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20.06.2013

11:58 Uhr

Renault Mégane Grandtour GT 220 im Test

On y va!

VonMartin Dowideit

Dieses französische Kraftpaket empfiehlt sich für den flotten Transport von sperrigen Gütern und Familien in Eile. Der Mégane Grandtour GT 220 ist ein kräftiger und chicer Sportkombi, mit eigenwilligen Macken im Detail.

Ausnahmeerscheinung: Der sportliche Renault hat 220 PS und schafft 240 km/h, protzt aber nicht mit auffälligen Auspuffrohren. Sebastian Schaal

Ausnahmeerscheinung: Der sportliche Renault hat 220 PS und schafft 240 km/h, protzt aber nicht mit auffälligen Auspuffrohren.

DüsseldorfDieser Renault macht eine gute Figur: Er ist pechschwarz, sogar die Felgen. Das Design ist gefällig und die Sportlichkeit dezent verpackt. Die breiten 18-Zoll-Räder sind ein Indiz für die Kraft, die unter der Haube schlummert. Schade, dass am hinteren Ende kein typisches Doppelrohr den Betrachter anblitzt. Auch die Front des „Mégane Grandtour GT 220“ haben die Franzosen nur leicht unterschiedlich zum herkömmlichen Modell mit einer Frontschürze verspoilert.

„Sportlicher Familien-Kombi“ ist wohl eine Bezeichnung, die den Wagen im Marketing-Slang der Autobranche gut umschreiben könnte. Denn die 220 in der Typbezeichnung steht nicht etwa verklausuliert für den Hubraum, sondern für die Kraft des Motors. 220 PS für Mama oder Papa, das heißt, schnelle Sprints und flottes Fahren auf der Autobahn sollten eigentlich kein Problem sein.

Wichtige Fragen und Antworten zum Testwagen

Alltagstauglich?

Absolut. Der sportliche Antrieb beeinflusst nicht die Stärken eines Kombis. Beim Gas geben bietet sich im Alltag aber Zurückhaltung an, wenn der Tankwart nicht allzu oft gegrüßt werden soll.

Das schönste Detail?

In der Mittelkonsole ist eine Plakette angebracht mit der Produktionsnummer des Fahrzeugs. Der Testwagen trug die „0016“.

Enttäuschend?

Das Bedienwirrwarr von Radio- und Navigationsgerät.

Ist er's wert?

Der Preis ist sicherlich nicht übertrieben – vor allem, wenn man sich Premium-Marken mit ähnlichen Motoreigenschaften anschaut. Allerdings bietet der Mégane auch nicht ganz so viel Komfort und Extras.

Sound?

Der Motor erzeugt ein sanftes Brummeln, das brachialer wird, tritt man das Gas durch. Aber alles noch unter der Proleten-Schwelle.

Wie grün ist das Auto?

Im Test schluckt der Wagen bei relativ zurückhaltender Fahrt 8,5 Liter auf 100 Kilometer, es ist aber ein leichtes den Verbrauch in die Höhe zu schrauben.

Vorbildlich?

Die schwarzen Ledersitze sind dank weißer Ziernähte nicht nur ansehnlich, sie bieten auch guten Seitenhalt und lassen den Fahrer sich gleich wohl fühlen.

Was sagt der Nachbar?

Der ist aber schick!

Wer guckt?

Die Jungs, die auf dem Parkplatz des Fast Food Restaurants lungern. Aber auch die Mädels – die schwarzen Felgen kommen gut an.

Wie fährt er sich?

Rumpelig. Die Federung ist bretthart. Dafür können Kurven mit sattem Tempo durchfahren werden.

Wo gehört er hin?

Ohne Kinder an Bord – auf die Überholspur.

Und tatsächlich macht man manchen BMW-Fahrer neidisch, wenn der Mégane zwischen 130 auf 170 km/h seine Durchzugskraft – gerne im fünften von sechs Gängen – voll ausspielt. 240 km/h Spitze sind ebenfalls drin, wenn ausnahmsweise mal genügend Auslauf auf der Autobahn ist.

Doch die Rechnung darf man dabei nicht ohne die Mitfahrer machen. Wer glaubt, im sportlichen Familienwagen den Hang zum Schnellfahren vertuschen zu können, wird enttäuscht: Fahrer oder Fahrerin können nicht heimlich auf die Tube drücken. Spätestens ab 160 km/h wirken die Fahr- und Außengeräusche beschleunigungshemmend, und die brettharte Federung des Wagens ist bestimmt nicht jedermanns Sache.

Black is beautiful: Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt dem sportlichen Megane-Kombi in 7,6 Sekunden. Dabei macht er auch optisch eine sehr gute Figur. Sebastian Schaal

Black is beautiful: Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt dem sportlichen Megane-Kombi in 7,6 Sekunden. Dabei macht er auch optisch eine sehr gute Figur.

Schon bei niedrigen Geschwindigkeiten in der Stadt interpretiert der GT 220 „sportlich“ als „stoßempfindlich“ und setzt jeden Kanaldeckel in einen spürbaren Stoß für den Rücken des Fahrers um. Bei höheren Geschwindigkeiten wird das aber keinesfalls besser. Bei schneller Autobahnfahrt beschweren sich die Mitfahrer dann, weil viele Querrillen in kurzer Zeit „überrumpelt“ werden. Also nix mit unbemerkt Rasen ...

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