Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.07.2014

14:45 Uhr

Subaru Forester als Gebrauchtwagen

Unauffällig bis zu Perfektion

Quelle:Spotpress

Top-Platzierungen in Umfragen zur Kundenzufriedenheit – unter ferner liefen in den Verkaufscharts: Bei keiner Marke klaffen Fahrzeugqualität und Neuzulassungszahlen derart auseinander wie bei Subaru.

Der Forester ist keine Schönheit, aber schön praktisch Subaru

Der Forester ist keine Schönheit, aber schön praktisch

SUV kauft man in der Regel vor allem aus modischen Gründen. Einen Subaru Forster hingegen wegen seines hohen Alltagsnutzens. Der japanische Allrader ist zwar nicht gerade eine Schönheit, aber dafür verlässlich und nahezu unverwüstlich. Vor allem in der zwischen 2002 und 2008 gebauten zweiten Generation ist er auf dem Gebrauchtwagenmarkt häufig anzutreffen.

Karosserie und Innenraum: Subaru-Design ist zeitlos – allerdings nicht unbedingt im positiven Sinne. So wie viele jüngeren Modelle der Marke wirkt auch der Forester so, als könnte er schon leicht zehn Jahre mehr auf dem Buckel haben. Im Ausgleich bietet der 4,45 Meter lange Kompakte dafür Platz und Stauraum im Überfluss. Das Raumangebot vorn und hinten entspricht dem eines Mittelklasse-Kombis. Der Fahrer sitzt dank der erhöhten Bodenfreiheit aber wie in einem SUV und genießt eine hervorragende Rundumsicht.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Im Fond finden zwei Personen viel Freiheit für Kopf und Knie, kommt ein Dritter hinzu, wird es um die Schultern aber ein wenig eng. Das Gepäckabteil fasst bis zu 1.629 Liter. Wem das nicht reicht, der kann noch bis zu 1.950 Kilogramm an die Anhängerkupplung nehmen. Interessenten sollten allerdings nach Möglichkeit ein Exemplar wählen, das nicht allzu häufig im verschleißfördernden Hängerbetrieb unterwegs war.

Motor: So bieder der Forester von außen wirkt, so exotisch geht es unter der Motorhaube zu. Zum Einsatz kommen ausschließlich Vierzylinder-Benziner in Boxer-Bauweise – zurzeit in dieser Kombination einzig von Subaru angeboten.

Allradantrieb ist serienmäßig Subaru

Allradantrieb ist serienmäßig

Die laufruhigen Antriebe mit 2,0 bis 2,5 Liter Hubraum treiben den nur rund 1,3 Tonnen schweren Allrader mit Vehemenz nach vorne. Schon die Einstiegsversion mit 90 kW/122 PS bietet gute Fahrleistungen, wer richtig schnell unterwegs sein will, wählt den 2,5-Liter-Turbomotor mit bis zu 130 kW/170 PS. Alle Varianten gelten als sehr robust, allerdings auch als extrem trinkfreudig.

In der Regel dürfte der Verbrauch auch bei sanftem Gasfuß zweistellig ausfallen. Erleichterung bieten die zahlreichen Fahrzeuge, die nachträglich auf den Betrieb mit preiswertem Autogas umgerüstet wurden. Kaufinteressenten sollten sich in diesem Fall aber vergewissern, dass der Umbau von einem zertifizierten Betrieb durchgeführt wurde.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Joachim Buch

28.07.2014, 19:33 Uhr

Wenn man sowas braucht und zu DEM genannten Preis einkaufen kann, dann interessieren auch die Trinksitten nicht mehr. Für die Differenz zu einem sparsameren "SUV" kann man in einen gebrauchten Forester viel Sprit reinkippen.

Herr Ingo Meyer

28.07.2014, 20:03 Uhr

Die Kunden und die Händler sind mit der Marke zufrieden. Was will man mehr? Ich habe das Auto 2 Wochen im australischen Outback gefahren. Mein Urteil in einem Wort: Überzeugend!
Kein Wunder, dass die Marke auf diesem Kontinent so beliebt ist!
Den Benziner würde ich hier mit einer Autogasanlage (LPG) nachrüsten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×