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09.02.2016

21:45 Uhr

Takata-Airbags

Daimler ruft 840.000 Fahrzeuge zurück

Das Airbag-Debakel des japanischen Zulieferers Takata hat Daimler mit größerer Wucht als bislang bekannt erfasst. Die Stuttgarter rufen in den USA Hunderttausende Pkw und Vans zurück – vorsorglich, wie sie betonen.

Der Autobauer lässt Tausende von Fahrzeugen wegen Takata-Airbags zurück holen. ap

Daimler

Der Autobauer lässt Tausende von Fahrzeugen wegen Takata-Airbags zurück holen.

StuttgartDaimler ist stark von der jüngsten Ausweitung des Debakels um defekte Airbags des japanischen Zulieferers Takata in den USA betroffen. Der deutsche Autobauer teilte am Dienstag mit, 705.000 Mercedes-Benz Pkw und und rund 136.000 Daimler Vans vorsorglich in die Werkstätten zu beordern. Das entspricht mehr als dem Doppelten des letzten US-Jahresabsatzes der Stuttgarter. Die US-Verkehrsaufsicht hatte Daimler zuvor darüber informiert, dass der Behörde mögliche Defekte gemeldet worden seien.

Mit den Airbags von Takata gibt es in der Auto-Industrie schon seit Jahren große Probleme. Sie können wegen technischer Mängel unvermittelt auslösen und so eine regelrechte Explosion verursachen, bei der Teile der Verkleidung durch den Innenraum des Fahrzeugs geschleudert werden. US-Ermittler gehen von mindestens zehn Todesfällen im Zusammenhang damit aus.

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Daimler teilte am Dienstag außerdem mit, Rückstellungen für den Rückruf gebildet zu haben, die das Konzernergebnis 2015 um 340 Millionen auf 8,7 Milliarden Euro schmälern.

Bislang gilt BMW als der am stärksten von den Takata-Mängeln betroffene deutsche Hersteller. Ende Januar hatte die US-Verkehrsbehörde jedoch eine Ausweitung des landesweiten Rückrufs um fünf Millionen weitere Autos angekündigt. Es seien in den USA nun insgesamt mehr als 24 Millionen Fahrzeuge betroffen. Die NHTSA hatte im Oktober erklärt, die Probleme ballten sich bei den fünf Autobauern Fiat Chrysler, Ford, Mazda, Honda und BMW, auf die 14 Millionen der Wagen entfielen. Der größte Teil betrifft Honda.

Bei Daimler war bereits bekannt, dass einige Laster der Marke Daimler Trucks North America betroffen sind. Die jüngste Ausweitung des Rückrufs betrifft auch die VW-Tochter Audi. Allerdings gibt es bislang weder von der NHTSA noch vom Unternehmen konkrete Angaben zum Ausmaß. Ein VW-Sprecher sagte am 24. Januar auf Nachfrage, welche Fahrzeuge des Konzerns betroffen seien, müsse intern ermittelt werden.

Volkswagen habe den von der NHTSA angeordneten Rückruf aller Takata-Fahrerairbags vom Typ SDI und PSDI auf dem US-Markt „zur Kenntnis“ genommen: „Volkswagen wird die Auswirkungen dieser Entscheidung für den US-Markt und andere Märkte sorgfältig bewerten und kooperativ mit der NHTSA und anderen Behörden zusammenarbeiten.“

Obwohl die Airbags des Zulieferers seit über zehn Jahren Probleme machen, ist die genaue Ursache noch immer nicht abschließend geklärt. Takata vertritt den Standpunkt, die Unfälle stünden im Zusammenhang mit besonders heißem und feuchtem Klima. Den Einsatz des Treibstoffs Ammoniumnitrat, der als Auslöser im Verdacht steht, hat das Unternehmen größtenteils gestoppt. Takata hat von der NHTSA bereits Millionenstrafen aufgebrummt bekommen, Top-Manager des Konzerns wurden vom Kongress ins Kreuzverhör genommen.

Von

dpa

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