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18.06.2012

09:26 Uhr

Toyota Prius+

Hybridtechnik im Großraum

VonJürgen Schramek
Quelle:MID

Mit mehr Platz, neuem Innenraum-Design und einer dritten Sitzbank bietet Toyota ab sofort den Vollhybriden Prius+ an. Die Japaner wollen mit dem Siebensitzer größere Familien überzeugen.

Der Toyota Prius+ ist der erste Minivan mit Hybridantrieb. Er basiert auf der Prius-Limousine. MID

Der Toyota Prius+ ist der erste Minivan mit Hybridantrieb. Er basiert auf der Prius-Limousine.

DüsseldorfMit mehr Platz, neuem Innenraum-Design und einer dritten Sitzbank bietet Toyota ab sofort den Vollhybriden Prius+ an. Laut Toyota zielen die Japaner mit dem Siebensitzer auf wachsende Familien. Diese müssen mindestens 29.900 Euro aufbringen, um mit einer kompletten Handballmannschaft ausfahren zu können.

Die zum Modelljahr 2012 neu aufgestellte Modellfamilie des Toyota Prius ist die erste eigene Modellreihe der Japaner, die ausschließlich Hybrid-Fahrzeuge umfasst. Mit dem größeren Prius+ erweitert Toyota die Modellreihe um ein weiteres Fahrzeug. Flankierend soll in diesem Jahr noch eine Plug-in-Hybrid-Version folgen.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
Übersicht: Deutsche Umweltzonen
Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

Toyota versteht den Prius+ als eigenständiges Modell der Baureihe. Gegenüber dem bisherigen Prius wurde er in der Länge um 135 Millimeter gestreckt, 30 Millimeter breiter und 85 Millimeter höher. Auch der Radstand wuchs um 80 auf 2.780 Millimeter - gut für ein großzügiges Innenraumgefühl. Die zweite Sitzreihe wird von drei unabhängig voneinander umklappbaren und verschiebbaren Sitzplätzen gebildet; in der dritten Reihe warten zwei Sitze auf kleiner gewachsene Menschen. Sind sie umgeklappt, entsteht ein Stauraum von 784 Liter Ladevolumen. Bei sieben Insassen verkleinert sich das Gepäckabteil auf 232 Liter. Dank einer deutlich größeren Heckklappe lassen sich Gepäck und sperrige Güter leicht einladen.

In der Mittelkonsole findet sich eine umfangreiche Schaltersammlung - etwas weniger wäre mehr gewesen, zumal sich die Schalter nicht intuitiv finden und betätigen lassen. Das Kombiinstrument mit allen Anzeigen ist wie beim Prius mittig auf dem Armaturenbrett angeordnet. Es beinhaltet unter anderem die Anzeigen für das Hybridsystem, den digitalen Tacho und die Getriebe-Anzeige. Diese Informationen befinden sich mehr zum Fahrer orientiert und lassen sich gut und blendfrei ablesen. Die Soft-Touch-Materialien und die gesamte Verarbeitung hinterlassen einen überaus guten Eindruck.

Die steilstehende Heckklappe des Toyota Prius+ gibt den Zugang zu einem geräumigen Laderaum frei. MID

Die steilstehende Heckklappe des Toyota Prius+ gibt den Zugang zu einem geräumigen Laderaum frei.

Der Hybridantrieb des Prius+ entspricht dem des konventionellen Prius. Der 1,8-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor leistet 99 PS. Der Elektromotor, der allein bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h für Vortrieb sorgen kann, ist nun wassergekühlt und verfügt über eine Leistung von 80 PS.

Kommentare (1)

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S0091720

19.06.2012, 13:20 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Umrechnung von Kilowatt (KW) zu PS haben Sie leider einen Fehler im drin. Sie schreiben, was hier richtig ist, dass 100 KW gleich 136 PS sind. nun hätten Sie die Formel auch bei der KW-Angabe (60 für den E-Motor)
anwenden können: 60 KW gleich 81,6 PS (oder gerundet 82 PS).

Ein Zahlenfan

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