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18.05.2013

09:01 Uhr

Toyota Auris als Gebrauchtwagen

Auf Augenhöhe mit dem Golf

Quelle:dpa

Das Kompaktsegment ist wie das sprichwörtliche Haifischbecken: Es drängen sich die Konkurrenten, sie kämpfen ums Überleben. Kaum pannengeplagt und vom Start weg ein sehr zuverlässiges Modell ist der Toyota Auris.

Kaum pannengeplagt und auch bei der Hauptuntersuchung ein unauffälliges Auto: der Toyota Auris. Das Bild zeigt die erste Auflage nach dem Facelift. PR

Kaum pannengeplagt und auch bei der Hauptuntersuchung ein unauffälliges Auto: der Toyota Auris. Das Bild zeigt die erste Auflage nach dem Facelift.

BerlinEinigen Pkws gelingt der Überlebenskampf im Kompaktsegment sehr gut. Dazu gehört zum Beispiel der VW Golf, der seit Jahrzehnten meistverkauftes Pkw-Modell in Deutschland ist, andere sind weniger erfolgreich. Bei den Zulassungszahlen kommt der Toyota Auris zwar längst nicht an den Kompakten aus Wolfsburg heran, doch in Sachen Technik kann er ihm durchaus das Wasser reichen. Das befindet zumindest der ADAC und verweist auf seine Pannenstatistik.

Der Toyota Auris, der den Corolla beerbt hat, sei vom Start weg ein sehr zuverlässiges Modell gewesen, berichtet der Münchner Automobilclub. «Er liegt mit dem Golf etwa auf Augenhöhe im vorderen Drittel der Unteren Mittelklasse.» Bei Exemplaren der frühen Baujahre 2007 und 2008 gab es vereinzelt defekte Wegfahrsperren zu beklagen, bei Selbstzündern von 2007 Probleme mit den Turboladern. Der Auris zählt zu den Toyota-Modellen, die 2010 von einem großen Rückruf betroffen waren, weil das Gaspedal blockieren konnte.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) kommt der Auris überdurchschnittlich gut weg. Im «TÜV Report 2013» werden ihm Langzeitqualitäten bescheinigt. Einzig die Bremsscheiben sind dem kompakten Japaner anzukreiden: Schon bei dreijährigen Autos seien sie oft verschlissen.

Als Drei- und Fünftürer kam der Toyota Auris 2007 auf den Markt. Zwei Jahre später überarbeiteten die Japaner die Motorenpalette und boten erstmals ein Start-Stopp-System an. Ein kleines Facelift hatte dem Wagen kurz zuvor eine geänderte Frontpartie mit kräftigeren Stoßfängern und neuer Motorhaube sowie Änderungen am Interieur gebracht. Die zweite Generation des Auris, die es nicht mehr als Dreitürer, dafür aber erstmals als Kombi Touring Sports gibt, wurde 2012 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Seit Januar dieses Jahres steht die Limousine bei den Händlern, der Kombi folgt demnächst.

Mit Blick auf die verfügbaren Motorisierungen ist als Besonderheit der seit Spätsommer 2010 verfügbare Hybridantrieb hervorzuheben, der auf eine Systemleistung von 100 kW/136 PS kommt. Die Benziner leisten je nach Baujahr und Ausführung von 71 kW/97 PS bis 97 kW/132 PS. Die Diesel entwickeln 66 kW/90 PS bis 130 kW/177 PS.

Ein Auris 1.4 VVT-i mit 71 kW/97 PS von 2007 kostet laut der Schwacke-Liste noch etwa 6.300 Euro - mit durchschnittlich rund 72.000 Kilometern auf dem Zähler. Ein jüngerer Auris 1.6 Edition mit 97 kW/132 PS von 2011 wird noch mit 12.400 Euro geführt (24.000 Kilometer).

Ein Diesel gleichen Baujahrs sollte im Falle des Auris 2.2 D-4D D-CAT mit 130 kW/177 PS für rund 15.350 Euro zu bekommen sein (39.600 Kilometer).

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

18.05.2013, 11:09 Uhr

Man sieht, dass die Haltbarkeitsdauer der Aggregate im Auris gegenüber dem Corolla herab gesetzt wurde. Konnte man mit dem Vorgänger als Vielfahrer ohne Probleme 300 000 bis 400 000 km abspulen bis dass der Rost ( nicht der excellente 1,3l Motor) den Wagen vom Besitzer trennte, wage ich das beim Auris sehr zu bezweifeln. Zusammen mit der beachtlichen Preissteigerung wird der Verbraucher für die höheren Profite von Toyota überdurchschnittlich zur Kasse gebeten.

realist

20.05.2013, 09:21 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

20.05.2013, 11:29 Uhr

DEUTSCHE! Kauft deutsche Bananen! Manche sind mit ihrer Denke irgendwo in den 30ern stehgeblieben... traurig sowas

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