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03.06.2014

10:04 Uhr

Skoda Roomster im Gebraucht-Check

Wertstabil und sorgenvoll

Quelle:dpa

Der Roomster ist ein treuer Begleiter, aber auch ein launischer. Das Resümee zieht der TÜV Report. 2006 kam der Skoda auf den Markt, in der Mängelliste stehen Ölverlust, Bremsverschleiß und Radaufhängungen.

Der Skoda Roomster hat selten Pannen, ist aber verschleißfreudig - so urteilen ADAC und TÜV über das ungewöhnlich designte Auto aus Tschechien. PR

Der Skoda Roomster hat selten Pannen, ist aber verschleißfreudig - so urteilen ADAC und TÜV über das ungewöhnlich designte Auto aus Tschechien.

BerlinMinivan oder Hochdachkombi? Der Skoda Roomster liegt irgendwo dazwischen, selbst der Hersteller verwendet beide Begriffe. Das tschechische Auto auf Basis des Kleinwagens Fabia hat von beiden Karosserievarianten etwas, und auch größenmäßig liegt der Viertürer mit seiner Fahrzeuglänge von 4,20 Metern in der Mitte. Entschiedener tritt der Roomster bei der Hauptuntersuchung (HU) auf - doch oft nicht zur Freude seiner Besitzer.

Ausgeschlagene Radaufhängungen schon bei vier Jahre alten Fahrzeugen, viele Mängel bei den Scheinwerfern und hoher Bremsverschleiß: Das sind die Hauptkritikpunkte, die im «TÜV Report 2014» genannt werden. Sie machen den Skoda Roomster nach Ansicht der Autoren zu einem eher launischen Auto. Auch der Ölverlust sei bei dem Modell hoch, beim Fabia tritt er bemerkenswerterweise weit seltener auf.

Der Blick auf die Pannenhäufigkeit stimmt etwas versöhnlich: Laut dem ADAC ist der Roomster in der Kleinwagenklasse ein vergleichsweise treuer Begleiter. Als häufiger auftretenden Makel nennt der Münchner Automobilclub Schäden an Zündkerzen beim Roomster 1.2 TSI bis Baujahr 2010. Fehlfunktionen im Motormanagement seien ebenfalls ein Problem.

Skoda brachte den Roomster im September 2006 auf den Markt. Der Wagen überraschte durch sein unkonventionelles Design der seitlichen unteren Fensterlinie. Berücksichtigt man, dass er auch als Kombiversion des Fabia durchgehen könnte, ist das maximale Ladevolumen von um die 1.800 Liter beachtlich.

Auch das Innenraumkonzept mit verschieb- und versetzbaren Rücksitzen überzeugte die Kritiker. Im Frühjahr 2010 gab es ein Facelift und sauberere Triebwerke.

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Wer eine Motorisierung mit ordentlich Dampf wünscht, wird beim Skoda Roomster enttäuscht: Die verbauten Benzin- und Dieselmotoren schöpfen höchstens 77 kW/105 PS aus vier Zylindern. Der schwächste Ottomotor leistet 47 kW/64 PS, der schwächste Selbstzünder - ein Dreizylinder - entwickelt 51 kW/70 PS. Alternative Antriebe hat Skoda beim Roomster nicht zu bieten, es gibt aber Spritsparversionen mit der Zusatzbezeichnung Green Line.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Der Roomster gilt als vergleichsweise wertstabil. Selbst für den Basisbenziner Roomster 1.2 HTP von 2006 mit 47 kW/64 PS und einer angenommenen Laufleitung von 104.200 Kilometern werden laut dem Branchendienst Schwacke noch rund 4.550 Euro fällig - der Neupreis lag einst bei 12.950 Euro.

Noch etwa 11.650 Euro kostet ein Roomster 1.2 TSI Family Green Line aus dem Baujahr 2012 mit 77 kW/105 PS auf dem Gebrauchtwagenmarkt (31.450 Kilometer). Wer einen Diesel sucht, müsste einen Roomster 1.4 TDI mit 59 kW/80 PS von 2010 für um die 8.100 Euro finden (79.300 Kilometer).

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