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01.04.2014

12:24 Uhr

Subaru Forester im Fahrtest

Die ehrliche Haut

Quelle:Spotpress

Ein Kompakt-SUV kauft man wegen des modischen Stylings. Einen Subaru Forster aus dem Gegenteil.

Test: Subaru Forester - Eine ehrliche Haut Subaru

Subaru Forester: Technisch und preislich eine Alternative zu VW Tiguan, Ford Kuga, und Toyota RAV4. Modisch eher nicht.

Oberflächlich betrachtet ist der Subaru Forester ein reizloses Auto. Gerade zwischen den auf Styling und Sportlichkeit bedachten Konkurrenzprodukten in der Kompakt-SUV-Klasse fällt der nüchtern gestaltete Japaner ab wie ein Nokia 3310 zwischen lauter Apple-iPhones. Ähnlich wie bei dem legendär stabilen finnischen Handtelefon der 00er-Jahre erschließt sich auch der Charme des Subaru vor allem leicht konservativen Naturen.

Zu sagen, dass etwas wie ein Relikt aus vergangener Zeit wirkt, ist für ein Auto nicht unbedingt ein Kompliment. Und auch beim Forester ist es zumindest teilweise auch nicht so gemeint. Denn ein wenig mehr Raffinesse, Gestaltungswillen und Formenliebe hätten die Subaru-Designer durchaus entwickeln können. Das gilt nicht nur für die Blechhaut, sondern vor allem für den Innenraum: eine Plastikwüste in Retro-Ästhetik. Aber alles pflegeleicht und gut verarbeitet. Während sich sonst nicht einmal mehr Kleinstwagen heutzutage noch solch eine Ödnis leisten, ist sie erst recht im Bereich der 30.000-Euro-SUVs eine Ausnahmeerscheinung. Fast schon ein bisschen fremd wirken da schon Extras wie die optionale Harman-Kardon-Musikanlage oder die – phlegmatisch öffnende – elektrische Heckklappe.

Im Gelände ist der Forester besser als die meisten Konkurrenten Subaru

Im Gelände ist der Forester besser als die meisten Konkurrenten

Das Anti-Wellness-Programm ist zumindest teilweise aus der Not geboren; als vergleichsweise winziger Hersteller muss Subaru sparen, wo es geht. Weil man dies aber nicht bei der Technik tut, müssen eben die Sekundärtugenden dran glauben.

Andererseits: Der Subaru-Kunde scheint es genau so zu wollen – zumindest legen das die Ergebnisse zahlreicher Zufriedenheitsstudien nahe, bei denen die Autos der Japaner immer auf Spitzenpositionen abschneiden – nicht selten sogar mit meilenweitem Vorsprung vor der Konkurrenz.

Der so positiv gestimmte Kunde ist aber ein spezieller Schlag Autokäufer. Denn massenkompatibel sind die Fahrzeuge der Allradmarke schon allein wegen ihres unmodischen Auftritts nicht. Dafür aber sehr praktisch. So bietet der Forester dank des schmucklosen Kastendesigns sehr viel Platz und zusätzlich eine ungewohnt gute Rundumsicht.

Zudem geht er bei den Dimensionen eher in die Länge (4,60 Meter) als in die Breite (1,80 Meter), wodurch er in genormte Parklücken deutlich besser passt als die meist stämmiger gebaute Konkurrenz.

Der Innenraum ist schmucklos Subaru

Der Innenraum ist schmucklos, das Lenkrad mit Knöpfen überladen.

Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal ist aber der Allradantrieb, der anders als bei allen aktuellen Wettbewerbern tatsächlich das Attribut „permanent“ verdient. Während sich nämlich bei VW Tiguan, Ford Kuga und Co. die Hinterachse erst leicht verzögert zuschaltet, wenn die Sensoren Traktionsverlust vermelden, ist der Forester wirklich immer mit vier angetriebenen Rädern unterwegs und kann dadurch auf die zeitversetzte Regelung der elektronisch gesteuerten Allradkupplungen der Konkurrenz verzichten.

Ein Vorteil, den jeder zu schätzen weiß, der regelmäßig auf Waldwegen unterwegs ist oder einen Hänger über matschige Wiesen zieht. Also eher nicht der typische SUV-Käufer, der maximal mal auf einem unbefestigten Seitenstreifen parkt.

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