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28.01.2009

14:24 Uhr

Probleme mit Sicherheitsgurten und Auspuffen

Toyota ruft mehr als eine Million Autos zurück

Der japanische Autohersteller Toyota muss 1,35 Mill. Autos zurückrufen, die meisten davon in Japan. Betroffen sind Modelle aus der beliebten Kleinwagenwagenfamilie Toyota Yaris.

TOKIO. Sie tragen auf dem Heimatmarkt verschiedene Markennamen, darunter Vitz, Ractis und Belta. Die Autos wurden zwischen Januar 2005 und 2008 gebaut. In Japan fing ein Auto wegen eines Fehlers im Gurtsystem Feuer, teilte Toyota gestern mit. Es sei ein Stück Dämmstoff eingebaut, das in sehr seltenen Fällen Feuer fangen könnte.

Die Probleme mit den Yaris-Varianten Belta und Ractis betreffen den Auspuff und haben mit der Feuergefahr an der Gurtanlage nichts zu tun. Hier ist bisher noch bei keinem Kunden zu Schwierigkeiten gekommen. Toyota hält es jedoch für möglich, dass ein Rohr für die Rückführung von Abgasen Risse bekommen könnte. Das Auto würde danach nicht mehr die gleichen Umwelt-Standards erfüllen wie vorher. Gefahr für die Insassen besteht nicht. Da es für die Werkstätten leicht ist, die betreffenden Teile auszuwechseln, dürfte der Rückruf nicht allzu teuer werden, sagen Analysten.

Erst vergangene Woche hatte Toyota mehrere Hunderttausend Autos der Oberklassemarke Lexus in den USA zurückgerufen, weil es Probleme beim Betrieb mit Biotreibstoffen geben könnte. Eine Reihe von Toyotas aus chinesischer Produktion musste zudem Ende vergangenen Jahres in die Werkstatten zurück, weil Gefahr bestand, dass die Servolenkung ausfällt. 2007 rief Toyota mehrere Hunderttausend Autos wegen verschiedener kleiner Mängel zurück.

Der Ärger mit den Rückrufaktionen trifft Toyota kurz nach Ankündigung eines Jahresverlusts für das Geschäftsjahr 2008 (in Japan bis Ende März 2009). Der Weltmarktführer musste im abgelaufenen Kalenderjahr zudem einen Produktionsrückgang von 2,9 Prozent ausweisen, während der japanische Marktzweite Honda sogar 1,2 Prozent mehr Autos absetzen konnte als 2007 - hohe Nachfrage in China glich den Rückgang in den USA aus. Toyota bereitet sich derzeit auf eine Radikalkur vor. Das Unternehmen will sich nicht darauf ausruhen, mit 9,22 Mill. hergestellten Autos zur Nummer eins aufgestiegen zu sein und befürchtet im Gegenteil, jetzt auf zusätzliche Probleme zu stoßen.

Mit Akio Toyoda wird deshalb ab Juni wieder ein Mitglied der Gründerfamilie die Führung des Konzerns übernehmen. Der als kompetent geltende Automanager hat versprochen, das Unternehmen auf Zukunft zu trimmen. Dazu gehört es, Überkapazitäten abzubauen: Um sich der weltweit geringeren Autonachfrage anzupassen, schickt Toyota in Japan in den kommenden Monaten vermutlich bis zu 8000 Vertragsarbeiter nach Hause. Das Unternehmen macht sich darauf gefasst, im kommenden Geschäftsjahr sieben Prozent weniger Autos zu verkaufen.

Gerade auf dem Heimatmarkt ist die Hemmschwelle für Rückrufe für Toyota gering. Der Autohersteller hat einen Ruf als Qualitätsführer zu verlieren. Japans Medien reagieren zudem besonders empfindlich auf den Eindruck, ein Unternehmen wolle Qualitätsmängel vertuschen. Rückrufe erfolgen daher auch auf den bloßen Verdacht hin, dass ein Problem in Zukunft an alternden Autos auftreten könnte.

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