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05.06.2012

08:10 Uhr

Toyota Yaris Hybrid

Weniger ist mehr

Quelle:MID

Mit einem Verbrauch von 3,5 Liter pro 100 Kilometer ist der neue Toyota Yards Hybrid das sauberste Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, das in Deutschland zu kaufen ist. Zudem ist der Preis von 16.900 Euro ein echtes Wort.

Mit dem Yaris Hybrid bietet Toyota den ersten Kleinwagen mit Vollhybridantrieb an.

Mit dem Yaris Hybrid bietet Toyota den ersten Kleinwagen mit Vollhybridantrieb an.

Amsterdam/HollandMehr als 2,5 Millionen Yaris verkaufte Toyota seit Einführung der Kleinwagenreihe 1999 in Europa, wobei traditionell Benzin- und Dieselmotoren für den Vortrieb gesorgt haben. Eine weitere Verkaufssteigerung erhoffen sich die Japaner jetzt von der dritten Motorisierung, dem Yaris Hybrid. Der in Frankreich produzierte Kleinwagen soll mit extrem niedrigem Verbrauch glänzen: 3,5 Liter pro 100 Kilometer und ganze 3,1 Liter pro 100 Kilometer im Stadtverkehr machen die Hybridversion des Yaris zum saubersten Fahrzeug mit Verbrennungsmotor in Deutschland.

Zudem erhoffen sich die Verantwortlichen vom günstigen Einstiegspreis, der bei 16 990 Euro liegt, eine noch höhere Nachfrage. Rund 20 Prozent soll der Anteil des Hybriden bei den Yaris-Verkaufszahlen in Zukunft betragen. Wir konnten den sparsamen Kleinwagen schon fahren und sagen, wie er sich im normalen Alltagsverkehr verhält.

Antriebsarten und ihre Abgaswerte

Motoren im Vergleich

Wie sehr ein Auto die Luft verpestet, hängt davon ab, was unter der Haube steckt. Denn je nach Motor stößt ein Wagen unterschiedlich viele Feinstaub-Partikel (PM) und Stickstoffdioxide (NO2) aus. Hier ein Überblick über das Abgasverhalten verschiedener Motoren.

Benzinmotoren

Moderne Benzinmotoren werden durch Direkteinspritzung zwar sparsamer gegenüber der Vergaser-Technik - und damit wird auch ihr CO2-Ausstoß gesenkt. Doch haben die Einspritzmotoren oft einen höheren Feinstaub-Ausstoß. Nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe stoßen sie eine sehr hohe Zahl an ultrafeinen Partikeln aus, die massive gesundheitliche Folgen für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System haben können. In der Untersuchung kam heraus: Benzinfahrzeuge überschritten den aktuellen Grenzwert für Dieselfahrzeuge teils um das Sechsfache.

Dieselmotoren

Trotz Rußpartikelfilter - Selbstzünder sind laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) die weniger sauberen. Der Grund: Ihr aktueller Grenzwert nach Euro-5-Norm ist beim Ausstoß von Stickoxiden (NOx) dreimal höher als bei Ottomotoren. Demnach dürfen Diesel bis zu 180 mg/km an Stickoxiden ausstoßen, während der Vergleichswert bei Benzinern bei 60 mg/km liegt. Bei den Feinstaubpartikeln liegen beide Verbrennungsprinzipien mit erlaubten 5 mg/km gleichauf. Diesel-Pkw können die aktuelle Euro-5-Norm nur mit Hilfe eines Partikelfilters erreichen.

Erdgas- und Autogasantriebe (CNG und LPG)

Erdgas gilt unter den fossilen Treibstoffen in der Expertenwelt als der sauberste. So stoßen Fahrzeuge, die CNG (Compressed Natural Gas) tanken, noch weniger Stickoxide aus als Benziner. Der TÜV Süd nennt gegenüber Benzinern eine Reduktion um bis zu 60 Prozent, bei LPG seien bis zu 15 Prozent weniger möglich. Erdgasautos emittieren zudem fast gar keine Rußpartikel.

Hybrid- und Elektroantriebe

Auch Hybridfahrzeuge müssen die Abgasnormen der EU einhalten. Generell lässt sich dem VCD zufolge sagen, dass Dieselhybride, wie sie neuerdings angeboten werden, mehr Schadstoffe ausstoßen als Benzinhybride. Fahren sie im rein elektrischen Modus, stoßen sie keine Schadstoffe aus - doch liegt die Reichweite für den E-Modus meist nur bei wenigen Kilometern. Dann springt der Verbrenner an. Elektroautos stoßen während der Fahrt zwar keinerlei Schadstoffe aus. Doch bei ihrer industriellen Fertigung und bei der Stromerzeugung werden ebenfalls Rußpartikel und Stickoxide erzeugt.

Aktuelle Luftdaten
Übersicht: Deutsche Umweltzonen
Studie zu Umweltzonen
Kurzinfo zu Umweltzonen
Hintergrundpapier zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Feinstaub
Fragen und Antworten zu Stickstoffoxiden

Von den übrigen Versionen unterscheidet sich das Hybrid-Fahrzeug durch eine aerodynamisch optimierte Karosserie. Neuer Kühlergrill, modifizierter Spoiler, schlanke Scheinwerfer mit Tagfahrleuchten in LED-Technik, LED-Heckleuchten unter Klarglasabdeckungen und spezielle Felgen - je nach Ausstattung gibt es 15-Zoll-Stahlräder oder Leichtmetallfelgen im 15- und 16-Zoll-Format - charakterisieren den sauberen Yaris neben seinen blauen Logos äußerlich.

Der Vierzylinder-Benzinmotor leistet 55 kW / 75 PS. Das reicht für 165 km/h Höchstgeschwindigkeit. PR

Der Vierzylinder-Benzinmotor leistet 55 kW / 75 PS. Das reicht für 165 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Im Innenraum: Die Instrumente sind gut ablesbar, die Bedienelemente leicht zu erreichen und gut erkennbar. Schon zur Basisausstattung gehört eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, elektrisch verstellbare Spiegel, elektrische Fensterheber und ein höhen- und längsverstellbares Lenkrad. Als störend erweist sich allerdings die nur grob einstellbare Verstellung der Rückenlehnen. Ansonsten sind die vorderen Stühle bequem, aber straff gepolstert. Der Einstieg auf die Rücksitze erfolgt komfortabel über eigene Türen. Die Batterie des Hybrid-Antriebs ist unsichtbar und platzsparend unter den Rücksitzen untergebracht.

Gegen Aufpreis erweckt ein Startknopf den Motor zum Leben. Allerdings unhörbar, da im Standbetrieb nur der E-Motor aktiv ist. Mit dem fährt der Fronttriebler auch an, ehe sich der Benzinmotor bei nachdrücklichem Gasbefehl zuschaltet. Insgesamt beträgt die rein elektrische Reichweite zwei bis drei Kilometer. Auf einem Display kann der Fahrer beobachten, welchen Antrieb er gerade nutzt, oder ob der Schubbetrieb elektrische Energie in die Batterie zurückgeführt.

Äußerlich entspricht der Toyota Yaris Hybrid der aktuellen Baureihe. Ein Erkennungsmerkmal ist das blaue Emblem am Heck oder die LED-Leuchteinheiten. PR

Äußerlich entspricht der Toyota Yaris Hybrid der aktuellen Baureihe. Ein Erkennungsmerkmal ist das blaue Emblem am Heck oder die LED-Leuchteinheiten.

Der 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 55 kW/74 PS und variabler Ventilsteuerung ist vom 1,8 Liter großen Vierzylinder der zweiten Prius-Generation abgeleitet. Der Elektromotor leistet 45 kW/60 PS. Als Energiespeicher dient eine Nickel-Metallhydrid-Batterie. Der Benziner ist kräftig genug, um im Stadtverkehr und bei Überlandfahrten gutes Mitschwimmen zu gewährleisten. In der Beschleunigungsphase gibt der Verbrenner sich allerdings zäh.

Kommentare (1)

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ZwickenAnDerLinkenSchulter

05.06.2012, 19:50 Uhr

Der Antriebsstrang ist "ein Knaller": 79g CO2 und eine Systemleistung von 100 PS mit 3,5 Liter Benzin/100 km.
Das ist schon ein Spitzenwert, den so weit und breit kein Kleinwagen schafft. Lob.

Der Rest ist da aber leider bescheidener. Der Innenraum nicht gerade harmonisch und das Außendesign etwas gewöhnungsbedürftig. Aber glücklicherweise kann man nicht in allen Disziplinen glänzen. Hier können andere Hersteller besser Punkten; insbesondere deutsche Automobilmarken. Deren Design ist klarer und verständlicher - die Ausstattungspakete luxoriöser ... halt wertiger. Das MEHR kostet.

Hier der "Vernunftwert" im Verbrauch und die Zukunft der Mobilität (Hybrid bis Elektro) ... dort die "Emotion für das Herz" und "nur etwas (einholbar)" verschlafende Technologie. Den Nachteil holen ein PS-Feuerwerk, gutes Innen- und Außendesign ... wieder ein. Hier relativiert sich der Hybridvorsprung.

Für Volkswagen, BMW, Mercedes & Co. ist es ein kleiner technologischer Warnschuß vor den Bug. Das spornt an. Das fordert heraus. Das bringt neue Dinge schneller an die Kundenfront. Das freut den Kunden.

Ohne Wettbewerb wäre alles furchtbar langweilig.

Bei Kleinwagen hat TOYOTA hier schon sich eine Goldmedalie 2012 verdient. Das ist mit hohem technologischen Respekt zu verlauten.

... aber das Auto hätte 10cm breiter sein können, da es an der linken Schulter "zwickt" ... und warum kein zu öffnendes Panaoramaschiebedach ? ...

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