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08.08.2013

08:24 Uhr

Peugeot RCZ im Handelsblatt-Autotest

Französischer Beau voller Überraschungen

VonFrank G. Heide

Mit diesem coolen Kompakt-Coupé wildert der französische Hersteller im TT-Revier. Vor allem der 163-PS-Diesel ist kräftig und sparsam zugleich. Aber tut der RCZ nur wie ein Sportler, oder kann er es auch?

Im Handelsblatt-Test zeigt sich der Peugeot RCZ sparsam und flink, vor allem Liebhaber komplett durchdesignter Sportcoupés dürften sich von der neuen Formgebung angesprochen fühlen. Sebastian Schaal

Im Handelsblatt-Test zeigt sich der Peugeot RCZ sparsam und flink, vor allem Liebhaber komplett durchdesignter Sportcoupés dürften sich von der neuen Formgebung angesprochen fühlen.

DüsseldorfVom Sportwagen träumen, das tun viele Autofahrer. Wird aus dem Traum Wirklichkeit, zahlt man dafür einen hohen Preis. Wenig Platz, Sitz ohne Komfort. Gas, Bremse und Kupplung knüppelhart, und der Spritverbrauch enorm. Wer sich das ersparen will, denkt über Kompromisse nach. Wie etwa ein hübsches Sportcoupé, das vor allem optisch reizt. So wie der Peugeot RCZ.

Das ausnehmend schön gestaltete Coupé bietet Sportlichkeit à la française, hohen Alltagsnutzen, und als 163-PS-Diesel auch überraschend vernünftige Verbrauchswerte. Dabei kommen der Spaß und das Fahrvergnügen aber teilweise ein bisschen kurz, das belegt der flache Franzmann im zweiwöchigen Handelsblatt Autotest.

Als der RCZ 2010 auf den Markt kam, sah er für viele aus wie eine Kopie des Audi TT, sein entsprechender Spitzname „TT-Jäger“ war schnell geboren. Nach dem aktuellen Facelift hat der 2+2-Sitzer sich von derlei Kritik aber weitgehend emanzipiert.

Das früher weit aufgerissene Haifischmaul an der Front haben die Designer entschärft, es lächelt nun sogar freundlich. Neues LED-Tagfahrlicht kam hinzu, Peugeot hat den RCZ außerdem in der Serienausstattung aufgewertet, Licht- und Regensensor beispielsweise sind nun immer mit an Bord. Und: es blieb, im Stil der legendären Dodge Viper, beim schönen Double-Bubble-Dach, dessen beide sanften Rundungen bis in die Heckscheibe hineinlaufen. Die Hügel-Kuppe tut aber der ganzen Kompaktkarosse gut, weil sie gestreckt und fließend erscheint.

Wichtige Fragen und Antworten zum Testwagen

Alltagstauglich?

Ja, mit ganz kleinen Einschränkungen. Dass im Heck eines Sportcoupé keine Rekord-Zuladungszahlen zu erwarten sind, weiß man.

Das schönste Detail?

Das so genannte Double-Bubble-Dach mit den beiden sanften Rundungen, die sich bis in die Heckscheibe runterziehen.

Enttäuschend?

Das Fahrwerk ist nicht wirklich sportlich, sondern einfach nur zu hart. Es rumpelt oft und laut.

Ist er's wert?

Ja, wenn man viel Wert auf Design legt. Form geht hier oft vor Funktion.

Sound?

Der RCZ kann sein nagelndes Diesel-Herz nicht verbergen.

Wie grün ist das Auto?

Bei der Energieeffizienzklasseeinstufung reicht es nur für ein C, das ist nicht wirklich grün. Wir kamen im Test aber stets nah an die Normangaben, das ist mehr, als viele andere bieten.

Vorbildlich?

Die Leistungsentfaltung des Zweiliter-Diesel mit 163 PS. Im mittleren Drehzahlbereich.

Was sagt der Nachbar?

„Chic. Ist der neu?“

Wer guckt?

Nicht nur Fahrer des älteren RCZ, die ein bisschen neidisch auf die gelungene Design-Weiterentwicklung sind. An der Ampel gönnen viele Betrachter dem Coupé bewundernde Blicke.

Wie fährt er sich?

Wie ein gelungener Kompromiss aus sparsam und spurtstark. Das Drehmoment steht im Vordergrund. Das Fahrwerk macht auf Kurzstrecke Spaß und zeigt sich in Kurven meist unbeeindruckt.

Wo gehört er hin?

In die Stadt, und auf die Landstraße. Für Langstrecke und Autobahn gibt es bessere Alternativen.

Ein ausnehmend schönes Auto also, ein echter Beau, das ist der nur 1,36 Meter flache Testwagen. Offenbar auch für viele Betrachter von außen, so lehrt mich schnell die Erfahrung an roten Ampeln. Der Wagen, der seit Februar in seiner neuen Form auf dem deutschen Markt unterwegs ist, zieht anerkennende Blicke auf sich. Möglicherweise liegt es an dem ungewöhnlichen Blau-Ton, der die typisch hervorgehobenen – in diesem Fall Alu-farbigen – Dachholme wunderbar zur Geltung bringt.

Innen präsentiert sich der Franzose kaum weniger chic, Materialien und Verarbeitung lassen für diese Preisklasse (ab 30.650 Euro) keine Wünsche offen. Zumal der RCZ in der Anschaffung ausstattungsbereinigt rund 16 Prozent preiswerter ist als deutsche Wettbewerbsmodelle.

Praktisch aus dem Stand heraus wurde der Peugeot RCZ seit seinem Erscheinen 2010 zum beliebtesten Importmodell seiner Klasse in Deutschland. 2013 bekam er ein neues Design, wobei vor allem die Front verändert wurde. Sebastian Schaal

Praktisch aus dem Stand heraus wurde der Peugeot RCZ seit seinem Erscheinen 2010 zum beliebtesten Importmodell seiner Klasse in Deutschland. 2013 bekam er ein neues Design, wobei vor allem die Front verändert wurde.

Es gibt reichlich Leder und Alu, ein sehr griffiges, unten abgeflachtes Sportlenkrad, Bordcomputer, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Abblendlicht-Automatik, Tempomat, und Einparkhilfe serienmäßig. Andererseits hatte der Testwagen Sitze ohne Heizung oder Kühlung, sie waren auch nicht elektrisch sondern nur manuell zu verstellen.

Kommentare (7)

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Sarina

08.08.2013, 10:43 Uhr

Fahrzeuge, die nach nur kurzer Zeit wieder ein Facelift benötigen, kommen für mich niemals in Frage. Marken wie BMW, Mercedes, Audi oder Porsche - auch VW (Golf) - wissen das, und verschonen ihre Kunden von Design-Verschlimmbesserungen, die auch den Wiederverkaufswert enorm drücken!

Account gelöscht!

08.08.2013, 11:12 Uhr

@ Sarina

Dem stimme ich zu -

Ebenso auch die Asiaten, die im Halbjahresrhythmus vollkommen neue Designs präsentieren.

Unstete Modelle - austauschbar, verwechselbar, gesichtslos und damit auch schnell langweilig.

tDcI

08.08.2013, 11:34 Uhr

Was für ein Quatsch....
Alle wie viele Jahre kommt zurzeit ein neuer Golf raus?
Bei manchen Hersteller heißt es halt "Facelift" bei anderen bekommt das "geliftete" Auto eine neue Modellnummer.

Die Facelift-Strategie lässt sich bei allen Maken wiederfinden! Da brauchen Sie die deutschen "Premium-Hersteller" nicht außen vor lassen!

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