Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.04.2015

11:39 Uhr

Renault Espace

Der klassisch andere Franzose

VonPeter Weißenberg
Quelle:Spotpress

Der erste Renault Espace passte in jede Garage, aber in keine Schublade, als er 1984 auf die Straßen rollte: Mit der fünften Generation will Renault nun alles anders machen - und zugleich klassische Stärken beibehalten.

Fahrbericht: Renault Espace - Klassisch anders Renault

Renault Espace

Renault will beim neuen Espace vieles anders machen, aber klassische Stärken beibehalten.

Als der Renault Espace 1984 auf die Straßen rollte, löste er eine gewisse Ratlosigkeit aus: Ein Auto-Magazin ordnete die 4,25 kurze erste Generation gar in die Kategorie „Kleinbusse” ein - was ziemlich ungerecht war. Denn der Vater aller europäischen Vans hat immer auch mit Pkw-Komfort gepunktet. Aus dem Familien-Van wird nun in der fünften Generation eine neue Interpretation des Mode-Themas Crossover. Aber zunächst zum Antrieb.

Der kleine Basis-Diesel (96 kW/130 PS, ab 33.550 Euro) überzeugt beim Thema Fahrdynamik eher weniger. Der aus dem Scenic bekannte Sparmeister unter den Motoren hat zwar 320 Newtonmeter Drehmoment - aber die sechs Gänge müssen schon ziemlich ausgedreht werden, um den großen Espace einigermaßen zügig voranzutreiben. Ein Einstiegsmotor, der wohl eher für den entspannteren Teil der Zielgruppe gedacht ist.

Der stärkere Diesel (118 kW/160 PS, ab 40.150 Euro) und der Turbo-Benziner (147 kW/200 PS, ab 38.450 Euro) wirken deutlich agiler. Vor allem der Benziner wird aber seine Verbrauchsziele verfehlen, wenn der Fahrer die 4,86 Meter Auto so bewegt, wie es Motor und Doppelkupplungsgetriebe durchaus hergeben. Ganz rasante Antritte und Zwischenspurts sind aber auch mit diesen Motoren nicht das Metier des Espace. Kein Wunder, verfügen sie doch alle drei nur über 1,6 Liter Hubraum.

Der Espace ist das Flaggschiff der Marke Renault

Renaults Flaggschiff

Der Espace ist das Flaggschiff der Marke.

Dafür sind Lenkung und Fahrwerk deutlich dynamischer ausgelegt als bei den Vorgängern. Das neue Fahrdynamik-Programm “Multi-Sense" (Serie ab mittlerer Ausstattung Intens bei den Turbo-Motoren) legt da noch mal etwas drauf: Wer dort von "Eco" über "Comfort" und "Neutral" auf "Sport" wechselt, erschließt dem Espace neue Welten: Das Ansprechverhalten des Motors wird fühlbar direkter, die Gänge drehen höher, die Fahrwerkseinstellung wird deutlich härter, das Lenkverhalten direkter. Richtig brachial wird es allerdings auch nie, muss ja auch nicht sein.

Dass der Espace sehr behände in die Kurven geht - und auch wieder heraus - verdankt der große Renault auch seiner Allradlenkung. Die ist in der Top-Version serienmäßig und steuert bei höheren Geschwindigkeiten die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die vorderen. Das macht zackigere Kurvenfahrten möglich – wird in der „Comfort"-Einstellung aber von deutlichem Stoßdämpfer-Seegang untermalt.

Der wahrscheinlich wichtigere Vorteil der Allradlenkung ist, dass die beiden gelenkten Achsen im Stadtverkehr das Rangieren erheblich erleichtern. Denn dann schlagen die Hinterräder in entgegengesetzter Richtung zur Vorderachse ein. Vor allem beim Einparken ist das eine wahre Freude.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×