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20.10.2015

11:46 Uhr

Toyota Mirai

Eine sehr exklusive Alternative

VonMichael Specht
Quelle:Spotpress

Wasserstoff gilt als Treibstoff der Zukunft. Dem Mirai dient es bereits heute als Energiequelle – und macht die eigenwillig gestylte Limousine zum ersten serienmäßigen Brennstoffzellen-Auto von Toyota. Ein Fahrbericht.

Der Toyota Mirai kommt so außergewöhnlich daher, dass man nicht so recht weiß, ob man dieses Auto nun cool, spacig oder hässlich finden soll Toyota

Toyota Mirai

Der Toyota Mirai kommt so außergewöhnlich daher, dass man nicht so recht weiß, ob man dieses Auto nun cool, spacig oder hässlich finden soll.

Dass Autos mit alternativen Antrieben anders aussehen müssen als solche mit Verbrennungsmotoren, ist nicht nur für Toyota – siehe Prius – ein Leitmotiv. Auch BMW hält sich mit seinen Modellen i3 und i8 daran. Grund: Zum einen soll der Besitzer seiner Umwelt zeigen wie er denkt. Zum anderen können die Menschen am Auto sofort ablesen: Hier fährt hier die Zukunft – sauber, leise und emissionsfrei.

Der Toyota Mirai kommt so außergewöhnlich daher, dass man nicht so recht weiß, ob man dieses Auto nun cool, spacig oder hässlich finden soll. Besonders die schlitzförmigen Scheinwerfer und die beiden riesigen Dreiecks-Lufteinlässe an der Front bilden ein gewöhnungsbedürftiges Ensemble. Auch die keilförmige Seitenansicht und das pummelige Heck stören das ästhetische Wohlbefinden.

Futuristisch ist auch, was unter dem Blech passiert. Angetrieben wird der Mirai – mit 4,89 Metern so lang wie ein Audi A6 – von einem 113 kW/154 PS starken Elektromotor. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches, E-Autos gibt es mittlerweile viele. Den Strom im Mirai aber liefert eine sogenannte Brennstoffzelle, indem sie über spezielle Membranen Wasserstoff und Sauerstoff zusammenbringt. Der Chemiker spricht von „kalter“ Verbrennung. Als Abgas entsteht nichts außer Wasser, das als Dampf oder in Tröpfchen dem Auspuff entweicht.

Besonders die schlitzförmigen Scheinwerfer und die beiden riesigen Dreiecks-Lufteinlässe an der Front bilden ein gewöhnungsbedürftiges Ensemble Toyota

Gewöhnungsbedürftiges Ensemble

Besonders die schlitzförmigen Scheinwerfer und die beiden riesigen Dreiecks-Lufteinlässe an der Front bilden ein gewöhnungsbedürftiges Ensemble.

Das Prinzip der Brennstoffzelle ist weit über 100 Jahre alt. Doch erst jetzt fängt die Sache an, halbwegs effizient zu werden. Das Energie-Paket im Mirai ist nur noch so groß wie ein Handgepäckkoffer, verbirgt sich unter den Vordersitzen, wiegt 56 Kilogramm und leistet 114 kW/155 PS.

Kostentechnisch aber hat man noch viel vor sich. Das weiß auch Toyota und muss den Mirai daher entsprechend teuer anbieten, um wirtschaftlich halbwegs sinnvoll zu arbeiten. Der Einstiegspreis beträgt 78.540 Euro. Toyota aber verleast den Mirai derzeit ausschließlich - für 1219 Euro pro Monat. Viele werden jetzt sagen, dafür gibt es auch eine Mercedes S-Klasse. Stimmt, aber den Mirai kaufen Menschen, denen das egal ist und die mit ihrem Auto ganz einfach ein Öko-Statement setzen wollen.

Im Innenraum des Japaners geht es nahezu so futuristisch zu wie von außen vermutet. Displays dominieren das Cockpit, die Materialien sind hochwertig, auch an der Verarbeitung gibt es nichts zu mäkeln. Zugelassen ist der Mirai für vier Personen - ein Tribut an die beiden Tanks, die unter Rücksitzbank und Kofferraum stecken. Dies lässt lediglich ein Gepäckvolumen von 361 Liter zu, weniger als im Golf.

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