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18.04.2011

10:17 Uhr

Rangieren im E-Modus

Hybridantrieb für Wohnmobile

Quelle:dpa

Der Stromanschluss auf dem Campingplatz könnte Wohnmobilisten künftig nicht nur zur Versorgung des Bordnetzes dienen - sondern auch als Tankstelle: Die Hybrid-Technologie hält Einzug bei Campern und Caravans.

Grüner Camper-Trend

DuisburgDer Hybridantrieb ist bei Autos schon fast ein alter Hut. Immer mehr Modelle werden mit der Antriebskombination aus Verbrennungs- und E-Motor angeboten oder fahren sogar ausschließlich mit Strom. Was für den Pkw-Bereich gilt, sieht in der Caravaning-Branche noch anders aus: Hier steckt der Hybrid in der Entwicklungsphase. Bisher wurden nur erste Prototypen auf Fachmessen präsentiert.

Doch das grüne Wohnmobil "ist ein ganz großer, langfristiger Trend". So sieht es zumindest Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Bis Reisemobile mit der Kraft der zwei Motoren serienreif sind und zum Verkauf stehen, müssen sich Interessenten aber noch etwas in Geduld üben: "In rund zwei Jahren sollte das Hybrid-Wohnmobil in den Ausstellungen der Händler stehen", schätzt Dudenhöffer.

Als "heiße Kandidaten" für die Technologieeinführung bei Campingmobilen stuft der Experte die Hersteller Peugeot/Citroën, Daimler und Toyota ein. Auch beim Wohnmobil- und Caravanhersteller Knaus Tabbert heißt es: "Das wird noch dauern." Gemeinsam mit dem Fahrgestellentwickler Al-Ko arbeite man zwar "am ersten Hybridantrieb für Freizeitfahrzeuge" namens Efficiency Line. Vor 2014 sei aber nicht mit einem Hybrid-Wohnmobil aus eigenem Hause zu rechnen, sagt Knaus-Tabbert-Sprecher Alexander Wehrmann.

Die Erwartungen des Unternehmens sind hoch: "Bei dem System handelt es sich unserer Meinung nach um eine der wichtigsten und nachhaltigsten Innovationen für die Caravaning-Industrie." Ein Problem, das bei Pkw lange Zeit nicht in den Griff zu bekommen war, ist bei den Wohnmobilen offenbar schon gelöst: die Frage nach dem Platz für die Stromspeicher. Ein erstes Konzept - das "Electric-Power-Chassis" mit Lithium-Polymer-Technologie - präsentierte die Firma Al-Ko erstmals 2010 auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover.

Die Entwickler haben in einem fahrbereiten Prototypen ohne Aufbau auf Basis eines Fiat Ducato X250 alle Batterien ins Chassis integriert. So blieb der Bauraum erhalten. Das Konzept ist für Hybrid- und Elektroantriebe im Freizeit- und Nutzfahrzeugsegment ausgelegt.

Lothar Angermund, Reisemobil-Experte beim ADAC, stellt allerdings den Sinn von Hybridantrieben für Reisemobile infrage. Hybridfahrzeuge könnten vor allem im urbanen Stop-and-go-Verkehr Kraftstoff sparen - doch das sei nicht gerade das typische Terrain für Wohnmobile. Im städtischen Lieferverkehr mache die Technik mehr Sinn.

Kommentare (1)

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Revision

20.04.2011, 08:01 Uhr

immer mehr Leute wollen an die Steckdose, aber es sollen moeglichst viele Kraftwerke vom Netz genommen werden!

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