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11.03.2011

11:49 Uhr

Supersportwagen MP4-12C

Keine Kompromisse mehr bei McLaren

VonFranz Rother
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Nach der gescheiterten Kooperation mit Mercedes baut der Formel-1-Rennstall McLaren nun selbst Sportwagen. Mit dem 200.000 Euro teuren MP4-12C startet das Unternehmen in eine neue Ära - und trifft auf starke Konkurrenz.

McLaren MP4-12C: Auf Tempo 200 in 8,9 Sekunden. Quelle: Reuters

McLaren MP4-12C: Auf Tempo 200 in 8,9 Sekunden.

Manchmal fehlt zur Perfektion nur eine Fingerbreite. Ron Dennis ärgert sich heute noch, damals die Pläne von Stararchitekt Norman Forster nicht sorgfältig genug studiert zu haben. Denn als der Rohbau des McLaren Technology Centre im südenglischen Woking fertig war, zeigte sich, dass die Gasse, durch die die Formel-1-Boliden zum Transporter geschoben werden, einige Zentimeter zu breit war. Folge: Die Bodenfliesen konnten nicht bündig mit der Wand verlegt, sondern mussten geschnitten werden.

Ein solcher Fehler wird dem millionenschweren Chairman von McLaren Automotive sicher nicht noch mal unterlaufen. Nicht beim Neubau der Autofabrik, die gerade in Woking hochgezogen wird. Und auch nicht beim neuen Sportwagen MP4-12C, der dort von April an montiert wird, dem ersten reinrassigen McLaren für den Straßenverkehr.

Keine Eingriffe mehr aus Stuttgart

Kompromisse sind Dennis ein Graus. Davon hat er in den 14 Jahren während der Kooperation mit Teilhaber Mercedes im Motorsport und bei der gemeinsamen Produktion des Mercedes SLR zu viele schließen müssen. Aus dem reinrassigen Sportwagen, lästert man in Woking, sei durch die Eingriffe der Stuttgarter ein Monstrum geworden. Nach 2.200 Exemplaren wurde die Produktion des 350.000 Euro teuren Flitzers Ende 2009 eingestellt.

Mercedes-McLaren ist Geschichte, in der Formel 1 wie im Automobilbau gehen beide Unternehmen nun getrennte Wege. Durch Rückkauf ist der Anteil von Daimler an der McLaren Group von 40 auf 16 Prozent gesunken. Spätestens Ende 2011 regiert in Woking Dennis, der dann 25 Prozent der Anteile halten wird, zusammen mit Mansour Ojjeh von der Investmentfirma TAG (25 Prozent) und der Staatsholding Bahrain Mumtalakat (50 Prozent).

Die Gruppe mit 1.700 Beschäftigten ist so finanzstark, dass sie für die Entwicklung des Sportwagens und den Bau der Fabrik - ein Investment von 930 Millionen Euro - keine Kredite benötigte. "Wir haben einen sehr konservativen Businessplan und aufregende Produkte - wir erwarten, sehr schnell profitabel zu sein", sagt Dennis.

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