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19.07.2017

07:22 Uhr

Porsche Panamera Sport Turismo im Test

Der Eil-Transporter

Quelle:dpa

Erst ein Diesel und jetzt auch noch ein Kombi: Wird Porsche am Ende zu einer ganz normalen Automarke? Die Gefahr scheint gering, dagegen sprechen schon Stückzahlen und Preisgestaltung des Panamera Sport Turismo.

Sportlich und praktisch in einem: Wenn Porsche einen Allrounder präsentiert, ist das beachtenswert. Hier ist er, der Porsche Panamera Sport Turismo. Hersteller

Porsche Panamera Sport Turismo

Sportlich und praktisch in einem: Wenn Porsche einen Allrounder präsentiert, ist das beachtenswert. Hier ist er, der Porsche Panamera Sport Turismo.

Der Porsche Panamera riskiert eine große Klappe. Von Oktober an verkaufen die Schwaben ihr Flaggschiff zu Preisen ab 97.557 Euro auch als Sport Turismo. Sie wollen damit Kunden ködern, die mit ein bisschen mehr Platz und Variabilität einen Hauch von Vernunft in ihren Lustkauf bringen wollen.

Bei jeder anderen Marke oder jedem anderen Modell wäre das nur eine Fußnote wert. Doch beim Porsche Panamera ist das gleich doppelt beachtenswert. Zum einen, weil der Sportwagenhersteller nach dem Bau seiner SUV nun ein weiteres Tabu bricht und zum ersten Mal eine Art Kombi baut. Zum anderen, weil der Sport Turismo die erste Oberklasse-Limousine ist, die ihre Hecklappe so weit aufreißt.

Lademeister dürfen vom neuen Panamera nicht zu viel erwarten. Weil Porsche nur die Form und nicht das Format geändert hat, hält sich der Raumgewinn in engen Grenzen: Gerade mal 20 Liter mehr fasst der Kofferraum bei aufrechten Rücksitzen.

Bei flacher Bank sind es immerhin 50 Liter, die den Unterschied machen sollen. Doch mit 520 bis 1390 Litern ist der Kofferraum unter dem Strich kleiner als bei einem VW Golf Variant. Und das bei einer Länge von 5,05 Metern und einem Radstand von 2,95 Metern.

Aber darum geht es den Schwaben auch gar nicht. Neben dem alternativen Designentwurf mit dem knackigeren, weil breiteren Heck lagen ihnen vor allem die Variabilität und die bequemere Nutzung der Kehrseite am Herzen.

Die Kofferraumklappe ist beim Sport Turismo deutlich größer und die Ladekante etwas tiefer. Deshalb muss man schwere Kisten und Koffer eben nicht mehr ganz so hoch wuchten und nach dem Packen nicht gleich wieder duschen.

Allerdings ist der unterm Strich kleiner als bei einem VW Golf Variant Hersteller

Der Panamera Sport Turismo kommt auch mit etwas mehr Platz im Kofferraum daher

Allerdings ist der unterm Strich kleiner als bei einem VW Golf Variant

Auch die Hinterbänkler profitieren ein wenig von der neuen Karosserievariante. Zwar gibt es für die Fond-Passagiere auch weiterhin nichts besseres als die Executive-Version des Panamera mit ihren 15 Zentimetern mehr Radstand, die leider nicht mit dem Kombi-Heck kombiniert werden kann. Doch das Dach ist etwas höher und der Türausschnitt etwas größer - so kommt man leichter rein und raus in den Fond und sitzt auf der Rückbank etwas bequemer.

Es sei denn, man landet auf dem Mittelplatz, den Porsche jetzt erstmals als vollwertigen Sitz deklariert. Denn der taugt allenfalls für Kleinkinder.

Das Gute daran: Wer hinten sitzt, kann nun leichter ein- und aussteigen und hat mehr Kopffreiheit. Hersteller

Porsche hat den Fond des Panamera umgestaltet

Das Gute daran: Wer hinten sitzt, kann nun leichter ein- und aussteigen und hat mehr Kopffreiheit.

Egal wie es hinten aussieht, der beste Platz in einem Porsche ist der hinter dem Lenkrad. Das gilt beim Panamera nicht allein wegen des großen Spaßes, den man selbst mit einem Dickschiff von mehr als zwei Tonnen haben kann. Der Panamera ist unabhängig vom Aufbau der erste Porsche, an dem man schon im Stand seine Freude hat.

Der Grund dafür ist das faszinierende Infotainment-System mit einem riesigen Touchscreen. Darauf kann man die Finger sehr leicht bewegen. Selbst wenn nun wirklich niemand die Lüfterdüsen mit einem Fingerzeig verstellen muss, sind es genau solche Details, die den Reiz des Systems ausmachen: Hoffnungslos überflüssig und deshalb ein wunderbarer Ausweis von Luxus.

Kommentare (1)

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Herr Michael Müller

19.07.2017, 09:32 Uhr

Porsche steht für Sportwagen. Das ist die Kernaussage.

Porsche verärgert nicht nur durch die Motoren- und Modellpolitik seine Altkunden. Welcher "Sportwagenfahrer" will sich schon als Ableger eines "Familienkutschenherstellers" sehen?

Auf der anderen Seite gewinnt Porsche viele "Familienkutschenfahrer", die sich mit dem Namen Porsche einen sportliche Anstrich geben, aber dennoch einen Diesel mit viel Stauraum für Kinder etc. möchten. Quasi die eierlegende Wollmilchsau.

Nein, Porsche hat in diesem Segment nichts verloren. Es ruiniert seinen ohnehin schon angekratzten Ruf als Sportwagenhersteller. Die VW-Konzernleitung sollte dieses Feld besser bei Audi und VW belassen, ansonsten kommt demnächst ein Bugatti-Kastenwagen :-)

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