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27.05.2013

09:08 Uhr

Protest von DUH und VCD

Autohersteller tricksen beim Kältemittel-Einsatz

Quelle:MID

Umweltschützer werfen den Autoherstellern vor, die neue EU-Richtlinie zu Autoklimaanlagen auszuhebeln. Der Trick: Eigentlich neue Autos werden als Erweiterung der Vorgängergeneration deklariert.

Obwohl das Kältemittel R134a in Fahrzeugen, die nach dem 1.1.2011 genehmigt wurden, nicht mehr verwendet werden darf, kommt es weiter zum Einsatz. MID

Obwohl das Kältemittel R134a in Fahrzeugen, die nach dem 1.1.2011 genehmigt wurden, nicht mehr verwendet werden darf, kommt es weiter zum Einsatz.

BerlinEuropaweit umgehen Automobilhersteller mit einem Trick die geltenden EU-Vorgaben für Autoklimaanlagen. Deshalb fordern der ökologisch-orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Gesetzgeber auf, die Missachtung der entsprechenden Richtlinie mit Strafzahlungen zu ahnden. Obwohl das Kältemittel R134a wegen seiner klimaschädigenden Wirkung in Fahrzeugen, die nach dem 1. Januar 2011 genehmigt wurden, nicht mehr verwendet werden darf, kommt es weiter zum Einsatz.

Der Trick, den unter anderem die Daimler AG bei der S-Klasse praktizierte: Das komplett neu entwickelte Modell wird als Erweiterung der Vorgänger-Generation deklariert. Dass die Behörden diese Praxis tolerieren und neue Fahrzeuge als "alte Fahrzeugtypen" durchwinken, nennt die DUH skandalös.

Scharf kritisieren die Umweltschützer außerdem, dass manche Hersteller "noch vor dem Stichtag der Richtlinie und weit vor Markteinführung für zahlreiche Modelle Typgenehmigungen beantragten" und auf diesem Weg die EU-Vorgaben ebenfalls umgehen.

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Prominentes Beispiel für diese Praxis sei der Golf VII, "der seit vergangenem September erhältlich ist, jedoch bereits im Dezember 2010, kurz vor dem Stichtag, eine Typgenehmigung vom Kraftfahrt-Bundesamt erhalten" hat. Um die Trickser zu bestrafen, schlagen DUH und VDC vor, denjenigen Autoherstellern, die Neuentwicklungen fälschlicherweise als alte Modelle deklarierten, pro Fahrzeug 665 Euro abzuknöpfen.

Dieser Betrag, so haben die Kritiker errechnet, spiegle die Klimaschädlichkeit von R134a wider. Die Fahrzeughersteller, die an dem älteren Kältemittel festhalten, führen allerdings argumentativ die Sicherheit der Passagiere ins Feld. Das als Ersatz gedachte klimafreundlichere Kältemittel HFO 1234yf habe sich bei Lecks in der Anlage im Motorraum entzündet und ätzende Schwaden freigesetzt, zeigten verschiedene Tests..

Kommentare (3)

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Jens

27.05.2013, 14:11 Uhr

Ein Glück, dass die Hersteller tricksen. Dann kann ich mir ja doch ein Fahrzeug jüngeren Baujahrs kaufen :-)

elbei

27.05.2013, 16:20 Uhr

Wo liegt das Problem, es geht auch ohne Chemie.
Info: beiring.de

Account gelöscht!

28.05.2013, 05:06 Uhr

Die Oekofuzzis gehen also lieber das Risiko ein das Menschen verletzt / veraetzt werden und beugen sich der lobbyarbeit van Du Pont. Da heiligt der Zweck die Mittel?

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