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13.09.2013

17:01 Uhr

Selbstfahrende Autos

Wenn der Computer das Steuer übernimmt

VonSebastian Schaal

Das Lenkrad loslassen bei flotter Autobahnfahrt: Für Fahrer ein Albtraum. Für Autozulieferer aber ein Traum, und zwar der vom Milliardenmarkt „selbstfahrendes Auto“. Was wie Science Fiction klingt geht bald in Serie.

Autonomer S-Klasse-Prototyp: Die Zusatzkamera auf dem Armaturenbrett und der rote Notaus-Knopf in der Mittelkonsole verraten den Versuchswagen – und die Hände des Fahrers, die auf seinen Oberschenkeln ruhen. Daimler AG

Autonomer S-Klasse-Prototyp: Die Zusatzkamera auf dem Armaturenbrett und der rote Notaus-Knopf in der Mittelkonsole verraten den Versuchswagen – und die Hände des Fahrers, die auf seinen Oberschenkeln ruhen.

FrankfurtHollywood hat die unterschiedlichsten Vorstellungen, wie unsere Zukunft aussehen wird. Wohnen wir künftig in schier endlos großen Mega-Städten? Oder unter der Erdoberfläche? Oder gar im Weltraum? Was unseren Lebensraum angeht unterscheiden sich die Visionen der Filmemacher, aber in einem Punkt sind sich fast alle einig: Künftig werden die Menschen in ihr Fahrzeug einsteigen, den Zielort eingeben und kommen dort ohne eigenes Zutun sicher an.

Wie in Zukunft unsere Städte aussehen werden, bleibt offen. Auf der IAA kann man aber einen Eindruck bekommen, wie die Zukunft unseres Verkehrs aussehen wird.

Schon bei der Präsentation der neuen S-Klasse im Sommer hat Daimler ein System vorgestellt, das den Wagen bis 30 km/h selbstständig durch den Stau lenkt. Vor der IAA gingen die Stuttgarter einen Schritt weiter: Mit einer modifizierten S-Klasse fuhren die Entwickler auf der historischen Route der ersten Langstreckenfahrt von Bertha Benz von Mannheim nach Pforzheim - ohne Chauffeur. Die Arbeit des Fahrers übernahmen Kameras, Radarsensoren und jede Menge Rechner.

Bisher bewegten sich sich solche Roboterautos in der Wüste des US-Bundesstaats Nevada. Eine Fahrt über süddeutsche Landstraßen und durch moderne Städte kann daher als großer Schritt gesehen werden. Zumal die S-Klasse „Intelligent Drive“ nicht den mit Sensortechnik und Messinstrumenten vollgestopften Prototypen ähnelt, sondern einem gewöhnlichen Serienfahrzeug. „Wir haben die Technik im Laufe der Jahre verfeinert, wohlgemerkt im Rahmen einer optimalen Kosten-Nutzen-Relation“, sagt Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber. „Wir haben Sensortechniken verbaut, die wir in der neuen S-Klasse bereits serienmäßig einsetzen. Nur ihre Anzahl und Anordnung haben wir an die erhöhten Anforderungen angepasst.“

Für den Stuttgarter Autobauer ist das autonome Fahren mehr als nur ein Beitrag zum entspannten Reisen. „Als Sicherheitspionier haben wir einen klaren Anspruch. Ein Mercedes soll seine Insassen sicherer ans Ziel bringen als jedes andere Auto“, sagt Weber. „Jeder Unfall ist einer zu viel. Wir wollen nicht nur die Unfallfolgen abmildern, sondern Unfälle möglichst ganz verhindern.“

Kommentare (16)

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13.09.2013, 17:12 Uhr

Zusammen mit Carsharing der wichtigste Trend der Zukunft.
Alle Emotionen sind dann aus dem Autofahren komplett entfernt.

Monaco

13.09.2013, 17:48 Uhr

Während woanders am Antrieb der Zukunft gearbeitet wird, verrennt sich Daimler darin, den Fahrer überflüssig zu machen. Gegen dessen Willen. So beisst man letztendlich die Hand, die einen füttert.

John.Canna

13.09.2013, 17:49 Uhr

Es hängt alles an den juristischen Fragen.
Wenn bei einem Fehler des Systems auch nach 15 Jahren der Hersteller die Haftung für alle Schäden übernimmt, könnte es funktionieren. Problem, die Fahrzeuge werden unbezahlbar.
Meine persönliche Meinung:
Wer meint so ein vollautomatisches Fahrzeug zu benötigen, soll bitte Taxi und Bahn fahren.

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