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01.08.2016

10:01 Uhr

Test Lotus Evora 400

Fauchen, röhren, Alltag vergessen

Klein, eng und leicht waren die Fahrzeuge der britischen Sportwagenschmiede schon immer. Mittlerweile sind einige auch extrem stark und schnell. Ein Ausflug in einem teuren Exoten.

Der kleine Bolide mit 406 PS starkem V6-Motor ist nur 1,24 Meter hoch, und innen geht es eng zu, aber das Fahrwerk zeigt sich bei aller Straffheit kommod. ampnet

Lotus Evora 400

Der kleine Bolide mit 406 PS starkem V6-Motor ist nur 1,24 Meter hoch, und innen geht es eng zu, aber das Fahrwerk zeigt sich bei aller Straffheit kommod.

Drei Dutzend Autos mehr als 2014 hat Lotus im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft. Das entspricht einer Absatzsteigerung von 23 Prozent. Mit 142 Neuzulassungen ist hierzulande der zweitgrößte europäische Markt für die kleine Sportwagenschmiede hinter der Heimat Großbritannien.

„Das sind zum Beispiel Menschen, die sich nicht ihren dritten oder vierten Neun-Elfer kaufen möchten und einmal etwas anderes suchen“, weiß Marco Muscheika von der Brüne Automobilhandelsgesellschaft in Essen, wo sich der traditionelle Volkswagen-Betrieb mit der legendären Marke aus England ein zweites Standbein geschaffen hat.

So bietet sich zum Beispiel der Evora 400 als Alternative an. Nicht nur mit seinem 3,5-Liter-Motor und 298 kW / 406 PS und 300 km/h Spitzengeschwindigkeit spielt er in der Zuffenhausener Liga, sondern auch mit seinem Preis von rund 100.000 Euro.

Das seitlich abgeflachte Lenkrad steht steil und nah am Fahrer und ist nur höhen- und nicht tiefenverstellbar. Ergonomischen Schnickschnack spart sich die englische Marke auch beim Schalthebel: Er ist schlicht kugelrund, die immer noch einfachste, aber eben auch beste Lösung. Die Sitze bieten perfekten Seitenhalt.

Weniger geglückt ist die Positionierung des rechten Außenspiegels, dessen obere linke Hälfte schlicht von der A-Säule verdeckt wird. Eine Augenweide ist hingegen die Bedieneinheit in der Mittelkonsole für die Klimaanlage. Drei große Drehschalter regeln Gebläsestärke, Temperatur und die Luftverteilung.

Wer den Blick durch den Innenspiegel nach hinten wirft, schaut durch das trapezförmige Heckfenster, dessen Sichtfeld zur Hälfte vom Triebwerk eingenommen wird. Ein Auge wird dennoch immer wieder gerne nach hinten riskiert, ist dort doch prominent der Gaszug platziert, dem man beim Öffnen und Schließen der Drosselklappe zuschauen kann. Für profane Dinge wie rückwärtiges Einparken gibt es ja die Rückfahrkamera mit Führungslinien und verschieden farbigen Pylonen im Display.

Der dumpf röhrende Klang wird in den Fahrmodi „Sport“ und „Race“, der sämtliche Fahrhilfen abschaltet, noch einmal hörbar nachgewürzt. Aber auch im Normalbetrieb – in dem sich der Evora zwar potent, aber nicht aufdringlich, sondern gentleman-like akustisch auffallend zurückhaltend gibt – lässt sich der schärfere Sound einfach per Knopfdruck am Klappenauspuff abrufen.

Hier deutet wirklich jedes Detail auf Sport hin. ampnet

Blick in den Lotus Evora 400

Hier deutet wirklich jedes Detail auf Sport hin.

Die Gassenführung des Schalthebels ist extrem präzise, wobei die Gangwechsel von einem leichten und angenehmen mechanischen Klacken begleitet werden. Die Leistungsentfaltung des unter Glas zur Schau gestellten und vor der Hinterachse platzierten Kompressormotors ist ebenso homogen wie beeindruckend. Ab 4000 Umdrehungen in der Minute legt der V6 noch einmal gepflegt nach und wechselt vom Röhren ins Fauchen.

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