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16.08.2011

14:07 Uhr

Smart-Elektrofahrzeuge

Surfen auf der Elektro-Welle

Quelle:dpa

Die Elektroversion des Smart wird im Frühjahr 2012 auch für Privatkunden in den Handel kommen, bislang war sie Firmenflotten vorbehalten. Und ein passendes E-Bike gibt es nun auch.

E-Smart für alle: 2012 kommt der bislang Flottenkunden vorbehaltene elektrische Stadtflitzer in den Handel. dpa

E-Smart für alle: 2012 kommt der bislang Flottenkunden vorbehaltene elektrische Stadtflitzer in den Handel.

StuttgartWährend viele Autohersteller noch an ihrem ersten erfolgreichen Elektroauto schrauben, ist das Thema für die Mercedes-Tochter Smart schon fast ein alter Hut. Mit dem Start der ersten elektrisch angetriebenen Testflotte 2007 in London hatte Smart in Sachen Elektromobilität eine Vorreiterrolle übernommen. Damals war der Fortwo Electric Drive in einer Auflage von 100 Fahrzeugen in der britischen Hauptstadt unterwegs; bereits 2009 ging die zweite Generation des Smart ed in 18 Märkten an den Start. Mit rund 2.000 Einheiten bildet er eine der größten Flotten elektrisch angetriebener Fahrzeuge auf der Straße - nun verfügt der Hersteller über einen umfassenden Erfahrungsschatz, der jetzt in die dritte Generation des Smart Fortwo Electric Drive einfloss.

Auf der IAA zeigt das Stuttgarter Unternehmen Mitte September bereits die dritte Evolutionsstufe des elektrischen Smart. Anders als die beiden bisherigen Modellgenerationen wird der Stadtwagen in einer fünfstelligen Zahl produziert und ist damit auch für jeden privaten Interessenten verfügbar. Bislang war der Elektro-Zweisitzer nur ausgewählten Test- und Flottenkunden vorbehalten. Zu Preisen machte Smart allerdings noch keine Angaben.

Für acht Stunden an die Steckdose

Gegenüber dem aktuellen Modell steigt die Dauerleistung des Elektromotors von 27 auf 48 PS. Die kurzfristige Leistungsspitze liegt nun bei 75 statt 41 PS. Entsprechend verkürzt sich der Sprintwert von 0 auf 60 km/h um 1,5 auf 5,0 Sekunden. Zugleich hat Smart die Höchstgeschwindigkeit von 100 auf mehr als 120 km/h angehoben, so dass man auch auf der Autobahn mitschwimmen kann, ohne ständig von LKW belästigt zu werden.

Die Akkus stammen nicht mehr vom Kooperationspartner Tesla aus Kalifornien, sondern werden von der Deutschen Accumotive zugeliefert. Die Kapazität der Lithium-Ionen-Zellen liegt bei 17,6 Kilowattstunden und reicht laut Smart für bis zu 140 Kilometer. Danach muss der E-Smart für acht Stunden an die Steckdose. Alternativ gibt es gegen Aufpreis erstmals ein Schnellladesystem, das die Akkus binnen einer Stunde füllt. Voraussetzung dafür ist aber ein Starkstromkabel, mit dem das Fahrzeug an öffentlichen Schnellladestationen oder an einer sogenannten Wallbox verbunden werden kann.

Mit 130 Newtonmetern beschleunigt der E-Smart verzögerungsfrei in fünf Sekunden von 0 auf 60 km/h (zweite Generation 6,5 Sekunden) und zieht dank besserem Durchzug auch im oberen Geschwindigkeitsbereich den Standardsprint von 0 auf 100 km/h mit weniger als 13 Sekunden deutlich besser durch als sein Vorgänger, der die 100 km/h als Höchstgeschwindigkeit erreichte.

Pressefoto

Das neue Modell zeigt einen größeren Kühlergrill mit integriertem Electric-Drive-Logo, Tageslicht-LED unterhalb der Scheinwerfer, verbreiterte Türschweller und einige Modifikationen am Heck. Serienmäßig gibt es den neuen E-Smart in sämtlichen verfügbaren Farben und Farbzusammenstellungen, die auch für die Diesel- und Benziner-Modelle zur Verfügung stehen. Mit dem Electric-Drive-Designpaket mit kristallweißen Body Panels, weißen Alufelgen, einer grün lackierten Tridionzelle und grünen Spiegelkappen sowie zahlreichen grünen Akzenten im Innenraum in reizvollem Kontrast zu den schwarzen Sitzen bekennt sich der Käufer deutlich zum Elektroantrieb.

Pressefoto

Die Ausstattung umfasst außerdem eine Klimaanlage mit Pollenfilter und Vorklimatisierung. Wie bei der Generation zwei kann das Fahrzeug zur einprogrammierten Abfahrtszeit je nach Bedarf vorgekühlt oder beheizt werden, wenn es mit einem Stromnetz verbunden ist. Neu ist die Möglichkeit, die Vorklimatisierung über das Internet oder ein Smartphone zu jedem beliebigen Zeitpunkt selbst zu starten.
Zur Standardausstattung gehören elektrische Fensterheber und elektrisch verstellbare Außenspiegel, das Lederlenkrad, der Lederschaltknauf, das Entryline-Radio, die Servolenkung, Neun-Speichen-Leichtmetallräder und die Gepäckabdeckung. Wie schon beim Vorgängermodell stehen neben dem serienmäßigen Volldach auch ein Glasdach sowie eine Cabrio-Version zur Wahl.
Der ebenfalls serienmäßige Bordcomputer beinhaltet einen Reiserechner, der die verbleibende Reichweite anzeigt. An zwei Rundinstrumenten lassen sich wie beim Vorgängermodell der Ladezustand der Batterie sowie die genutzte beziehungsweise rekuperierte Energie ablesen.

Als erste Automobilmarke hat Smart eine eigene Drive-App für das iPhone entwickelt. Sie verwandelt das Kult-Handy in einen multimedialen Bordcomputer, der auch Telefonieren über Freisprechanlage, umfangreiches eigenes Musikrepertoire und Internetradio sowie Navigation ermöglicht. Hinzu kommen pfiffige Extras wie ein Car Finder, der den Weg zum geparkten Auto weist. Aber auch über ein Webportal lassen sich vom PC zu Hause aus oder mit jedem modernen Smartphone der aktueller Ladezustand oder die Smart-Charging-Ladekonfiguration bequem kontrollieren und steuern. Die sogenannte „Vehicle-Homepage“ gibt jedem Kunden die Möglichkeit, sich die Reichweite auf einer interaktiven Karte mit 3D-Ansichten darstellen zu lassen. Passend zur aktuellen Batterieladung werden alle erreichbaren Ziele angezeigt. Auch die erreichbaren öffentlichen Ladesäulen können auf einen Blick erfasst werden. Liegt ein gewünschtes Ziel außerhalb der Reichweite, kann über die Vehicle Homepage rasch geprüft werden wie viel Batterieladung noch zusätzlich benötigt wird.

Kommentare (1)

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tpodlech

16.08.2011, 22:28 Uhr

Hallo Handelsblatt Team,

schon 1996 hat Toyota den Rav4, GM den EV1 und Ford den Ranger in Serie produziert und als Leasing vermarktet. Den Ranger hat noch ein Kunde von uns und fährt damit regelmäßig in Hattingen / Ruhr.
Zu dem Thema ist ein großartiger und unterhaltsamer Dokumentarfilm online: "Warum das Elektroauto sterben musste".
http://akademieintegra.wordpress.com/2011/08/11/%E2%80%9Cwarum-das-elekroauto-sterben-musste%E2%80%9D/

Gruß
TP

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