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28.07.2014

09:59 Uhr

Peugeot 4008 im Test

Durchschnitt hinter schicker Fassade

Quelle:Spotpress

Alle wollen SUVs. Auch Peugeot. Die Franzosen haben daher reichlich Make-up in die Hand genommen und mangels eigener Angebote den Mitsubishi ASX zum 4008 umgeschminkt. Das Ergebnis überzeugt nur äußerlich.

Selbstbewusste 32.090 Euro ruft Peugeot für den 4008 auf.  Peugeot

Selbstbewusste 32.090 Euro ruft Peugeot für den 4008 auf.

Ein gut sitzender Anzug, ein cooler Haarschnitt und ein paar glänzende Schuhe. So schnell wird aus Otto Normalverbraucher Benedikt Besserverdiener. So ähnlich hat es auch Peugeot beim 4008 gemacht: Der bei Mitsubishi eingekaufte ASX erhielt ein schick geschneidertes Blechkleid, einen eindrucksvollen Kühlergrill, alu-schimmernde 18-Zoll-Felgen und den typischen Löwen für die Motorhaube. Und fertig war das neue Marken-Flaggschiff. Doch wer hinter die Fassade blickt, erkennt schnell das Normalo-Mobil.

Selbstbewusste 32.090 Euro ruft Peugeot für den 4008 auf. Das Kompakt-SUV ist damit in Sachen Einstiegspreis die aktuell teuerste Modellreihe der Franzosen. Auch im Vergleich mit VW Tiguan, Ford Kuga oder Nissan Qashqai liegt der 4008 einsam an der Spitze. Vom Teilespender ASX trennen ihn sogar stolze 13.100 Euro.

Das ist letztlich fairer als es zunächst klingt, denn der Peugeot bietet einiges fürs Geld. Allradantrieb ist serienmäßig, die übrige Ausstattung mit Klimaautomatik, Xenonlicht, Parksensoren vorne wie hinten und einem schlüssellosen Startsystem kann sich sehen lassen. Und nicht zuletzt sparen die Franzosen sich die günstigen, aber hierzulande eh nicht besonders beliebten Benzinmotoren und bieten ihre SUV-Variante ausschließlich mit den grundsätzlich teureren Dieseln an.

Trotzdem geht die Rechnung für den Kunden nicht auf. Und das liegt nicht zuletzt am Grundfahrzeug, dem von Mitsubishi zugekauften ASX. Der Japaner ist in seiner Klasse allenfalls Mittelmaß – und lässt sich selbst mit Leder und Klavierlack nicht einfach zum Quasi-Premiummobil umschminken.

Das beginnt schon bei der Inneneinrichtung, wo trotz allen Peugeot-Liftings immer noch harte Kunststoffe dominieren und endet nicht am Fahrwerk, dem ein bisschen Feinschliff gut getan hätte. Unebenheiten schlagen nur wenig gefiltert durch und lange Wellen schwingen spürbar nach.

Allradantrieb ist serienmäßig, die übrige Ausstattung mit Klimaautomatik, Xenonlicht, Parksensoren vorne wie hinten und einem schlüssellosen Startsystem kann sich sehen lassen.  Peugeot

Allradantrieb ist serienmäßig, die übrige Ausstattung mit Klimaautomatik, Xenonlicht, Parksensoren vorne wie hinten und einem schlüssellosen Startsystem kann sich sehen lassen.

Die gefühllose Lenkung sorgt in Kombination mit dem steifbeinigen Abrollverhalten für einen schwerfälligen Fahreindruck, der auch vom etwas behäbigen 1,6-Liter-Einstiegsdiesel mit 84 kW/115 PS unterstrichen wird.

Dabei macht das Triebwerk seine Sache ansonsten ganz ordentlich, verlangt zwar wegen seines schwachen Durchzugs und des spürbaren Turbolochs nach fleißiger Schaltarbeit in der alternativlos angebotenen manuellen Sechsgangbox, ist aber für anspruchslose Alltagsaufgaben durchaus ausreichend bei Kräften und zudem einigermaßen sparsam.

Der Normverbrauch von fünf Litern ist zwar nicht zu erreichen, rund sechs bis sieben Liter sind für einen Allrader dieser Größe aber zufriedenstellend.

Zufriedenstellend – aber auch nicht mehr - sind auch die alltagspraktischen Eigenschaften.  Peugeot

Zufriedenstellend – aber auch nicht mehr - sind auch die alltagspraktischen Eigenschaften.

Zufriedenstellend – aber auch nicht mehr - sind auch die alltagspraktischen Eigenschaften. So ist das Platzangebot vorne gut und hinten in Ordnung. Allerdings sind die Fondtüren recht schmal geschnitten, was den Einstieg erschwert. Der Gepäckraum ist groß und gut bestückbar, die Ladekante in einer noch komfortablen Höhe. Insgesamt verzichtet der 4008 aber auf erhöhte Variabilität – eine verschiebbare Rückbank etwa ist nicht zu bekommen.

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