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23.05.2016

12:50 Uhr

Test: Ford S-Max

S wie gemütlich

VonHanne Schweitzer
Quelle:Spotpress

Der Ford S-Max ist ein bequemes Auto mit maximal viel Platz – insofern macht er seinem Namen alle Ehre. Warum vor dem „Max“ noch ein „S“ steht, ist allerdings unklar - mit Sport kann das nur am Rande zu tun haben.

Test: Ford S-Max - S wie gemütlich Ford

Ford S-Max

Zu stylisch für einen Pampersbomber.

Wann haben Sie zuletzt den Begriff „Pampersbomber“ gehört? Schon länger her, oder? Der abfällige Begriff ist mit der Gattung der braven Familienvans, die er bezeichnet, aus der Mode gekommen. Nicht etwa, weil Mütter und Väter ihre Sprösslinge nun in Kleinwagen stapeln oder Stammtischparolen weniger gehässig geworden sind. Heute sind es die „Mutti-Panzer“, Sie wissen schon, die bulligen SUV, die vorzugsweise vor Schulen oder Kindergärten Verkehrschaos anrichten, um mal im Duktus zu bleiben.

Vor allem im Vergleich zu den boomenden SUV wirken die Akteure des rückläufigen Van-Segments auf viele Autokäufer unmodern und bieder. Der seit 2015 in der zweiten Generation gebaute S-Max macht wohl auch deshalb betont auf sportlich. Im zweiwöchigen Test offenbarte er aber sein wahres Ich – und das hat mit Sport nur am Rande zu tun.

Äußerlich lässt der S-Max an Dynamik kaum zu wünschen übrig: Der trapezförmige Kühlergrill-Schlund, den die neuen Ford-Modelle tragen, steht ihm gut, die Silhouette wirkt gestreckt und kaum van-typisch kastig, zum Heck hin fällt das Dach leicht ab. Dass der S-Max deutlich sportlicher wirkt als das 3.000 Euro teurere Schwestermodell Galaxy - ein klassischer „Pampersbomber“ - liegt auch daran, dass er bei gleichem Radstand (2,85 Meter) und etwas weniger Länge (4,80 Meter) fast zehn Zentimeter niedriger ist.

Das Panoramadach kostet 950 Euro, die LED-Scheinwerfer 1.520 Euro  Ford

Viele Extras

Das Panoramadach kostet 950 Euro, die LED-Scheinwerfer 1520 Euro.

Eine etwaige Kritik an etwas weniger Kopffreiheit wäre Klagen auf hohem Niveau, bieten doch sogar die beiden schmalen Plätze der optionalen dritten Sitzreihe (950 Euro Aufpreis) durchaus genug Raum, dass auch Erwachsene einigermaßen komfortabel auch eine längere Fahrt überstehen. Das liegt unter anderem daran, dass sich die zweite Sitzreihe verschieben lässt. In der am weitesten nach hingen geschobenen Stellung hingegen genießen die Passagiere der zweiten Reihe üppigste Beinfreiheit wie sie sonst in Oberklasse-Limousinen zu finden ist.

Ein ganzes Wohnzimmer hinter sich

Die drei ausgeformten Sessel sind gleich groß und – für Familien mit mehr als zwei Kindern wichtig – haben auf allen drei Plätzen Isofix. Je nach Sitzkonfiguration hat der Kofferraum Platz für 285 bis 2.020 Liter Volumen. Für den Komfort auf den Rückbänken sorgt auch die optionale 3-Zonen-Klimaautomatik (400 Euro Aufpreis), die auch den Hinterbänklern durch Düsen im Dach je nach Wunsch temperierte Frischluft ins Gesicht pustet. Blickt man vom Fahrersitz zurück, hat man fast den Eindruck, man zöge ein ganzes Wohnzimmer hinter sich her.

Dieser Eindruck verfestigt sich beim Tritt aufs Gaspedal. Dem 2,0-Liter-Vierzylinderdiesel aus unserem Testwagen (mindestens 36.200 Euro mit Automatik) standen immerhin 400 Newtonmeter Drehmoment und 132 kW/180 PS zur Verfügung, um die 1,8 Tonnen Gewicht vorwärts zu wuchten – es ist der zweitgrößte Selbstzünder in der Modellpalette. Trotzdem ließ der „Max“ von seinem „S“ wenig spüren: Recht druckvoll aber wenig dynamisch beschleunigt der Kölner, die gemütlich schaltende Sechsgang-Automatik trägt auch nicht gerade dazu bei, dass der Fahrer Herzklopfen bekommt.

Die Abstimmung ist mehr komfortabel als straff, was den Ford weniger zum Um-die-Ecke-Flitzer als zum gemütlichen Reisemobil auf der Autobahn macht. In der Stadt hingegen fühlt sich der Van auch dank adaptiver Lenkung nicht nach fast fünf Metern Länge an. Der Verbrauch geht mit 7,4 Litern für ein Auto dieser Größe in Ordnung, liegt aber zwei Liter über den unter Laborbedingungen erzielten Herstellerangaben.

Kommentare (1)

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Hubert Fink

25.05.2016, 09:15 Uhr

Es mag bestimmt für solche "Autos" eine Zielgruppe geben, aber als erfolgreicher Leistungsträger gehöre ich nun wirklich nicht dazu.

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