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16.05.2013

08:21 Uhr

Porsche Cayman S im Handelsblatt-Test

Wer braucht jetzt noch den 911er?

VonFrank G. Heide

Porsche-Traditionalisten werden aufbegehren, aber die in der Überschrift gestellte Frage hat ihre volle Berechtigung. Zwei Wochen im neuen Cayman S machen aus alten Hecktrieb-Fans neue Mittelmotor-Enthusiasten.

Am Kurvenausgang hart am Gas und dabei unschlagbar sicher, so fühlen sich die beliebtesten Fahrmanöver im Cayman S an. Sebastian Schaal

Am Kurvenausgang hart am Gas und dabei unschlagbar sicher, so fühlen sich die beliebtesten Fahrmanöver im Cayman S an.

DüsseldorfSieben-Gang-Automatik, oder klassische Sechs-Gang-Handschaltung? Das war gleich zu Beginn die schwierigste Frage, die der Porsche-Mann überhaupt nur stellen konnte, der die begehrten Testwagen aus Zuffenhausen verteilt. Was passt besser zum neuen Cayman S? Eine schwere Entscheidung. Diesmal soll es die manuelle Variante sein, die andere kennen wir aus Tests von Carrera 911 S und Boxster S.

Außerdem hält der Handschalter ein akustisches Schmankerl bereit: Bei aktivierter Sport Plus-Abstimmung gibt der Motor beim Runterschalten selbsttätig und unüberhörbar Zwischengas. Er brüllt sozusagen seine Umgebung an. Technisch braucht man das eigentlich nicht, es sorgt aber dafür, dass sich viele Köpfe nach dem flachen und breiten Sportwagen umdrehen. Ein bisschen mehr Besitzerstolz wird so wohl schon erzeugt.

Dabei hat der in Osnabrück gebaute Mittelmotor-Sportwagen es eigentlich gar nicht nötig, mit profanem Auspuffdröhnen auf sich aufmerksam zu machen. Allein die neue Formgebung der dritten Generation des Einstiegs-Porsche, mit breiterer Spur, dynamisch geduckter Karosse, die stets wie zum Sprung bereit wirkt, und die größere Serienbereifung sorgen für viele bewundernde Blicke, sowie etliche Nachfragen: „Ist das schon der Neue?“.

Ein klares Ja. Er ist tatsächlich fast komplett neu, der Cayman S, der nun 325 PS leistet, und zu Einstiegspreisen ab 64.118 Euro in nur fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, und erst bei 283 km/h damit aufhört. Satte 370 Newtonmeter stemmt der 3,4 Liter große Sechszylinder-Boxer an die Kurbelwelle, bei einer Drehzahl zwischen 4.500 bis 5.800 U/min.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Testwagen

Was sagen die Kollegen?

"Das ist doch der Frauenporsche", sagt einer ein bisschen abschätzig. Mitfahren will er aber unbedingt mal. Er darf. Das entkräftete Vorurteil wird er sich künftig verkneifen.

Das schönste Detail?

Automatisches Zwischengas beim Runterschalten im Sport-Plus-Modus. Ist für nichts gut, klingt aber leider geil.

Wo gehört er hin?

In Kurven. In enge Kurven, in enge schnelle Kurven, und in sehr enge, sehr schnelle Kurven.

Eine Alternative zu ...

z.B. dem BMW Z4 oder dem Nissan 370 Z. Aber auch zum teureren und schwereren 911er. Den kann man sich auch noch kaufen, wenn man jenseits der 60 ist.

Was nervt?

Die Vorurteile der meisten. Die wissen immer noch nicht, was für ein absolut vollwertiger Porsche der "Einsteiger" Cayman ist.

Wie grün ist der Wagen?

Grün genug. Im Berufsverkehr kommt man mit 8,2 Litern Benzin auf 100 Kilometern aus. Allerdings muss es Super Plus sein.

Was kostet der Spaß?

Mindestens 64.000 Euro. Das sind zwar rund 25.000 Euro weniger als beim Basis-911er, aber die Liste der aufpreispflichtigen Extras ist lang und teuer.

 

Im Alltag begeistern an diesen nackten Zahlen drei Dinge: Erstens: Wie früh schon so viel Kraft zur Verfügung steht, dass man auch problemlos bei 50 km/h im sechsten Gang ruckelfrei cruisen kann. Zweitens: Wie schnell und willig die Maschine das Drehzahlband durchläuft, und erst ab 7.400 Umdrehungen freundlich ums Hochschalten bittet. Drittens: Von welcher Geräuschkulisse Beschleunigungsorgien begleitet werden.

Das völlig überarbeitete Triebwerk ist nicht weniger als einer der besten Motoren, der derzeit in einem Sportwagen zu haben ist. Beim schnellen Lauf durchs Drehzahlband ist nie auch nur die geringste Schwäche erkennbar.

Und als ob das alles nicht reicht für einen echten Porsche, der unglaublich nah dran ist an der Ikone 911 und dazu rund 25.000 Euro preiswerter, ist da ja noch das neue Fahrwerk. Und das ist nicht weniger als ein kleines Wunder.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

16.05.2013, 08:45 Uhr

Nachdem schon div. Zuffenhausener in meiner Garage stehen, hab ich mir jetzt mal einen Aventador V12 für diesen Sommer gegönnt. Immerhin ist ja Lambo (gehört zu Audi) auch aus dem Portfolio von Winterkorn, im weitesten Sinne.

Warum baut eigentlich Porsche keinen V10 oder mehr Motor ? Der Sound ist nämlich noch knackiger !

Micha

16.05.2013, 09:26 Uhr

Wer hier ein Auto kauft, bei dem die Lackierung der Unterseite des Aussenspiegels in Wagenfarbe ein kostenpflichtiges Extra ist und das er im Ausland um mehr als 30% günstiger bekommt, ist selbst schuld.

Operator

16.05.2013, 10:55 Uhr

Ja ich hab mir auch für diesen Sommer mal einen Ferrari 250 GTO gegönnt. Das zugehörige Kleingeld stammt aus der Portokasse meines Unternehmens.
Durch den neuesten Erwerb konnte ich jetzt die 50 komplett machen.
Den Cayman kann man sich auch noch holen, ich mein...was soll der Geiz?!

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