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01.08.2013

14:03 Uhr

Start-Stopp-Systeme

Sparen beim Stehen

Quelle:MID

Start-Stopp-Systeme sollen Kraftstoffverbrauchs und C02-Emissionen senken - und bis 2020 zum Standard der Industrie werden. Doch viele Fahrer begegnen dem automatischen Stoppen und Starten noch mit Vorbehalt.

Mit der Start-Stopp-Automatik sinkt der Verbrauch im Stau. dpa

Mit der Start-Stopp-Automatik sinkt der Verbrauch im Stau.

HerzogenaurachStart-Stopp-Systeme, die bei Fahrzeugen im Stand den Motor abschalten und zum Anfahren sofort wieder starten, leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und zur Senkung der C02-Emissionen. Noch begegnen freilich viele Fahrer dem automatischen Stoppen und Starten mit Vorbehalt. Doch bis 2020 sollen die Systeme zum Fahrzeugstandard gehören. Vor allem in den USA, wo 95 Prozent aller Fahrzeuge mit einem automatischen Getriebe ausgestattet sind, werden neue Techniken erforderlich sein, wie sie beispielsweise Automobilzulieferer Schaeffler aus Herzogenaurach entwickelt hat.

Noch streiten die Gelehrten, welches Einsparungspotential Start-Stopp-Systeme konkret aufweisen. Der ADAC schätzt das Potential auf zwei bis drei Prozent, Siemens hat bei Versuchsfahrten vier bis sieben Prozent ermittelt. Vor allem im Stadtverkehr mit seinen vielen Ampelstopps und in Staus sind die Sparmöglichkeiten der Start-Stopp-Systeme noch lange nicht ausgeschöpft. Alleine in den Staus auf deutschen Straßen verpuffen jährlich bis zu zwölf Milliarden Liter Benzin und Diesel. Eine unvorstellbare Menge, für deren Transport 30 000 Tankfahrzeuge mit jeweils 40 000 Liter Ladekapazität erforderlich sind.

Bereits beim ersten Start-Stopp-System, das Mitte der Siebziger Toyota für seine Mittelklasse-Limousine Crown entwickelt hatte, lag das Einsparpotential beim Verbrauch im Stadtverkehr von Tokio bei zehn Prozent. Bemühungen einzelner Autohersteller in den Achtzigern und Neunzigern, Start-Stopp-Systeme zu etablieren - wie Fiat mit dem Regata "ES" oder Volkswagen mit dem Golf "Ecomatic"- scheiterten sowohl an der ausbleibenden Kundenakzeptanz, als auch am fehlenden Druck entsprechend hoher Kraftstoffpreise; von nicht absehbaren Grenzwerte für CO2-Emissionen ganz abgesehen.

Die fehlende Kundenakzeptanz fokussierte sich vor allem auf die Zuverlässigkeit der Systeme. Fragen nach der Schädlichkeit für den Motor und den Verschleiß der Batterie können die Anbieter der Systeme zwar vorbehaltlos verneinen, doch noch ist Aufklärungsarbeit und Werbung für das technische Spritspar-Konzept erforderlich. Bis 2020, so die Spezialisten bei Schaeffler, werden Start-Stopp-Systeme bei Neuwagen zur Standardausstattung gehören wie ABS oder elektronische Stabilisierungsprogramme (ESP).

Für die Entwickler der Systeme formuliert gerade der amerikanische Markt neue Herausforderungen. Denn dort sind bereits heute rund 95 Prozent aller Pkw mit automatischen Getrieben ausgestattet. Das entsprechende Start-Stopp-System muss dabei nicht nur das reine Abstellen des Motors nach dem Stillstand des Fahrzeugs und das Anlassen vor dem Anfahren berücksichtigen, sondern die mit den Systemen häufig verbundenen Qualitätseinbußen beim Anfahren kompensieren.

Kommentare (3)

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Maier

03.08.2013, 09:47 Uhr

Dadurch braucht man 3 Batterien in dem Zeitraum wo ich im herkömmlichen Fahrzeug nur eine brauche.
Angenommen die Batterie geht immer kaputt wenn ich unterwegs bin, bedeudet das, dass ich 3 mal den Pannendienst brauche und 3 mal liegen bleibe.
Für die Hersteller ist das natürlich alles super da sie ja dadurch wieder mehrfach kassieren können.

Account gelöscht!

04.08.2013, 15:26 Uhr

Ich fahre mit Start-Stopp-Automatik und bin sehr zufrieden damit. Es gibt keinerlei Einschränkung im Fahrkomfort. Der Motor startet z.B. an der Ampel im Sekundenbruchteil ohne merkliche Verzögerung. Erhöhten Verschleiß habe ich nicht beobachtet. Den Einspareffekt kann jeder selbst abschätzen: Wie lange (in Prozent der Fahrzeit) stehen Sie bei Stadtverkehr an der roten Ampel? Das entspricht grob der Spriteinsparung in Prozent.

Andreas

06.08.2013, 06:15 Uhr

Bei der Start Stopp Funktion bei der A Klasse springt der Motor nach 15 Sekunden von selber wieder an. Der Wagen ist jetzt 3 Jahre alt. Am Anfang wars mal besser. Ob man damit was spart? Den Mist kann man noch nicht mal dauerhaft ausschalten!

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