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24.07.2014

15:32 Uhr

Traurige Rückruf-Bestmarke

Ein Auto verkauft, vier zurückgerufen

Werden unsere Autos immer gefährlicher statt sicherer? Die Rückrufaktionen der Autohersteller jedenfalls ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Und neue Minusrekorde kündigen sich an.

In 37 Rückrufaktionen ließ GM im ersten Halbjahr 2014 allein rund 25 Millionen Autos in den USA überprüfen, vor allem wegen Problemen mit dem Zündmechanismus, die mit mehreren tödlichen Verkehrsunfällen in Verbindung gebracht werden. ap

In 37 Rückrufaktionen ließ GM im ersten Halbjahr 2014 allein rund 25 Millionen Autos in den USA überprüfen, vor allem wegen Problemen mit dem Zündmechanismus, die mit mehreren tödlichen Verkehrsunfällen in Verbindung gebracht werden.

FrankfurtDie Rückrufaktionen der Autohersteller haben in diesem Jahr ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. In den ersten sechs Monaten 2014 wurden allein auf dem US-Markt mit 37,2 Millionen Pkw schon mehr Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordert als in den beiden Vorjahren zusammen, wie eine eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach ergab. "Damit markiert das Jahr 2014 bereits zur Halbzeit das größte Rückrufvolumen aller Zeiten", hieß es in der Studie.

Die Rückrufquote lag bei 455 Prozent, das heißt die Hersteller riefen viereinhalb Mal soviele Autos zurück wie sie im gleichen Zeitraum im Referenzmarkt USA verkauften. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 142 Prozent gelegen.

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Chrysler ordert 800.000 Autos in die Werkstätten zurück. Der Zündschlüssel könnte durch das Knie des Fahrers gedreht werden und die Airbags deaktivieren. Es ist nicht die erste Rückruf-Aktion des Konzerns in diesem Jahr.

Absoluter Spitzenreiter war General Motors mit einer Rückrufquote von 1.668 Prozent. In 37 Rückrufaktionen ließ GM im ersten Halbjahr rund 25 Millionen Autos in den USA überprüfen, vor allem wegen Problemen mit dem Zündmechanismus, die mit mehreren tödlichen Verkehrsunfällen in Verbindung gebracht werden.

Erst am Mittwoch beorderte GM erneut 717.950 Fahrzeuge wegen Schwierigkeiten mit der Halterung der Vordersitze und der Servolenkung zurück.

Auf Platz zwei der Negativ-Statistik liegt Toyota mit einer Rückrufquote von 379 Prozent, auf Platz drei der Elektrofahrzeughersteller Tesla mit 321 Prozent. Die deutschen Konzerne Daimler (151 Prozent), BMW (89 Prozent) und VW (61 Prozent) schnitten besser ab.
"Die Analyse der globalen Hersteller zeigt, dass insbesondere hohe Wachstumsziele die Hersteller dazu verleiten können, die Qualitätsanforderungen zu vernachlässigen", erklärte Institutsdirektor Stefan Bratzel. In den vergangenen Jahren sei die technische Komplexität und damit auch die Fehleranfälligkeit gestiegen, begründet der Experte die Explosion von Rückrufen. Außerdem müssten die Konzerne immer schneller neue Entwicklungen präsentieren, gleichzeitig aber Kosten sparen. Beides schade der Qualitätssicherung.

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rtr

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