Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.03.2006

21:57 Uhr

Sprachsteuerung

Autos hören aufs Wort

VonFred Wagner

Navigationssysteme zählen bei Neuwagen fast schon zur Serienausstattung. Doch die Zieleingabe per Sprache, die viele Geräte bieten, hat oft noch ihre Tücken. Schwierige Städte- und Straßennamen werden von den Systemen einfach nicht verstanden und müssen umständlich buchstabiert werden. Sonst kann es passieren, dass der Autofahrer statt im sächsischen Aue im bayrischen Au oder im hessischen Aua landet. Neue Systeme sollen nun die Kommunikation mit den Computern verbessern.

DÜSSELDORF. Um eine Stadt in Europa zu erkennen, muss das Navigationssystem bis zu 80 000 Namen unterscheiden und eindeutig zuordnen. Hinzu kommt, dass Namen nicht entsprechend ihrer Schreibweise ausgesprochen werden oder Abkürzungen enthalten. Dennoch hat die Bosch-Tochtergesellschaft Blaupunkt jetzt eine Lösung gefunden, die es erlaubt, Spracherkennung bereits in einfachen Navigationsgeräten der nächsten Generation einzusetzen, ohne dass es zu Verständigungsproblemen bei der Zieleingabe kommt. Das erste Gerät soll spätestens 2008 bei einem deutschen Fahrzeughersteller in Serie gehen.

Das Neue: Der Nutzer gibt den Zielort in natürlicher Sprache in das Gerät ein und wird in einem mehrstufigen Dialog vom System geführt. „Der vom Navigationssystem verstandene Ort wird anschließend wiederholt und zusätzlich optisch im Display präsentiert. Erst nach Bestätigung der Eingaben durch den Nutzer wird die Zielführung gestartet“, erklärt Friedhelm Pickhard, Leiter des Produktbereiches Driver Information.

Branchen-Experten sagen voraus, dass die intuitive Bedienung der Fahrzeugfunktionen in den nächsten Jahren den Kauf eines Neufahrzeuges entscheidend beeinflussen wird. Da in Zukunft die elektronischen Funktionen im Fahrzeug weiter zunehmen, kommt es hier auf gute Bedienhilfen an. Daher wird die speziell auf den Autofahrer zugeschnittene Sprachdialogführung nicht nur die Belastung des Fahrers bei der Bedienung des Navigationssystems verringern, sondern auch bei der Bedienung neuer Multimedia-Systeme helfen – etwa bei der Auswahl eines Titels aus einer Musikdatenbank. Darüber hinaus verbessert die Technik die Sicherheit im Straßenverkehr, denn der Autofahrer muss die Hand nicht mehr vom Steuer nehmen – das lästige Drücken von Knöpfen hat sich damit erledigt.

Auch Harman/Becker Automotive Systems, das beispielsweise die Sprachdialogsysteme für Audi-, Mercedes- und BMW-Modelle liefert, prognostiziert einen wachsenden Markt für Sprachbediensysteme im Auto. Die Entwicklungsmannschaft aus Ulm brachte vor genau zehn Jahren mit der Linguatronic für die Mercedes S-Klasse den weltweit ersten Spracherkenner ins Fahrzeug.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×