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25.04.2012

08:33 Uhr

Toyota Hilux gegen VW Amarok

Duell der Lastesel

Quelle:MID

Der eine ist ein wahres Urgestein in der Welt der Pick-ups, seit 45 Jahren in Produktion, der andere ein Newcomer, der sich anschickt, den Markt umzukrempeln. Erreichen Hilux und Amarok auch ein Lifestyle-Publikum?

Seit 45 Jahren ist der Toyota Hilux der Klassiker unter den robusten Pickups. Der 2010 modellgepflegte Pritschenwagen soll sich hierzulande verstärkt als "Lifestyl-Mobil" profilieren. Pressefoto

Seit 45 Jahren ist der Toyota Hilux der Klassiker unter den robusten Pickups. Der 2010 modellgepflegte Pritschenwagen soll sich hierzulande verstärkt als "Lifestyl-Mobil" profilieren.

EberswaldeIn Deutschland ist der Pickup-Markt ebenso überschaubar wie zweigeteilt. Obwohl viele Besitzer ihre Kleinlaster als Pkw zulassen, führt das Kraftfahrtbundesamt die Pritschenwagen nicht in einem entsprechenden Segment innerhalb der Zulassungsstatistik. So sind Herstellerangaben die einzige Quelle, die Rückschlüsse auf den Zuspruch der Modelle erlauben.

Demnach überlegt sich die deutsche Toyota-Zentrale wahrscheinlich immer noch, ob rund 1.600 neue Hilux in 2011 Grund zum Jubeln liefern oder doch eher enttäuschen. VW zählte im gleichen Zeitraum 4.200 verkaufte Amarok. Gemessen an den deutschen Marktanteilen (Toyota 3,7 Prozent, VW 21,4 Prozent, Stand März 2012), geht der Beliebtheitspunkt an den Toyota. Für das Modelljahr 2012 haben die Japaner ihren Pick-up energisch aufgefrischt, nicht zuletzt, um dem 2010 eingeführten deutschen Konkurrenten Paroli zu bieten.

Die Pflege-Kur am Hilux umfasst neben Karosserie-Retuschen vor allem eine Aufwertung des Innenraums und der Serienausstattung. Aber auch der beste Innenarchitekt kann eine Almhütte nicht in eine Strandvilla verwandeln. Das Hilux-Interieur verströmt eher herben Nutzfahrzeugflair.

Die spielerische und manchmal ungeordnet erscheinende Verteilung der Bedienelemente gehört ebenso dazu wie der zweite Schalthebel in der Mittelkonsole. Er ist für die manuelle Zuschaltung des Untersetzungsgetriebes an die Fünfgang-Handschaltung nötig.

Im Innenraum des Toyota Hilux dominiert die Sachlichkeit eines Nutzfahrzeugs. Pressefoto

Im Innenraum des Toyota Hilux dominiert die Sachlichkeit eines Nutzfahrzeugs.

Im Amarok geht es innen eindeutig wohnlicher zu. Zwar sind die Oberflächen ebenfalls in robustem Plastik ausgearbeitet, doch das aktuellere Konzept mit allen wichtigen Bedienelementen im Blickwinkel des Fahrers, einer praktischen Ablagenstruktur und Tastenwahl für Offroad-Betrieb beziehungsweise mechanischer Differenzialsperre bringt eindeutig der VW mit.

Im Gegensatz zum Hilux ist sein Lenkrad nicht mit Tasten für die Steuerung vom Radio und Telefon ausgestattet.

In der Doppelkabine des Amarok haben auch Erwachsene im Fond genug Platz. Die Zwitter-Existenz der beiden Lastesel mit Lifestyle-Ambitionen war an beiden Testwagen schon an kleinen Details abzulesen: Während der Amarok seine Nutzfahrzeug-Qualitäten durch Gummimatten zu untermauern versucht, soll im Hilux durch zusätzlicher Einleger aus Teppichboden ein bisschen mehr Wohlfühl-Atmosphäre aufkommen.

Der VW Amorak ist neu auf dem überschaubaren Markt der Pickups. Gestaltung und Fahrverhalten orientieren sich eher an einem Pkw. Pressefoto

Der VW Amorak ist neu auf dem überschaubaren Markt der Pickups. Gestaltung und Fahrverhalten orientieren sich eher an einem Pkw.

Mit der Modellauffrischung erfuhr der Toyota eine Leistungssteigerung des 2,5-Liter-Motors um 18 kW/24 PS auf 106 kW/144 PS. Damit ist er dem Doppelturbo des Volkswagens immer noch um 14kW/19 PS unterlegen, der 120 kW/163 PS leistet. Doch im Fahrbetrieb wirkt sich der Unterschied kaum aus. Subjektiv tritt der Hilux sogar ein wenig beherzter an, was nicht zuletzt auf das um etwa 100 Kilo geringere Eigengewicht zurückzuführen ist.

Das maximale Drehmoment stellen beide Turbodiesel bereits ab etwa 1 600 U/min zur Verfügung. Was sich in beiden Fällen mit ordentlichem Durchzug direkt aus dem Drehzahlkeller äußert. Eine unverblümt nagelnde Lkw-Akustik ist beiden Vierzylindern zu eigen.

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