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09.08.2011

13:41 Uhr

Sechsrädriger SMSS

US-Armee testet Roboterjeep

Quelle:Golem.de

US-Soldaten müssen ihr Marschgepäck und andere Ausrüstungsgegenstände künftig nicht mehr selber tragen: Ein geländegängiger Transportroboter soll ihnen die Last abnehmen.

DüsseldorfDas US-Militär will das vom US-Rüstungsunternehmen Lockheed Martin entwickelte Roboterfahrzeug Squad Mission Support System (SMSS) in Afghanistan testen. Ab Herbst sollen vier der unbemannten Transporter die US-Soldaten in Afghanistan unterstützen.

Das Squad Mission Support System (SMSS) ist das derzeit größte UGV (Unmanned Ground Vehicle), das die US-Armee einsetzt. Pressefoto

Das Squad Mission Support System (SMSS) ist das derzeit größte UGV (Unmanned Ground Vehicle), das die US-Armee einsetzt.

SMSS ist ein sechsrädriger, geländegängiger Roboterjeep. Das Fahrzeug ist 3,30 Meter lang und damit laut Lockheed derzeit das größte Roboterfahrzeug (Unmanned Ground Vehicle, UGV), das die US-Armee einsetzt. Gedacht ist es als Transporter: Es soll Soldaten im Einsatz begleiten und ihnen das Gepäck sowie weitere Ausrüstung abnehmen. Mit gut 540 Kilogramm kann das 1,7 Tonnen schwere Gefährt beladen werden.

Das UGV verfügt über eine Reihe von Sensoren zur Navigation, darunter das Satellitennavigationssystem GPS, das Laser-basierte Entfernungsmesssystem Light Detection And Ranging (Lidar) sowie Infrarot- und herkömmliche Kameras.
Ferngesteuert
Das SMSS wird normalerweise von einem schweren Transporthubschrauber wie dem Boeing CH-47 Chinook zum Einsatzort geflogen. Dort kann es auf drei verschiedene Arten eingesetzt werden. Eine davon: Das Fahrzeug wird ferngesteuert. Ein Soldat hält eine Fernsteuerung in der Hand mit einem Monitor, auf dem er die Bilder der SMSS-Kameras sieht. Mit Hilfe eines Joysticks lenkt er das UGV.

Der sechsrädrige Jeep von Lookheed Martin kann mehr als 1,5 Tonnen Gewicht befördern. Pressefoto

Der sechsrädrige Jeep von Lookheed Martin kann mehr als 1,5 Tonnen Gewicht befördern.

Eine andere Möglichkeit ist, das SMSS einer bestimmten Person folgen zu lassen: Die Sensoren werden auf die Person eingestellt, und das Fahrzeug folgt ihr auf Schritt und Tritt. Das SMSS kann aber auch autonom operieren. Dazu wird eine Strecke mit GPS-Wegpunkten definiert, die das Roboterfahrzeug dann automatisch abfährt. Das SMSS kann also als unbemannter Transporter Stützpunkte oder Außenposten mit Gütern versorgen. Die Reichweite des Fahrzeugs beträgt gut 200 Kilometer.

Vierbeiniger Transportroboter
SMSS ist nicht der einzige Transportroboter, der für die US-Armee entwickelt wurde. Das US-Unternehmen Boston Dynamics hat vor einigen Jahren den Laufroboter Big Dog vorgestellt. Vorbild des Roboters war nicht, wie der Name nahelegt, ein Hund, sondern ein Maultier.

Der robotische Vierbeiner ist knapp ein Meter lang und knapp 80 Zentimeter hoch. Der Roboter selbst wiegt 110 Kilogramm und kann mit 150 Kilogramm beladen werden. Angetrieben wird Big Dog von einem Zweitaktmotor, was einen etwas merkwürdigen Eindruck hinterlässt

Nachfolger von Big Dog
Derzeit arbeitet Boston Dynamics an einem Nachfolger, dem Legged Squad Support System (LS3), ebenfalls im Auftrag der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa). LS3 soll unter anderem auch durchs Wasser waten können, mehr Nutzlast transportieren und vor allem leiser werden - Big Dog bringt es immerhin auf 95 Dezibel.
LS3 soll im kommenden Jahr einsatzbereit sein. Dann werden die vier SMSS ihren Test bereits hinter sich gebracht haben: Die UGV werden im November nach Afghanistan gebracht. Das Pilotprojekt ist auf drei Monate angelegt.

Das SMSS wird per Joystick-Fernsteuerung geführt, kann aber auch unabhängig nach GPS-Wegpunkten navigieren. Pressefoto

Das SMSS wird per Joystick-Fernsteuerung geführt, kann aber auch unabhängig nach GPS-Wegpunkten navigieren.

Von

Werner Pluta

Kommentare (1)

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Pendler

10.08.2011, 10:19 Uhr

Super Idee mit dem Robo-Jeep.

Dann man ran mit diesen tollen Fahrzeugen:
1. räumt mal die Giftpapiere aus den Depots
2. beseitigt die Politiker, die immer noch mehr Schulden machen.
3. garantiert, dass weltweit die Ausgaben fürs Militär um 50% gekürzt werden

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