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28.12.2013

10:38 Uhr

Porsche Cayenne als Gebrauchter

Er kam, sah und siegte

Quelle:dpa

Das Jahr 2003 war für Porsche ein besonderes: Damals hängte der Cayenne den 911 bei den Verkaufszahlen ab und avancierte zum erfolgreichsten Modell des Herstellers, das er bis heute geblieben ist.

Porsche Cayenne GTS mit 298 kW/405 PS starkem V8-Motor: Das SUV gibt TÜV und ADAC kaum Anlass zu Kritik. gms

Porsche Cayenne GTS mit 298 kW/405 PS starkem V8-Motor: Das SUV gibt TÜV und ADAC kaum Anlass zu Kritik.

BerlinDer Porsche Cayenne war im Jahr 2002 auf den Markt gekommen und durchaus beargwöhnt worden. Kann ein Sportwagenhersteller gute Geländewagen bauen? Das fragten sich die Kritiker. Dass Porsche dazu in der Lage ist, belegt die Statistik: Bei der Hauptuntersuchung (HU) schneidet der Cayenne gut ab, und dem ADAC werden kaum Mängel gemeldet.

Der Automobilclub macht es knapp mit seinem Urteil: «Zuverlässig» heißt es in München schlicht. Außer einigen Batterieproblemen bei älteren Fahrzeugen und Marderbissen an den Kühlschläuchen gebe es nicht viel zu bemängeln. Und bei der HU kommen vor allem fünf Jahre alte Exemplare gut weg.

Nach drei Jahren liegen Probleme mit der Lenkung allerdings leicht über der Mängelquote. Das gleiche Bild ergibt sich bei der Beleuchtung, die ebenfalls erst nach fünf Jahren im Vergleich zur Konkurrenz besser abschneidet. Ein dickes Lob gibt es für die Bremsanlage.

Porsche Cayenne S Diesel im Autotest: Der Porsche unter den Sparern

Porsche Cayenne S Diesel im Autotest

Der Porsche unter den Sparern

Der Cayenne ist für Porsche-Traditionalisten ein Frevel: Groß, schwer, hoch und großteils Diesel-betrieben. Doch zwei typisch schwäbische Eigenschaften machen das teure Luxus-SUV sympathisch – und erfolgreich.

Mitte 2002, als der Cayenne in den Handel kam, begann der Siegeszug des SUVs mit VW-Genen. Technisch viel gemein hat der Porsche mit dem VW Touareg. Karosserieteile beider Modelle werden im VW-Werk im slowakischen Bratislava gefertigt, für die Endmontage des Porsche werden sie nach Leipzig verfrachtet. Mit der Modellpflege 2007 überarbeitete Porsche die Optik und stellte die Motoren auf Direkteinspritzung um. 2009 kamen Diesel ins Programm.

Für einen Porsche typisch treiben den Cayenne ausschließlich leistungsstarke Aggregate an. Die Untergrenze markiert der 2009 eingeführte Sechszylinder-Diesel mit 176 kW/240 PS. Der bislang stärkste Selbstzünder kommt auf 281 kW/382 PS. Die Benziner geben je nach Baujahr und Ausführung 184 kW/250 PS bis 405 kW/550 PS ab. Verbaut sind ausschließlich V6- oder V8-Motoren. Seit 2010 hat Porsche auch eine Hybrid-Version im Programm, die auf eine Systemleistung von 245 kW/333 PS kommt.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Wer nach dem Hybriden als Gebrauchtwagen sucht, sollte mit Preisen ab knapp 50.000 Euro rechnen. Die Schwacke-Liste nennt für einen Cayenne S Hybrid Tiptronic S von 2010 einen Richtpreis von 49.850 Euro bei einer angenommen Laufleistung von 51.200 Kilometern.

Wer einen frühen Ölbrenner sucht, kann im Falle des Cayenne Diesel Tiptronic S von 2009 ab etwa 32.650 Euro fündig werden (82.400 Kilometer).

Wer einen neueren, topmotorisierten Benziner haben möchte, muss fast das Dreifache hinblättern: Den Cayenne Turbo Tiptronic S mit 397 kW/540 PS von 2012 führt Schwacke mit 103.850 Euro (25.600 Kilometer). Das S-Modell mit 405 kW/550 PS aus dem gleichen Baujahr kostet pro Extra-PS noch einmal fast 1.000 Euro mehr.

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