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19.01.2015

11:56 Uhr

Skoda Fabia Combi

Der Große unter den Kleinen

Quelle:Spotpress

Ohne Wenn und Aber: Der Kleine hat eine ganz schön große Klappe. Was bei Menschen nicht unbedingt als Kompliment gemeint ist, gilt bei einem Kombi wie dem neuen Skoda Fabia Combi als wichtiges Kaufkriterium.

Wie der kleine Fünftürer greift auch der geräumige Ableger auf Technik und Module des VW-Querbaukastens wie zum Beispiel Motoren und Infotainmentsysteme zu. Skoda

Skoda Fabia Combi: Wie der kleine Fünftürer greift auch der geräumige Ableger auf Technik und Module des VW-Querbaukastens wie zum Beispiel Motoren und Infotainmentsysteme zu.

Das ging flott: Nur drei Monate nach Marktstart der Fabia-Limousine schiebt Skoda bereits Ende Januar den Kombi nach. Wie der kleine Fünftürer greift auch der geräumige Ableger auf Technik und Module des VW-Querbaukastens wie zum Beispiel Motoren und Infotainmentsysteme zu. Für die Combi genannte Lastenträgerversion des Kleinwagens werden in Verbindung mit dem 55 kW/75 PS starken Basis-Dreizylinderbenziner mindestens 13.090 Euro fällig.

Die Skoda-Designer haben dem Lasten-Fabia ein schickes Blechkleid geschneidert. Die ausdrucksvolle Front – identisch mit der des Kurzhecks - sorgt schon einmal für Aufmerksamkeit. Charakterisierte man früher das Aussehen des kleinen Kombis eher mit Begriffen wie praktisch oder knubbelig, fallen heute Attribute wie dynamisch oder schick.

Großen Anteil hat daran die Seitenlinienführung. Die im Vergleich zum Vorgänger um 3 Zentimeter abgesenkte Dachhöhe sowie die leicht abfallende Dachlinie liegen ganz im Trend. Im Zusammenspiel mit geschickt gesetzten Kanten und den typischen C-förmigen Heckleuchten wirkt der Combi durchaus flott. Immerhin: Auch lange Fondnutzer können trotz niedrigerer Dachhöhe immer noch bequem aufrecht sitzen. Das Platzangebot ist auf allen Plätzen gut.

Kein Wunder, schließlich hat der Tscheche in der Breite um 9 Zentimeter zugelegt. Viele Ablagen tragen übrigens zum Wohlfühlen bei. In der Länge bleibt indes fast alles beim Alten. Nur leicht gestreckt (plus 1 Zentimeter) misst er jetzt von Stoßstange zu Stoßstange 4,26 Meter. Innen geht es zumindest in den untersten Ausstattungsniveaus nicht sonderlich schick zu. Alles ist aber gut verarbeitet, die Sitzbezüge sowie Kunststoffverkleidungen sind hier zwar nicht trendy, dafür aber pflegeleicht.

Praktisch will der Fabia auch in anderer Hinsicht sein. Schon die zweite Generation hat mit ihrem großzügigen Gepäckteil gepunktet, die neue legt noch einmal um 25 Liter nach. Jetzt fasst das Ladeabteil in Normalstellung 530 Liter, als Lifestyle-Gefährt ist er also nicht gedacht.

Einziger Wermutstropfen: Klappt man die Rückenlehnen um, schafft die dritte Fabia Kombi-Generation nur noch 1.395 Liter, das sind rund 90 Liter weniger als zuvor. Neue, etwas raumgreifendere Rücksitze sowie eine geänderte Bodengestaltung fordern ihrem Litertribut.

Dafür gibt es aber einen zweiten Ladeboden, Verstausysteme für Krimskrams und leider auch eine Stufe beim Umklappen der Rückenlehnen. Ein System, das einen flachen Ladeboden bewirkt, wäre wohl zu teuer für den Kleinwagen gewesen.

Die Antriebspalette ist komplett neu und umfasst nun zwei Diesel und drei Benziner. Das Leistungsband reicht von 55 kW/75 PS bis 81 kW/110 PS bei den Benzinern, die Diesel leisten 55 kW/75 PS und 77 kW/105 PS. Zu den volumenstärksten Aggregaten zählt der 1,0-Liter-Einstiegs-Dreizylinder. Die 55 kW/75 PS reichen für ein halbwegs flottes Vorankommen, allerdings geht dem Aggregat bei bergigen Passagen schnell die Puste aus. Schalten ist angesagt, will man die nicht eben üppige 95 Nm-Durchzugskraft nutzen. Der 1,2-Liter-TSI mit 66 kW/90 PS (ab 14.340 Euro) dürfte für Fahrer mit Autobahnambitionen die bessere Wahl sein, zumal dieses Aggregat mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,7 Litern um 0,1 Liter sparsamer ist als der Basismotor.

Die Kraftübertragung erfolgt bei allen Motoren – mit Ausnahme des Toptriebwerks mit 81 kW/110 PS – serienmäßig über ein Fünfgang-Getriebe. Typisch Kleinwagen ist auch das Fahrverhalten. Gutmütig nimmt der Combi schnell gefahrene enge Kurven, zum Kurvenjäger ist er aber nicht gemacht, dafür federt er die meisten Bodenwellen ordentlich weg.

Das Platzangebot ist auf allen Plätzen gut. Viele Ablagen tragen übrigens zum Wohlfühlen bei.  Skoda

Das Platzangebot ist auf allen Plätzen gut. Viele Ablagen tragen übrigens zum Wohlfühlen bei.

Die neue, elektromechanische Lenkung vermittelt außerdem ein präzises Steuergefühl. Die ehemals leistungsstärkste Version RS, zuletzt mit 132 kW/180 PS, wird vermutlich in der Neuauflage nicht mehr realisiert. Aber als kleinen Trost offeriert Skoda im Herbst die Monte-Carlo-Version. Die wird vermutlich nicht nur durch optischen Zierrat Sportlichkeit suggerieren, sondern auch mehr bieten als 110 PS.

Ab 13.090 Euro ist der Ladekünstler zu haben. Allerdings ist das Active genannte Basisniveau mager ausgestattet. Wer unter anderem Wert auf eine Klimaanlage, Bordcomputer, elektrische Fensterheber sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel, einen in der Höhe justierbaren Arbeitsplatz und City-Notbremsfunktion legt oder mit einem schwarz-grauen Interieurfarbton hadert, sollte gleich die zweite Ausstattungsstufe (Ambition) wählen.

Natürlich kann auch der Kunde noch weiteres Geld für Bequemlichkeit, Aussehen sowie Sicherheit ausgeben. Schlüsseloser Zugang steht genauso wie schicke Leichtmetallfelgen oder ein Müdigkeitserkennungssystem zur Wahl. Nur bei der Außenfarbgestaltung gibt es keinen großen Spielraum. Eine Zweifarbenlackierung wie bei der Limousine gibt es nicht.

Charakterisierte man früher das Aussehen des kleinen Kombis eher mit Begriffen wie praktisch oder knubbelig, fallen heute Attribute wie dynamisch oder schick.  Skoda

Charakterisierte man früher das Aussehen des kleinen Kombis eher mit Begriffen wie praktisch oder knubbelig, fallen heute Attribute wie dynamisch oder schick.

Bislang entschieden sich 40 Prozent der Fabia-Käufer für das kleine Raumwunder. Dieser Anteil dürfte jetzt aufgrund des schickeren Aussehens und des großzügigen Kofferraumvolumens wachsen, zumal die klassische Kombi-Konkurrenz zurzeit nur aus zwei Mitbewerbern (Renault Clio Grandtour, Seat Ibiza ST) besteht. Und nicht jeder Interessent mit Ladebedarf will als Alternative einen SUV fahren, schließlich hat eine große Klappe auch ihre ganz eigenen Reize.

Technische Daten

Fünftüriger, fünfsitziger Kleinwagen-Kombi; Länge: 4,26 Meter, Breite: 1,73 / 1,96 Meter, Höhe: 1,47 Meter.
Radstand: 2,47 Meter, Ladevolumen: 530 bis 1.395 Liter;
Motor: 1,0-Liter, Dreizylinder, 55 kW/75 PS, Fünfgang-Getriebe, maximales Drehmoment: 95 Nm bei 3.000 bis 4.300 U/min, Vmax: 172 km/h,
Beschleunigung: 0 - 100 km/h: 14,7 Sek., Durchschnittsverbrauch: 4,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 109 g/km Effizienzklasse: C,
Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 13.090 Euro [Active]

1,2-Liter-TSI, 66 kW/90 PS, Fünfgang-Getriebe, maximales Drehmoment: 160 Nm bei 1.400 bis 3.500 U/min, Vmax: 185 km/h, 0-100 km/h: 11,0 s, Durchschnittsverbrauch: 4,7 l/100 km, CO2-Ausstoß: 107 g/km Effizienzklasse: B, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 14.340 Euro [Active)]

1,2-Liter-TSI, 81 kW/110 PS, maximales Drehmoment: 175 Nm bei 1.400 bis 4.000 U/min, Vmax: 199 km/h, 0-100 km/h: 9,6 s, Durchschnittsverbrauch: 4,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 110 (110) g/km Effizienzklasse: B, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 17.370 Euro [Ambition]

1,4-Liter-TDI, Dreizylinder, 66 kW/90 PS, Fünfgang-Getriebe, maximales Drehmoment: 230 Nm bei 1.750 bis 2.500 U/min, Vmax: 184 km/h, 0-100 km/h: 11,3 s, Durchschnittsverbrauch: 3,4 l/100 km, CO2-Ausstoß: 89 g/km Effizienzklasse: A+, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 16.540 Euro [Active/Ambition]

1,4-Liter-TDI, Dreizylinder, 77 kW/105 PS, Fünfgang-Getriebe, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.750 bis 2.500 U/min, Vmax: 196 km/h, 0-100 km/h: 10,2 s, Durchschnittsverbrauch: 3,5 l/100 km, CO2-Ausstoß: 92 g/km Effizienzklasse: A, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 19.220 Euro [Ambition]

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