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10.08.2012

11:17 Uhr

Sicherheitstechnik im Fahrzeug

ABS - Wer hat´s eigentlich erfunden?

Quelle:MID

Wieviele Leben das Antiblockiersystem gerettet hat, lässt sich nicht feststellen. Schon zu Beginn der 70er boten einige Hersteller ABS als Option an. Doch Ford gebührt die Ehre, es zum Serienstandard erhoben zu haben.

Ford bot ab 1971 für den Lincoln Continental ein ABS für die angetriebenen Hinterräder an. Ford

Ford bot ab 1971 für den Lincoln Continental ein ABS für die angetriebenen Hinterräder an.

DüsseldorfWieviele Menschenleben das Antiblockiersystem bis heute gerettet hat, lässt sich nicht mehr feststellen. Sicher ist, dass das ABS zu den wichtigsten Elementen der passiven Sicherheit bei Automobilen zählt. Schon zu Beginn der Siebziger boten einige Hersteller ABS als Option an. Doch Ford gebührt die Ehre, das ABS ab 1985 zum Serienstandard erhoben zu haben.

Seit den Kindertagen des Automobils warf die Bremstechnik ein gravierendes Problem auf: Bei einer Vollbremsung kam es zum Blockieren der Räder. Ein Fahrzeug mit stehenden Rädern lässt sich jedoch nicht steuern. Im ungünstigen Fall rutscht es direkt in Richtung des Hindernis. Das Lösen der Bremse stellt zwar die Lenkbarkeit wieder her, unterbricht aber die Verzögerung. Gefragt war also eine Art Stotterbremse, die kurz vor dem Blockieren den Bremsvorgang kurz unterbricht und danach gleich wieder zupackt. Dieser Vorgang muss in möglichst kurzen Intervallen erfolgen, damit das Fahrzeug gleichzeitig gut verzögert und dabei dennoch lenkbar bleibt.

Die ersten praktischen Umsetzungen der Stotterbremse erfolgte in der Luftfahrt. 1920 setzte der französische Automobil- und Luftfahrtpionier Gabriel Voisin eine hydraulische Lösung ein, die gewährleistete, dass ein Flugzeug nach der Landung beim Verzögern aus hoher Geschwindigkeit in der Spur blieb. In den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts stattete Dunlop verschiedene Verkehrsflugzeuge mit einer mechanischen "Stotterbremse" aus, die die Bezeichnung "Maxaret-Anti-Skid" trug.

Bereits 1928 erhielt ein deutscher Erfinder namens Karl Wessen ein Patent auf einen Bremskraftregler für Automobile. Über das Papierstadium hinaus schafften es Wessels Bemühungen freilich nicht. Eine "Vorrichtung zum Verhüten des Festbremsens der Räder eines Kraftfahrzeugs" meldete Bosch 1936 zum Patent an. Die Vorrichtung existierte auch als Hardware. Das System bestand jedoch aus mehr als 1 000 Teilen, war damit für die Praxis viel zu unhandlich und funktionierte darüber hinaus auch wenig überzeugend.

Nissan stattete 1971 sein Top-Modell President auf Kundenwunsch mit einem geregelten ABS für alle vier Räder aus. Nissan

Nissan stattete 1971 sein Top-Modell President auf Kundenwunsch mit einem geregelten ABS für alle vier Räder aus.

Die digitale Revolution, die in den Sechzigern einsetzte, ermöglichte es, die Systemkomponenten für ein ABS drastisch zu reduzieren. Aufgebaut aus rund 140 Teilen war das erste elektronisch gesteuerte Anti-Blockiersystem 1969 serienreif. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt stellte der amerikanische Zulieferer ITT das erste System vor. Ein Jahr später hatte auch Bosch sein ABS fertig.

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