Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.05.2015

09:05 Uhr

Suzuki Splash als Gebrauchtwagen

Kleiner mit kleinen Schwächen

Quelle:Spotpress

Mag der kastenartige Suzuki Splash auch nicht jeden Geschmack treffen – für sein Alter sieht der Kleine ziemlich frisch aus. Auch bei der Kfz-Hauptuntersuchung macht der hoch gebaute Japaner meist eine gute Figur.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Wagon R+ ist der Suzuki Splash etwas rundlicher geworden.  Suzuki

Suzuki Splash

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Wagon R+ ist er etwas rundlicher geworden.

DüsseldorfAls Nachfolger des kantigen Wagon R+ kam der Suzuki Splash 2008 auf den Markt. Mit seinen Abmessungen überragt er zwar einige Kleinstwagen-Konkurrenten, aber er setzt ja auch auf maximale Raumausnutzung. Ende vergangenen Jahres wurde seine Produktion eingestellt. Als Gebrauchter zeigt sich der Splash zwar noch wohlgelaunt, ganz mängelfrei ist der Kleinstwagen jedoch nicht.

Karosserie und Innenraum: Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist der Suzuki Splash etwas rundlicher geworden. Mit freundlichen Scheinwerfer-Augen und kurzem, knackigen Heck sollte er auch über die Optik Pluspunkte sammeln. Im Interieur gelingt das weniger. Das Cockpit ist zwar ergonomisch angelegt und intuitiv bedienbar, doch es dominiert Hartplastik, was den ansonsten guten Eindruck ein wenig trübt.

Und auch auf der Hebebühne bei der Kfz-Hauptuntersuchung macht der hoch gebaute Japaner noch immer eine überaus gute Figur. Suzuki

Keine Probleme bei der HU

Auch auf der Hebebühne bei der Kfz-Hauptuntersuchung macht der hoch gebaute Japaner noch immer eine überaus gute Figur.

Durch seine steilen Seitenscheiben und die weit entfernte Frontscheibe entsteht ein luftiges Raumgefühl im 3,78 Meter kurzen und 1,68 Meter breiten Japaner. Wer die Rückbank des ausschließlich als Fünftürer erhältlichen Splash umklappt, senkt gleichzeitig die Sitzfläche ab, sodass eine ebene Ladefläche entsteht. Das Kofferraumvolumen steigt dann von 202 auf 1.050 Liter.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Motoren und Fahrwerk: Weil hohe Autos leichter kippen können, beugt Suzuki dieser Gefahr mit einem extrem harten Fahrwerk vor. Die Insassen werden demnach je nach Straßenbelag ordentlich durchgeschüttelt. Angeboten wurde der Splash mit drei Motoren: zwei Benzinern sowie einem von Fiat zugekauften 55 kW/75 PS starken Diesel, der 2010 allerdings abgeschafft wurde.

Wer einen Splash mit Ottomotor sucht, hat die Wahl zwischen dem kleineren Aggregat mit 50 kW/68 PS sowie dem stärkeren 63 kW/86 PS-Benziner. Letzterer ist seit 2010 kräftiger geworden (69 kW/94 PS) und neben der serienmäßigen Fünfgang-Schaltung auch mit einer vierstufigen Automatik erhältlich gewesen. Diese hat seinerzeit allerdings erschreckende 2.600 Euro zusätzlich gekostet und ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt eher selten anzutreffen.

Das Cockpit ist zwar ergonomisch angelegt und intuitiv bedienbar, doch es dominiert Hartplastik, was den ansonsten guten Eindruck ein wenig trübt. Suzuki

Es dominiert Hartplastik

Das Cockpit ist ergonomisch angelegt und intuitiv bedienbar.

Ausstattung und Sicherheit: Vier Sterne erhielt der Splash 2008 beim Euro-NCAP-Crashtest. Dem Anspruch eines schicken Kleinstwagens wird er bei der Ausstattung nicht ganz gerecht. Die passenderweise „Basic“ genannte Basisausführung verzichtete auf ESP und Kopf-Airbags. Beides gab es erst ab der Variante „Club“.

Dann gibt es auch elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, geteilt umlegbare Rücksitze, Sitzheizung vorne sowie eine Klimaanlage. In der höchsten Ausstattungsstufe „Comfort“ sind zusätzlich noch Nebelscheinwerfer, ein Lederlenkrad sowie ein CD-Radio mir Lenkradbedienung an Bord.

Wer die Rückbank des ausschließlich als Fünftürer erhältlichen Splash umklappt, senkt gleichzeitig die Sitzfläche ab, sodass eine ebene Ladefläche entsteht. Suzuki

Ebene Ladefläche

Wer die Rückbank des ausschließlich als Fünftürer erhältlichen Splash umklappt, senkt gleichzeitig die Sitzfläche ab.

Qualität: Bei noch recht jungen Gebrauchten gibt es wenig zu bemängeln, die Lichteinstellung stimmt meist und die Bremsscheiben, -leitungen und -schläuche fallen ebenfalls kaum negativ auf. Ab der zweiten Hauptuntersuchung notieren die TÜV-Prüfer beim van-artigen Japaner jedoch überdurchschnittlich oft angeschlagene Achsen. Darüber hinaus gibt es auch an Federn und Dämpfung immer mal wieder was auszusetzen.

Fazit: Passend zur Optik ist auch die Technik des Suzuki Splash nach einigen Jahren noch gut in Form. Wer einen älteren Stadtflitzer sucht, sollte auf einwandfreie Wartungspapiere achten. Im Zweifel sollte man den Gebrauchten einem Sachverständigen vorführen. Für ein gut erhaltenes Exemplar müssen mindestens 3.900 Euro angelegt werden.

Durch seine steilen Seitenscheiben und die weit entfernte Frontscheibe entsteht ein luftiges Raumgefühl im 3,78 Meter kurzen und 1,68 Meter breiten Japaner.  Suzuki

3,78 Meter kurz und 1,68 Meter breit

Durch seine steilen Seitenscheiben und die weit entfernte Frontscheibe entsteht ein luftiges Raumgefühl.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×