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09.11.2013

09:25 Uhr

Probefahrt mit dem Mercedes GLA

Ein Dreckskerl nach Art des Golf Country

VonBenjamin Bessinger
Quelle:Spotpress

Eigentlich ist der Mercedes GLA nicht viel mehr als eine aufgebockte A-Klasse. Mit so einer Idee scheiterte VW schon vor Jahren beim Golf Country. Doch die Technik hat sich weiter entwickelt. Ein Ausflug ins Gelände.

Eigentlich ist der Mercedes GLA nicht viel mehr als eine aufgebockte A-Klasse. Mercedes

Eigentlich ist der Mercedes GLA nicht viel mehr als eine aufgebockte A-Klasse.

Das Wasser sprüht meterhoch, die Schlammklumpen fliegen zur Seite, im Rückspiegel sieht man nur Matsch und Modder – und das Grinsen im Gesicht von Rüdiger Rutz wird immer breiter: Auch als oberster Testfahrer des neuen Mercedes GLA hat der Ingenieur solche wunderschön versauten Spritztouren nur selten auf dem Programm.

Denn auch wenn der bullige Kompakte auf Geländewagen macht und nicht umsonst ein „G“ im Typenkürzel trägt, ist er eigentlich nur eine aufgebockte A-Klasse und hat bei so einer Schlammschlacht nichts zu suchen: „Wir haben uns bei der Entwicklung des GLA stark am Testprogramm der anderen Kompaktmodelle orientiert und sind die meiste Zeit dort geblieben, wo auch die Kunden den GLA nutzen werden: Auf der Straße“, sagt Rutz.

Doch wenn ein Auto aussieht wie ein Geländewagen, dann muss es sich auch mal ins Gelände wagen, haben sich die Entwickler gedacht und immer mal wieder ein paar Umwege durchs Unterholz eingebaut. Heute ist wieder so ein Tag und Cheftester Rutz pflügt durch eine ehemalige Kiesgrube auf der Schwäbischen Alb. Dort, wo normalerweise die Kunden von M- und G-Klasse ihre Abenteuerkurse absolvieren, gibt der Entwickler dem GLA heute zwischen der Weltpremiere auf der IAA und dem Verkaufsstart im nächsten Frühjahr den letzten Schliff.

„Schließlich wollen wir schon gerne wissen, was wir dem Auto wirklich zumuten können“, sagt der Entwickler und sticht mit Vollgas durch die kleine Seenplatte, die sich am Boden des riesigen Baggerlochs gebildet hat. Mühelos wühlt sich der GLA durch den Schlamm, erklimmt Steigungen von bis zu 40 Prozent, hangelt sich im elektronisch kontrollierten Schritttempo die übelsten Gefällestrecken hinunter und pflügt tapfer durch den tief ausgefahrenen Waldweg, auf dem bis vor ein paar Monaten noch die Kieslaster gefahren sind.

Doch wenn ein Auto aussieht wie ein Geländewagen, dann muss es sich auch mal ins Gelände wagen, haben sich die Entwickler gedacht und immer mal wieder ein paar Umwege durchs Unterholz eingebaut. Mercedes

Doch wenn ein Auto aussieht wie ein Geländewagen, dann muss es sich auch mal ins Gelände wagen, haben sich die Entwickler gedacht und immer mal wieder ein paar Umwege durchs Unterholz eingebaut.

Dass er dabei nicht schon auf den ersten Metern stecken bleibt und Rutz keine der G-Klassen rufen muss, die mit Winde und Seil zur Sicherheit immer in der Nähe bleiben, verdankt der Ingenieur ein paar kleinen aber feinen Unterschieden. Denn auch wenn der GLA aus dem Baukasten der A-Klasse stammt, hat er zumindest ein paar G-Gene mit auf den Weg bekommen, sagt Rutz und meint damit nicht nur den optionalen Allradantrieb.

Zum 4x4-Getriebe gibt es immer auch eine Offroad-Programmierung für die Elektronik: Die Traktionskontrolle erlaubt beim Anfahren im Schlamm mehr Schlupf, das ESP ist ein bisschen toleranter und die Bergabfahrhilfe bremst den GLA auch an den steilsten Abhängen auf bis zu vier km/h herunter, als hinge er an der Seilwinde eines G-Modells.

Die optionalen LED-Scheinwerfer leuchten Schlaglöcher und Steinbrocken am Fahrbahnrand aus. Und auf dem frei stehenden Monitor über der Mittelkonsole kann man live verfolgen, wie sich das Auto um die Längs- oder Querachse neigt, wenn Rutz damit über die Hügel kraxelt oder in Schräglage durch viel zu enge Hohlwege schleicht.

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