitreifen ordentlich was zu tun: 272 Pferdestärken sind eine Ansage. Florian Hückelheim

Ein französischer GTI-Jäger, der die Blicke auf sich zieht

Der zweifarbig lackierte Peugeot 308 GTI gibt der Vorderachse und dem Breitreifen ordentlich was zu tun: 272 Pferdestärken sind eine Ansage.

DüsseldorfSo ein kleines Luder! Im Radio läuft „Moi … Lolita“ von Alizee. Nicht meine Art von Musik, aber es ist ein Rhythmus, bei dem ich heute einfach mal mit muss. Denn ich fahre 308 GTi. Eine Verbrauchsfahrt hatte ich mir vorgenommen, die reine Vernunft, ohne Sportmodus, auf der rechten Spur einfach mitschwimmen. Doch der Motor ist kaum warm, da ist schon wieder Schluss mit Erwachsensein. Man muss einfach rauf aufs Gaspedal, und schwungvoll rein in die nächste Kurve. „Just for fun“, wie der Franzose sagt.

Wie soll man da Sprit sparen, wenn der Motor zwischen 4.000 und 6.000 Touren so viel Temperament zeigt? Könnt Ihr bitte mal die linke Spur freimachen? Ich will Euch eben noch die dicken Auspuffrohre des knackigen Hecks zeigen.

Die Endrohre sind nur zwei von etlichen Gründen, warum der zwangsbeatmete Turbo-Franzose (ab 34.950 Euro) seine Passagiere, oder zumindest den Piloten oft zum Grinsen bringt: 272 Gründe (PS) steuert der 1,6-Liter-Vierzylinder bei, 11 (Millimeter tiefer) liefert das Sportfahrwerk, das den Golf GTI-Jäger in Kombination mit Schwellern und Schürzen gefährlich tief und breit aussehen lässt. Sacre bleu, der wirkt schon geparkt schneller als etliche Kompakt-Konkurrenten.

Aber, liebe Franzosen, dieser Sound of Silence? Da geht doch wohl noch was! Optisch einen auf Krawall machen und klanglich nicht nachlegen können? Das kennen wir vom Herausforderer Golf GTI, der selbst als Performance-Variante 40 Pferdchen weniger antraben lässt, deutlich sinnlicher. So ein drehzahlhungriges Auto muss doch hören, innen wie außen. Da ist der 308 zu vernünftig, ein klarer Fall für den Zubehörhandel.

Böse Zungen könnten behaupten, von dort käme auch die Zweifarblackierung. Doch die ist Teil der ab Werk zu habenden Sonderausstattung: 1800 Euro für das Farbpaket „Coupe Franche“ – Mon dieu! Ob einem die Kampfbemalung das Geld wert ist, muss am Ende das eigene Portemonnaie beantworten.

Bei unseren Testfahrern kam die Optik jedenfalls so gut an, dass manche Betrachter Mund und Nase bis zum Anschlag aufsperrten. Selbst die Polizei schaute dem Flitzer hinterher, und der Verdacht liegt nah, dass es dabei nicht darum ging, dem GTi nicht eingetragene Zubehörteile nachzuweisen.

Die Instrumente sind modern designt und ungewöhnlich: Der Drehzahlmesserzeiger schwenkt von rechts nach links. Power, Boost und Torque steht im Fokus. Florian Hückelheim

Blick auf die milieubeleuchteten Cockpit-Displays

Die Instrumente sind modern designt und ungewöhnlich: Der Drehzahlmesserzeiger schwenkt von rechts nach links. Power, Boost und Torque steht im Fokus.

Ihren Teil zur handfesten Vollproll-Optik tragen auch die wunderbaren 19-Zoll-Felgen („Carbone“) des kauernden GTi bei, deren Felgenkranz aber gefährlich vorwitzig über die 235er Millimeter breiten Pneus hinausguckt. Bordsteinräubern, sanfter Randsteinkontakt beim Einparken? Lieber nicht, das wird richtig teuer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×